Aprovel® ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das den Wirkstoff Irbesartan enthält und zur Behandlung von Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) eingesetzt wird. Darüber hinaus ist es bei bestimmten Nierenerkrankungen zugelassen, die im Zusammenhang mit Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes auftreten können. Die Anwendung sollte stets in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen.
Was ist Aprovel®?
Aprovel® gehört zur Gruppe der Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB), auch Sartane genannt. Es ist als Filmtablette in zwei Dosisstärken erhältlich: 150 mg und 300 mg. Das Medikament ist ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich und wird in der Regel zur Langzeittherapie eingesetzt. Es ist für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen.
Wirkstoff & Wirkweise
Der Wirkstoff Irbesartan blockiert gezielt die sogenannten Angiotensin-II-Rezeptoren vom Typ AT1. Angiotensin II ist ein körpereigenes Hormon, das die Blutgefäße verengt und damit den Blutdruck erhöht. Indem Irbesartan die Bindung dieses Hormons an seinen Rezeptor hemmt, entspannen sich die Blutgefäße und der Blutdruck kann sinken.
Im Vergleich zu ACE-Hemmern, die ebenfalls in das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System eingreifen, blockieren Sartane wie Irbesartan die Wirkung von Angiotensin II direkt am Rezeptor. Dies ist ein wesentlicher Unterschied in der Wirkweise dieser beiden Medikamentengruppen.
Aprovel® wirkt blutdrucksenkend, indem es die Verengung der Blutgefäße hemmt. Eine vollständige Wirkung tritt in der Regel nach zwei bis vier Wochen regelmäßiger Einnahme ein.
Anwendung & Dosierung
Die Dosierung von Aprovel® legt ausschließlich die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest. Die folgenden Angaben dienen lediglich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung.
- Üblicherweise wird mit einer Startdosis von 150 mg einmal täglich begonnen.
- Die Dosis kann je nach individuellem Ansprechen auf 300 mg einmal täglich erhöht werden.
- Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit geschluckt, vorzugsweise zur selben Tageszeit.
- Bei Patienten mit Hämodialyse oder bei älteren Patienten (über 75 Jahre) kann eine niedrigere Startdosis von 75 mg erwogen werden.
- Aprovel® kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
Setzen Sie Aprovel® niemals eigenmächtig ab, auch wenn Sie sich besser fühlen. Bluthochdruck verursacht häufig keine spürbaren Symptome, muss aber konsequent behandelt werden. Sprechen Sie Änderungen der Therapie immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Aprovel® Nebenwirkungen verursachen. Diese treten jedoch nicht bei jedem Patienten auf. Zu den häufig berichteten Nebenwirkungen gehören:
- Schwindel
- Übelkeit oder Erbrechen
- Müdigkeit
- Erhöhte Kaliumwerte im Blut (Hyperkaliämie)
Gelegentlich können Herzrhythmusstörungen, Nierenfunktionsstörungen oder Hautreaktionen auftreten. In seltenen Fällen wurden allergische Reaktionen, darunter Angioödeme (Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen), berichtet. Sollten solche Symptome auftreten, ist sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Diese Auflistung ist nicht vollständig. Lesen Sie bitte den Beipackzettel sorgfältig durch und besprechen Sie unerwünschte Wirkungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Aprovel® kann mit verschiedenen anderen Arzneimitteln in Wechselwirkung treten. Besondere Vorsicht ist geboten bei:
- Kaliumsparenden Diuretika oder Kaliumpräparaten (Risiko einer Hyperkaliämie)
- Anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln (verstärkte Blutdrucksenkung möglich)
- Nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Naproxen (mögliche Abschwächung der Wirkung und Nierenschäden)
- Lithium (erhöhte Lithiumspiegel im Blut möglich)
Aprovel® darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Irbesartan oder einen der sonstigen Bestandteile. Eine Anwendung in der Schwangerschaft, insbesondere ab dem zweiten Trimester, ist kontraindiziert, da das Arzneimittel dem ungeborenen Kind schaden kann. Auch die gleichzeitige Einnahme mit Aliskiren bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion ist kontraindiziert.
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt stets über alle Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und Naturheilmittel, die Sie einnehmen, um gefährliche Wechselwirkungen zu vermeiden.