Asthma

Atrovent: Wirkstoff, Anwendung und Nebenwirkungen im Überblick

Atrovent Originalverpackung
💊 Medikamenten-Steckbrief
HandelsnameAtrovent
Wirkstoff (INN)Ipratropiumbromid
Darreichungsform20 µg pro Sprühstoß (Dosieraerosol); Inhalationslösung 250 µg/ml
AnwendungsgebietBronchospasmus bei COPD und Asthma bronchiale
KategorieAsthma

Atrovent ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das zur Behandlung von verengten Atemwegen eingesetzt wird. Es enthält den Wirkstoff Ipratropiumbromid und wird inhalativ angewendet. Die folgenden Informationen dienen ausschließlich Ihrer allgemeinen Orientierung und ersetzen nicht das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Was ist Atrovent?

Atrovent gehört zur Gruppe der bronchienerweiternden Arzneimittel (Bronchodilatatoren). Es wird vor allem bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und teilweise begleitend bei Asthma bronchiale verwendet, um eine Verengung der Atemwege zu lindern. Das Präparat ist als Dosieraerosol sowie als Inhalationslösung für Vernebler erhältlich.

ℹ️ Hinweis

Atrovent wirkt nicht so schnell wie kurzwirksame Notfallsprays mit beta-2-Sympathomimetika und ist daher nicht das Mittel der ersten Wahl bei einem akuten, schweren Asthmaanfall. Klären Sie die für Sie passende Therapie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Wirkstoff & Wirkweise

Der enthaltene Wirkstoff Ipratropiumbromid zählt zu den sogenannten Anticholinergika (Parasympatholytika). Er blockiert bestimmte Rezeptoren (Muskarinrezeptoren) in der Muskulatur der Atemwege.

  • Durch die Blockade dieser Rezeptoren wird die Verengung der Bronchien gehemmt.
  • Die glatte Muskulatur der Atemwege entspannt sich, wodurch sich die Bronchien erweitern können.
  • Die Wirkung setzt in der Regel innerhalb weniger Minuten ein und hält mehrere Stunden an.

Da der Wirkstoff inhaliert wird, entfaltet er seine Wirkung überwiegend lokal in den Atemwegen, während die Aufnahme in den übrigen Körper vergleichsweise gering ist.

Anwendung & Dosierung

Atrovent wird über den Mund inhaliert. Die genaue Dosierung legt stets die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt individuell fest und richtet sich nach Erkrankung, Schweregrad und Alter.

  • Beim Dosieraerosol entspricht ein Sprühstoß üblicherweise 20 µg Wirkstoff.
  • Achten Sie auf die korrekte Inhalationstechnik, damit der Wirkstoff die tieferen Atemwege erreicht.
  • Bei der Anwendung sollte vermieden werden, dass das Sprühnebel in die Augen gelangt.
⚠️ Wichtig

Überschreiten Sie nicht die von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt verordnete Dosis. Wenn sich Ihre Atembeschwerden trotz Anwendung verschlechtern oder die Wirkung nachlässt, suchen Sie umgehend ärztlichen Rat.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Atrovent Nebenwirkungen verursachen, die nicht bei jedem auftreten. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören:

  • Mundtrockenheit und Reizungen im Rachenraum
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Husten oder Halsentzündung
  • Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden
  • Sehstörungen oder erhöhter Augeninnendruck, insbesondere bei Augenkontakt mit dem Sprühnebel
  • selten Herzklopfen oder Herzrhythmusstörungen

In seltenen Fällen kann es zu einer paradoxen Verengung der Atemwege (Bronchospasmus) unmittelbar nach der Inhalation kommen. In diesem Fall sollten Sie die Anwendung beenden und ärztlichen Rat einholen. Eine vollständige Auflistung der Nebenwirkungen finden Sie in der Packungsbeilage.

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Atrovent darf nicht angewendet werden bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Ipratropiumbromid, gegen atropinähnliche Stoffe oder gegen einen der sonstigen Bestandteile.

Besondere Vorsicht ist in bestimmten Situationen geboten. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn bei Ihnen einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Engwinkelglaukom (eine bestimmte Form des grünen Stars)
  • Probleme beim Wasserlassen, etwa durch eine vergrößerte Prostata
  • Verengungen im Bereich der Harnwege
  • Schwangerschaft oder Stillzeit

Bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen bronchienerweiternden Arzneimitteln, etwa beta-2-Sympathomimetika oder anderen Anticholinergika, kann sich die Wirkung verstärken. Auch Wechselwirkungen mit weiteren Medikamenten sind möglich. Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt daher alle Präparate mit, die Sie einnehmen.

ℹ️ Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Die Eignung, Dosierung und Dauer der Anwendung von Atrovent sind grundsätzlich ärztlich abzuklären.

❓ Häufig gestellte Fragen

Atrovent wird zur Erweiterung verengter Atemwege eingesetzt, vor allem bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und teilweise begleitend bei Asthma bronchiale. Der Wirkstoff Ipratropiumbromid entspannt die Bronchialmuskulatur. Die genaue Indikation legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest.
Die bronchienerweiternde Wirkung setzt in der Regel innerhalb weniger Minuten nach der Inhalation ein und hält mehrere Stunden an. Atrovent wirkt jedoch langsamer als kurzwirksame Notfallsprays. Es ist daher nicht das primäre Mittel bei einem akuten, schweren Asthmaanfall.
Mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Husten, Schwindel und Magen-Darm-Beschwerden. Gelangt der Sprühnebel in die Augen, können Sehstörungen oder ein erhöhter Augeninnendruck auftreten. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Eine Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit sollte nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung erfolgen. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind, stillen oder eine Schwangerschaft planen. Die endgültige Entscheidung trifft stets die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Atrovent wird teilweise mit anderen bronchienerweiternden Arzneimitteln wie beta-2-Sympathomimetika kombiniert, wodurch sich die Wirkung verstärken kann. Eine solche Kombination sollte nur nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt alle weiteren Medikamente mit, die Sie einnehmen.
⚠️ Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Arztbesuch und keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten immer mit einem Arzt oder Apotheker.

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