Geburtenkontrolle

Belara: Wirkstoff, Anwendung und Nebenwirkungen im Überblick

Belara Originalverpackung
💊 Medikamenten-Steckbrief
HandelsnameBelara
Wirkstoff (INN)Chlormadinonacetat, Ethinylestradiol
Darreichungsform2 mg Chlormadinonacetat / 0,03 mg Ethinylestradiol pro Tablette
AnwendungsgebietHormonelle Schwangerschaftsverhütung (Empfängnisverhütung)
KategorieGeburtenkontrolle

Belara ist ein verschreibungspflichtiges hormonelles Verhütungsmittel, das zur Gruppe der kombinierten oralen Kontrazeptiva – umgangssprachlich „Antibabypille“ – gehört. Es wird zur Empfängnisverhütung eingesetzt und enthält zwei verschiedene Hormone. Ob Belara für Sie geeignet ist, sollte stets im Rahmen einer ärztlichen Beratung geklärt werden.

Was ist Belara?

Belara ist eine sogenannte Mikropille, die in einem Blister mit 21 Tabletten erhältlich ist. Es handelt sich um ein Kombinationspräparat aus einem Gestagen und einem Östrogen. Diese beiden Hormonklassen werden in vielen Verhütungspillen kombiniert eingesetzt, um den natürlichen Hormonzyklus zu beeinflussen.

ℹ️ Hinweis

Belara schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen wie HIV. Hierfür sind zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Kondome erforderlich.

Wirkstoff & Wirkweise

Belara enthält die Wirkstoffe Chlormadinonacetat (ein Gestagen) und Ethinylestradiol (ein Östrogen). Die empfängnisverhütende Wirkung beruht auf mehreren Mechanismen:

  • Unterdrückung des Eisprungs (Ovulationshemmung)
  • Veränderung der Beschaffenheit des Schleims im Gebärmutterhals, wodurch das Eindringen von Spermien erschwert wird
  • Beeinflussung der Gebärmutterschleimhaut

Durch das Zusammenspiel dieser Wirkungen wird eine Schwangerschaft bei korrekter Anwendung zuverlässig verhindert.

Anwendung & Dosierung

Belara wird nach einem festen Schema eingenommen. Die übliche Anwendung sieht folgendermaßen aus:

  • Einnahme von einer Tablette täglich über 21 Tage, möglichst zur gleichen Tageszeit
  • Anschließend folgt eine 7-tägige Einnahmepause, in der in der Regel eine Abbruchblutung einsetzt
  • Nach der Pause wird mit einem neuen Blister fortgefahren – unabhängig davon, ob die Blutung noch andauert

Die genaue Vorgehensweise zu Einnahmebeginn, dem Umgang mit vergessenen Tabletten sowie zum Wechsel von anderen Verhütungsmethoden sollte mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen und der Packungsbeilage entnommen werden.

⚠️ Wichtig

Bei Erbrechen oder starkem Durchfall innerhalb weniger Stunden nach der Einnahme kann die Wirkung beeinträchtigt sein. In solchen Fällen sind zusätzliche Verhütungsmaßnahmen ratsam. Wenden Sie sich bei Unsicherheiten an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann Belara Nebenwirkungen hervorrufen, die nicht bei jeder Anwenderin auftreten. Häufiger berichtete Beschwerden sind unter anderem:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Bauchschmerzen
  • Spannungsgefühl oder Schmerzen in der Brust
  • Stimmungsschwankungen
  • Zwischenblutungen, besonders in den ersten Monaten

Ein selteneres, aber ernstzunehmendes Risiko kombinierter hormoneller Verhütungsmittel sind Thrombosen (Blutgerinnsel) in den Venen oder Arterien. Anzeichen können Schmerzen oder Schwellungen in einem Bein, plötzliche Atemnot oder Brustschmerzen sein.

⚠️ Wichtig

Suchen Sie bei Anzeichen einer Thrombose, plötzlichen Sehstörungen, starken Brust- oder Beinschmerzen umgehend ärztliche Hilfe auf. Das Risiko ist unter anderem bei Raucherinnen und mit zunehmendem Alter erhöht.

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Die Wirksamkeit von Belara kann durch andere Arzneimittel beeinflusst werden. Hierzu zählen beispielsweise bestimmte Antiepileptika, einige Antibiotika sowie Präparate mit Johanniskraut. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Mittel, die Sie einnehmen.

Belara darf in bestimmten Fällen nicht angewendet werden. Gegenanzeigen sind unter anderem:

  • bestehende oder frühere Thrombosen sowie erhöhtes Thromboserisiko
  • schwere Lebererkrankungen
  • hormonabhängige Tumoren (z. B. der Brust)
  • ungeklärte Blutungen aus der Scheide
  • bestehende Schwangerschaft

Vor der erstmaligen Verordnung erfolgt in der Regel eine ärztliche Untersuchung sowie eine Abklärung möglicher Risikofaktoren. Die Anwendung von Belara ist grundsätzlich ärztlich abzuklären.

ℹ️ Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt nicht das Gespräch mit medizinischem Fachpersonal. Lesen Sie zudem die Packungsbeilage.

❓ Häufig gestellte Fragen

Bei korrekter und regelmäßiger Einnahme zählt Belara zu den zuverlässigen Verhütungsmethoden. Die Wirksamkeit kann jedoch durch vergessene Tabletten, Erbrechen, Durchfall oder bestimmte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln vermindert werden. Halten Sie sich an das vorgegebene Einnahmeschema.
Das richtige Vorgehen hängt davon ab, wie viel Zeit seit der vergessenen Einnahme vergangen ist und in welcher Einnahmewoche Sie sich befinden. Beachten Sie die Hinweise in der Packungsbeilage und nutzen Sie im Zweifel zusätzliche Verhütungsmaßnahmen. Bei Unsicherheit wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Nein, Belara bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen wie HIV oder Chlamydien. Zum Schutz vor solchen Infektionen sind zusätzliche Maßnahmen wie die Verwendung von Kondomen notwendig.
Kombinierte hormonelle Verhütungsmittel wie Belara können das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen, auch wenn dies insgesamt selten ist. Das Risiko ist bei Raucherinnen, mit zunehmendem Alter und bei bestimmten Vorerkrankungen erhöht. Eine ärztliche Risikoabklärung vor der Anwendung ist wichtig.
Kombinierte Pillen wie Belara werden in der Stillzeit in der Regel nicht empfohlen, da das enthaltene Östrogen die Milchbildung beeinflussen kann. Während einer Schwangerschaft darf Belara nicht angewendet werden. Besprechen Sie geeignete Alternativen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
⚠️ Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Arztbesuch und keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten immer mit einem Arzt oder Apotheker.

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