Biviol ist ein kombiniertes orales Kontrazeptivum (umgangssprachlich „die Pille"), das zur Verhütung einer ungewollten Schwangerschaft eingesetzt wird. Es enthält zwei synthetische Hormone und gehört zur Gruppe der Einphasenpillen. Die Anwendung sollte stets in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen, da eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung notwendig ist.
Was ist Biviol?
Biviol ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel aus der Gruppe der hormonellen Kontrazeptiva. Es wird in Form von Filmtabletten eingenommen und enthält eine feste Kombination aus einem Östrogen und einem Gestagen. Die Tabletten sind für 21 aufeinanderfolgende Tage vorgesehen, gefolgt von einer siebentägigen Einnahmepause.
Wirkstoff & Wirkweise
Biviol enthält die Wirkstoffe Ethinylestradiol (0,035 mg) und Norethisteronacetat (1,0 mg). Diese beiden synthetischen Hormone wirken auf verschiedenen Ebenen zusammen, um eine Schwangerschaft zu verhindern:
- Hemmung des Eisprungs (Ovulationshemmung): Die hormonelle Kombination unterdrückt die Ausschüttung der Hormone LH und FSH aus der Hirnanhangsdrüse, sodass kein Eisprung stattfindet.
- Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim am Muttermund wird zähflüssiger, was das Eindringen von Spermien erschwert.
- Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Die Schleimhaut wird so verändert, dass eine Einnistung einer befruchteten Eizelle unwahrscheinlicher wird.
Ein sicherer Verhütungsschutz ist erst nach vollständiger Einnahme der ersten sieben Tabletten gewährleistet, sofern Biviol am ersten Tag der Regelblutung begonnen wird. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin informiert Sie über den genauen Beginn der Einnahme.
Anwendung & Dosierung
Biviol wird üblicherweise nach folgendem Schema eingenommen:
- Täglich eine Tablette zur gleichen Uhrzeit, vorzugsweise nach einer Mahlzeit oder am Abend, um die Verträglichkeit zu verbessern.
- Die Einnahme erfolgt 21 Tage lang, anschließend folgt eine Pause von 7 Tagen, in der eine Abbruchblutung auftreten kann.
- Nach der 7-tägigen Pause beginnt ein neuer Zyklus mit der Einnahme einer neuen Packung.
Wird eine Tablette vergessen, kann der Verhütungsschutz eingeschränkt sein. Beachten Sie unbedingt die Hinweise im Beipackzettel oder fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wie in diesem Fall vorzugehen ist. Biviol schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Biviol Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jeder Person auftreten müssen. Zu den häufig berichteten Nebenwirkungen zählen:
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Übelkeit, insbesondere zu Beginn der Einnahme
- Stimmungsschwankungen oder Veränderungen der Libido
- Brustspannen oder -schmerzen
- Zwischenblutungen, besonders in den ersten Einnahmemonaten
Seltener, aber ernsthafter sind Auswirkungen auf das Gerinnungssystem. Kombinierte orale Kontrazeptiva erhöhen das Risiko für venöse Thromboembolien (z. B. Thrombosen, Lungenembolie) gegenüber Frauen, die keine Pille einnehmen. Bei Auftreten von starken Schmerzen in den Beinen, Brustschmerzen, Atemnot oder plötzlichen Sehstörungen sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen.
Rauchen erhöht in Kombination mit der Einnahme oraler Kontrazeptiva das Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse erheblich. Dieses Risiko steigt mit dem Alter und der Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Bestimmte Arzneimittel können die Wirkung von Biviol abschwächen und damit den Verhütungsschutz beeinträchtigen. Dazu gehören unter anderem:
- Bestimmte Antibiotika und Antimykotika
- Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Phenytoin)
- Das pflanzliche Mittel Johanniskraut (Hypericum perforatum)
- Bestimmte HIV-Medikamente (antiretrovirale Wirkstoffe)
Biviol darf unter anderem nicht angewendet werden bei:
- Bekannten oder vermuteten thromboembolischen Erkrankungen
- Schwerwiegenden Lebererkrankungen
- Bestehender oder vermuteter Schwangerschaft
- Hormonabhängigen Krebserkrankungen
- Ungeklärten vaginalen Blutungen
Diese Auflistung ist nicht vollständig. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt stets über alle Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Vorerkrankungen, bevor Sie Biviol einnehmen. Nur so kann eine sichere und individuelle Therapieentscheidung getroffen werden.