Geburtenkontrolle

Chariva: Wirkstoff, Anwendung und wichtige Hinweise

Chariva Originalverpackung
💊 Medikamenten-Steckbrief
HandelsnameChariva
Wirkstoff (INN)Ethinylestradiol, Chlormadinonacetat
Darreichungsform0,03 mg Ethinylestradiol / 2 mg Chlormadinonacetat pro Filmtablette
AnwendungsgebietHormonelle Empfängnisverhütung
KategorieGeburtenkontrolle

Chariva ist ein verschreibungspflichtiges kombiniertes hormonelles Verhütungsmittel (Antibabypille), das zur Vermeidung einer Schwangerschaft eingesetzt wird. Es enthält zwei Wirkstoffe, ein Östrogen und ein Gestagen, und gehört damit zu den sogenannten Kombinationspräparaten. Die folgenden Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen nicht das ärztliche Beratungsgespräch. Ob Chariva für Sie geeignet ist, muss in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden.

Was ist Chariva?

Chariva ist eine Mikropille zur oralen Empfängnisverhütung. Eine Packung enthält in der Regel Filmtabletten, die über einen festgelegten Zeitraum eingenommen werden, gefolgt von einer einnahmefreien Pause. Das Präparat wird von einer Ärztin oder einem Arzt verordnet, nachdem die individuelle Eignung und mögliche Risiken geprüft wurden.

ℹ️ Hinweis

Hormonelle Verhütungsmittel schützen nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen wie HIV. Hierfür sind zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Kondome erforderlich.

Wirkstoff & Wirkweise

Chariva kombiniert die Wirkstoffe Ethinylestradiol (ein synthetisches Östrogen) und Chlormadinonacetat (ein Gestagen). Diese Hormone greifen auf mehreren Ebenen in den weiblichen Zyklus ein:

  • Sie hemmen den monatlichen Eisprung (Ovulation).
  • Sie verändern den Schleim im Gebärmutterhals, sodass Spermien schwerer aufsteigen können.
  • Sie beeinflussen die Gebärmutterschleimhaut, was die Einnistung einer befruchteten Eizelle erschwert.

Durch dieses Zusammenspiel wird die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei korrekter Anwendung deutlich gesenkt.

Anwendung & Dosierung

Die genaue Einnahme richtet sich nach den Anweisungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes sowie nach der Packungsbeilage. Üblich ist folgendes Schema:

  • Täglich eine Filmtablette, möglichst zur gleichen Tageszeit, über den vorgegebenen Einnahmezeitraum.
  • Anschließend folgt eine einnahmefreie Pause, in der eine Entzugsblutung auftritt.
  • Danach wird mit der nächsten Packung fortgefahren.

Die regelmäßige Einnahme zur gleichen Zeit ist wichtig für die zuverlässige Wirkung. Wird eine Tablette vergessen, sollten Sie die Hinweise in der Packungsbeilage zum Vorgehen beachten und gegebenenfalls zusätzliche Verhütungsmaßnahmen anwenden.

⚠️ Wichtig

Bei Erbrechen oder starkem Durchfall innerhalb weniger Stunden nach der Einnahme kann die Wirkung beeinträchtigt sein. Beachten Sie in diesem Fall die Anweisungen der Packungsbeilage und besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann Chariva Nebenwirkungen verursachen, die nicht bei jeder Anwenderin auftreten. Mögliche unerwünschte Wirkungen sind unter anderem:

  • Kopfschmerzen, Übelkeit oder Unterleibsschmerzen
  • Spannungsgefühl oder Schmerzen in der Brust
  • Stimmungsschwankungen oder verminderte Libido
  • Zwischenblutungen, besonders in den ersten Anwendungsmonaten
  • Gewichtsveränderungen

Ein seltenes, aber ernstes Risiko kombinierter hormoneller Verhütungsmittel ist die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen, Embolien). Anzeichen wie plötzliche Atemnot, starke Brustschmerzen, einseitige Bein­schwellung oder plötzliche Sehstörungen erfordern sofortige ärztliche Hilfe.

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Verschiedene Arzneimittel können die Wirkung von Chariva beeinflussen oder umgekehrt. Dazu zählen unter anderem bestimmte Antiepileptika, einige Antibiotika, Mittel gegen HIV oder Hepatitis sowie pflanzliche Präparate mit Johanniskraut. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt stets über alle Medikamente, die Sie einnehmen.

Chariva darf nicht angewendet werden bei bestimmten Vorerkrankungen oder Risikofaktoren, beispielsweise:

  • bestehende oder frühere Thrombosen oder Embolien
  • bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • schwere Lebererkrankungen
  • bestimmte hormonabhängige Krebserkrankungen
  • unklare vaginale Blutungen
⚠️ Wichtig

Rauchen erhöht das Risiko schwerwiegender Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen, insbesondere mit zunehmendem Alter. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über Ihre Rauchgewohnheiten und bestehende Risikofaktoren.

Die Eignung von Chariva muss individuell ärztlich beurteilt werden. Lassen Sie sich vor Beginn und während der Anwendung regelmäßig medizinisch beraten und untersuchen.

❓ Häufig gestellte Fragen

Bei korrekter und regelmäßiger Einnahme bietet Chariva als kombiniertes Verhütungsmittel einen hohen Schutz vor einer Schwangerschaft. Anwendungsfehler wie vergessene Tabletten, Erbrechen oder bestimmte Wechselwirkungen können die Wirkung verringern. Die genaue Zuverlässigkeit besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Das richtige Vorgehen hängt davon ab, wie viele Stunden seit der üblichen Einnahmezeit vergangen sind und in welcher Woche der Packung Sie sich befinden. Beachten Sie die genauen Anweisungen in der Packungsbeilage. Im Zweifel kann eine zusätzliche Verhütung sinnvoll sein, klären Sie dies ärztlich ab.
Nein, Chariva bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen wie HIV. Für diesen Schutz sind zusätzliche Maßnahmen wie die Verwendung von Kondomen erforderlich.
Manche Arzneimittel, etwa bestimmte Antiepileptika, Antibiotika oder Johanniskraut, können die Wirkung von Chariva beeinflussen. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Medikamente und Präparate, die Sie verwenden, damit mögliche Wechselwirkungen geprüft werden können.
Bei bestimmten Vorerkrankungen oder Risikofaktoren wie Thrombosen, schweren Lebererkrankungen oder hormonabhängigen Tumoren darf Chariva nicht eingenommen werden. Auch Rauchen kann das Risiko erhöhen. Die individuelle Eignung muss immer ärztlich beurteilt werden.
⚠️ Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Arztbesuch und keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten immer mit einem Arzt oder Apotheker.

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