Chariva ist ein verschreibungspflichtiges kombiniertes hormonelles Verhütungsmittel (Antibabypille), das zur Vermeidung einer Schwangerschaft eingesetzt wird. Es enthält zwei Wirkstoffe, ein Östrogen und ein Gestagen, und gehört damit zu den sogenannten Kombinationspräparaten. Die folgenden Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen nicht das ärztliche Beratungsgespräch. Ob Chariva für Sie geeignet ist, muss in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden.
Was ist Chariva?
Chariva ist eine Mikropille zur oralen Empfängnisverhütung. Eine Packung enthält in der Regel Filmtabletten, die über einen festgelegten Zeitraum eingenommen werden, gefolgt von einer einnahmefreien Pause. Das Präparat wird von einer Ärztin oder einem Arzt verordnet, nachdem die individuelle Eignung und mögliche Risiken geprüft wurden.
Hormonelle Verhütungsmittel schützen nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen wie HIV. Hierfür sind zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Kondome erforderlich.
Wirkstoff & Wirkweise
Chariva kombiniert die Wirkstoffe Ethinylestradiol (ein synthetisches Östrogen) und Chlormadinonacetat (ein Gestagen). Diese Hormone greifen auf mehreren Ebenen in den weiblichen Zyklus ein:
- Sie hemmen den monatlichen Eisprung (Ovulation).
- Sie verändern den Schleim im Gebärmutterhals, sodass Spermien schwerer aufsteigen können.
- Sie beeinflussen die Gebärmutterschleimhaut, was die Einnistung einer befruchteten Eizelle erschwert.
Durch dieses Zusammenspiel wird die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei korrekter Anwendung deutlich gesenkt.
Anwendung & Dosierung
Die genaue Einnahme richtet sich nach den Anweisungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes sowie nach der Packungsbeilage. Üblich ist folgendes Schema:
- Täglich eine Filmtablette, möglichst zur gleichen Tageszeit, über den vorgegebenen Einnahmezeitraum.
- Anschließend folgt eine einnahmefreie Pause, in der eine Entzugsblutung auftritt.
- Danach wird mit der nächsten Packung fortgefahren.
Die regelmäßige Einnahme zur gleichen Zeit ist wichtig für die zuverlässige Wirkung. Wird eine Tablette vergessen, sollten Sie die Hinweise in der Packungsbeilage zum Vorgehen beachten und gegebenenfalls zusätzliche Verhütungsmaßnahmen anwenden.
Bei Erbrechen oder starkem Durchfall innerhalb weniger Stunden nach der Einnahme kann die Wirkung beeinträchtigt sein. Beachten Sie in diesem Fall die Anweisungen der Packungsbeilage und besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Chariva Nebenwirkungen verursachen, die nicht bei jeder Anwenderin auftreten. Mögliche unerwünschte Wirkungen sind unter anderem:
- Kopfschmerzen, Übelkeit oder Unterleibsschmerzen
- Spannungsgefühl oder Schmerzen in der Brust
- Stimmungsschwankungen oder verminderte Libido
- Zwischenblutungen, besonders in den ersten Anwendungsmonaten
- Gewichtsveränderungen
Ein seltenes, aber ernstes Risiko kombinierter hormoneller Verhütungsmittel ist die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen, Embolien). Anzeichen wie plötzliche Atemnot, starke Brustschmerzen, einseitige Beinschwellung oder plötzliche Sehstörungen erfordern sofortige ärztliche Hilfe.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Verschiedene Arzneimittel können die Wirkung von Chariva beeinflussen oder umgekehrt. Dazu zählen unter anderem bestimmte Antiepileptika, einige Antibiotika, Mittel gegen HIV oder Hepatitis sowie pflanzliche Präparate mit Johanniskraut. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt stets über alle Medikamente, die Sie einnehmen.
Chariva darf nicht angewendet werden bei bestimmten Vorerkrankungen oder Risikofaktoren, beispielsweise:
- bestehende oder frühere Thrombosen oder Embolien
- bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- schwere Lebererkrankungen
- bestimmte hormonabhängige Krebserkrankungen
- unklare vaginale Blutungen
Rauchen erhöht das Risiko schwerwiegender Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen, insbesondere mit zunehmendem Alter. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über Ihre Rauchgewohnheiten und bestehende Risikofaktoren.
Die Eignung von Chariva muss individuell ärztlich beurteilt werden. Lassen Sie sich vor Beginn und während der Anwendung regelmäßig medizinisch beraten und untersuchen.