Dienovel ist ein kombiniertes orales Kontrazeptivum (eine sogenannte „Kombinationspille“), das zur hormonellen Empfängnisverhütung eingesetzt wird. Es enthält zwei Wirkstoffe: das Gestagen Dienogest und das Östrogen Ethinylestradiol. Ob dieses Präparat für Sie geeignet ist, sollte stets im Rahmen einer ärztlichen Beratung geklärt werden.
Was ist Dienovel?
Dienovel gehört zur Gruppe der einphasigen Kombinationspillen. Das bedeutet, dass jede wirkstoffhaltige Tablette dieselbe Hormonmenge enthält. Das Präparat wird zur Verhütung einer Schwangerschaft angewendet und ist verschreibungspflichtig. Die Anwendung erfolgt ausschließlich nach ärztlicher Verordnung und individueller Eignungsprüfung.
Eine hormonelle Verhütung schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen. Hierfür sind zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Kondome erforderlich.
Wirkstoff & Wirkweise
Dienovel kombiniert zwei Hormone, die auf unterschiedlichen Wegen zur empfängnisverhütenden Wirkung beitragen:
- Dienogest – ein Gestagen, das vor allem den Eisprung hemmt und die Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut beeinflusst.
- Ethinylestradiol – ein synthetisches Östrogen, das den Zyklus stabilisiert und die Wirkung des Gestagens ergänzt.
Die kombinierte Wirkung beruht im Wesentlichen auf drei Mechanismen: der Unterdrückung des Eisprungs, der Verdickung des Zervixschleims, wodurch das Eindringen von Spermien erschwert wird, sowie Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut. Zusammen senken diese Effekte die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft.
Anwendung & Dosierung
Die genaue Anwendung legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest. Üblicherweise gelten für Kombinationspillen folgende Grundsätze:
- Die Einnahme erfolgt in der Regel täglich zur etwa gleichen Uhrzeit über 21 Tage.
- Anschließend folgt häufig eine einnahmefreie Pause von 7 Tagen, in der meist eine Entzugsblutung auftritt.
- Danach wird mit der nächsten Packung fortgefahren.
Die Tablette sollte unzerkaut mit etwas Flüssigkeit geschluckt werden. Beachten Sie stets die Angaben in der Packungsbeilage und die ärztlichen Anweisungen. Bei vergessener Einnahme oder bei Erbrechen und Durchfall kann der Verhütungsschutz beeinträchtigt sein – in solchen Fällen sollten die Hinweise der Packungsbeilage befolgt und gegebenenfalls zusätzliche Verhütungsmaßnahmen genutzt werden.
Ändern Sie die Dosierung niemals eigenmächtig. Bei Unsicherheiten zur Einnahme oder bei vergessenen Tabletten wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Dienovel Nebenwirkungen verursachen, die nicht bei allen Anwenderinnen auftreten. Mögliche unerwünschte Wirkungen sind unter anderem:
- Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen
- Brustspannen oder Brustschmerzen
- Übelkeit und Bauchbeschwerden
- Zwischenblutungen oder Veränderungen der Blutung
- Gewichtsveränderungen und verminderte Libido
Ein besonders zu beachtendes, wenn auch seltenes Risiko kombinierter hormoneller Verhütungsmittel ist die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen). Anzeichen wie plötzliche Atemnot, starke Schmerzen oder Schwellungen in einem Bein, plötzliche Sehstörungen oder ungewöhnlich starke Kopfschmerzen erfordern umgehende ärztliche Abklärung.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Dienovel darf nicht angewendet werden, wenn bestimmte Risikofaktoren oder Erkrankungen vorliegen. Dazu zählen unter anderem bestehende oder frühere Thrombosen, bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schwere Lebererkrankungen, bestimmte Tumorerkrankungen sowie eine bekannte Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe.
Wechselwirkungen können den Verhütungsschutz herabsetzen oder die Wirkung anderer Arzneimittel verändern. Relevant sind unter anderem:
- bestimmte Antiepileptika
- einige Antibiotika und Antimykotika
- Johanniskraut-Präparate
- bestimmte Mittel gegen HIV oder Hepatitis
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Medikamente und pflanzlichen Mittel, die Sie einnehmen. Rauchen erhöht – insbesondere bei Frauen über 35 Jahren – das Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen.
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt nicht das ärztliche Beratungsgespräch. Die Eignung sowie Beginn und Fortführung der Anwendung sind stets ärztlich abzuklären.