Diovan ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das zur Behandlung von Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) sowie bei Herzinsuffizienz und nach einem Herzinfarkt eingesetzt werden kann. Es enthält den Wirkstoff Valsartan und gehört zur Gruppe der sogenannten Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten (AT1-Blocker). Die Anwendung von Diovan sollte stets ärztlich verordnet und begleitet werden.
Was ist Diovan?
Diovan ist ein Fertigarzneimittel des Herstellers Novartis und wird in verschiedenen Wirkstärken angeboten. Es ist als Filmtablette erhältlich und ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Diovan wird vorwiegend bei Erwachsenen eingesetzt, kann jedoch unter bestimmten Voraussetzungen auch bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren mit Bluthochdruck angewendet werden. Grundlage jeder Anwendung ist eine individuelle ärztliche Beurteilung.
Wirkstoff & Wirkweise
Der Wirkstoff in Diovan ist Valsartan. Dieser hemmt selektiv die Bindung von Angiotensin II an den AT1-Rezeptor. Angiotensin II ist ein körpereigenes Hormon, das die Blutgefäße verengt und dadurch den Blutdruck erhöht. Durch die Blockade dieses Rezeptors wirkt Valsartan gefäßerweiternd und senkt so den Blutdruck. Gleichzeitig kann es die Belastung des Herzens reduzieren, was bei Herzinsuffizienz therapeutisch genutzt wird.
Im Vergleich zu ACE-Hemmern verursacht Valsartan keinen Bradykinin-bedingten Reizhusten, was für manche Patienten ein Vorteil sein kann. Dennoch entscheidet allein der behandelnde Arzt, welches Präparat für den jeweiligen Patienten geeignet ist.
Diovan ist verschreibungspflichtig. Die Einnahme darf nur nach ärztlicher Verordnung und gemäß den Anweisungen des Arztes oder der Ärztin erfolgen.
Anwendung & Dosierung
Die Dosierung von Diovan wird individuell vom Arzt festgelegt und richtet sich nach dem Anwendungsgebiet, dem Schweregrad der Erkrankung sowie dem Ansprechen auf die Therapie. Typische Dosierungen für Erwachsene sind:
- Bluthochdruck: Übliche Startdosis 80 mg einmal täglich, ggf. Steigerung auf 160 mg oder 320 mg täglich.
- Herzinsuffizienz: Startdosis in der Regel 40 mg zweimal täglich, schrittweise Erhöhung möglich.
- Nach Herzinfarkt: Startdosis 20 mg zweimal täglich, Steigerung nach ärztlicher Vorgabe.
Die Tabletten werden unabhängig von den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen. Eine regelmäßige Einnahme zur selben Tageszeit ist empfehlenswert. Die Dosierung darf nicht eigenmächtig verändert oder die Einnahme abgebrochen werden, ohne vorher Rücksprache mit dem Arzt zu halten.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Diovan Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jedem Patienten auftreten. Zu den häufig berichteten Nebenwirkungen zählen:
- Schwindel und Benommenheit, insbesondere zu Beginn der Therapie
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Hyperkaliämie (erhöhter Kaliumspiegel im Blut)
- Nierenfunktionsstörungen
Seltenere, aber ernst zu nehmende Nebenwirkungen umfassen Angioödeme (plötzliche Schwellungen im Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen) sowie einen starken Blutdruckabfall. Bei Auftreten solcher Symptome ist umgehend ärztliche Hilfe zu suchen.
Diovan darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, da es das ungeborene Kind schädigen kann. Patientinnen, die schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, sollten dies unbedingt mit ihrem Arzt besprechen.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Diovan kann mit einer Reihe anderer Arzneimittel wechselwirken. Besondere Vorsicht ist geboten bei:
- Kaliumsparenden Diuretika oder Kaliumpräparaten (Risiko einer Hyperkaliämie)
- Anderen blutdrucksenkenden Mitteln (verstärkte Blutdrucksenkung möglich)
- Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac (mögliche Abschwächung der blutdrucksenkenden Wirkung sowie erhöhtes Risiko für Nierenfunktionsstörungen)
- Lithiumpräparaten (erhöhte Lithiumspiegel im Blut möglich)
Diovan darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Valsartan oder einen der sonstigen Bestandteile, bei schwerer Leberinsuffizienz sowie – wie bereits erwähnt – in der Schwangerschaft. Die gleichzeitige Anwendung mit Aliskiren bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion ist ebenfalls kontraindiziert. Eine vollständige Beurteilung möglicher Kontraindikationen erfolgt durch den behandelnden Arzt.