Geburtenkontrolle

Enriqa – Informationen zu Wirkstoff, Anwendung und Hinweisen

Enriqa Originalverpackung
💊 Medikamenten-Steckbrief
HandelsnameEnriqa
Wirkstoff (INN)Ethinylestradiol / Levonorgestrel
Darreichungsform0,02 mg Ethinylestradiol / 0,10 mg Levonorgestrel (täglich, oral)
AnwendungsgebietHormonale Kontrazeption (Verhütung)
KategorieGeburtenkontrolle

Enriqa ist ein kombiniertes orales Kontrazeptivum (Verhütungspille), das zur hormonalen Empfängnisverhütung eingesetzt wird. Es enthält die beiden Wirkstoffe Ethinylestradiol und Levonorgestrel und gehört zur Gruppe der niedrig dosierten Mikropillen. Die Anwendung sollte stets in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen.

Was ist Enriqa?

Enriqa ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel aus der Gruppe der kombinierten oralen Kontrazeptiva. Es wird zur Verhütung einer ungewollten Schwangerschaft eingesetzt. Die Pille enthält eine Kombination aus einem synthetischen Östrogen (Ethinylestradiol) und einem Gestagen (Levonorgestrel) in niedrigen Dosierungen. Enriqa ist als Monophasenpräparat konzipiert, das heißt, alle Tabletten einer Packung enthalten die gleiche Hormondosis.

Wirkstoff & Wirkweise

Die Verhütungswirkung von Enriqa beruht auf dem Zusammenspiel der beiden enthaltenen Hormone:

  • Ethinylestradiol ist ein synthetisches Östrogen, das gemeinsam mit dem Gestagen den Eisprung (Ovulation) hemmt.
  • Levonorgestrel ist ein synthetisches Gestagen, das den Zervixschleim verdickt und dadurch das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter erschwert. Zudem wird die Gebärmutterschleimhaut so verändert, dass eine Einnistung einer befruchteten Eizelle unwahrscheinlicher wird.

Durch das Zusammenwirken dieser Mechanismen wird eine zuverlässige kontrazeptive Wirkung erzielt, sofern die Tabletten regelmäßig und korrekt eingenommen werden.

ℹ️ Hinweis

Enriqa schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen (STIs). Für diesen Schutz ist zusätzlich die Verwendung von Kondomen erforderlich.

Anwendung & Dosierung

Enriqa wird in der Regel täglich über einen Zeitraum von 21 Tagen eingenommen, gefolgt von einer 7-tägigen Einnahmepause. Während der Pause tritt in der Regel eine Abbruchblutung auf. Danach beginnt ein neuer Zyklus mit der nächsten Packung. Die Tablette sollte jeden Tag zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden, um eine gleichmäßige Hormonkonzentration im Blut sicherzustellen.

  • Einnahmebeginn: In der Regel am ersten Tag der Menstruation oder nach Anweisung der Ärztin bzw. des Arztes.
  • Vergessene Tablette: Wird eine Tablette vergessen, ist die Verhütungssicherheit möglicherweise eingeschränkt. Die Packungsbeilage und ärztliche Beratung geben hier genaue Hinweise.
  • Wechsel von einem anderen Verhütungsmittel: Beim Umstieg von einem anderen Kontrazeptivum sind spezifische Hinweise der Ärztin oder des Arztes zu beachten.
⚠️ Wichtig

Die Einnahme von Enriqa muss ärztlich abgeklärt werden. Vor der Verschreibung werden Gesundheitsrisiken wie Bluthochdruck, Gerinnungsstörungen oder familiäre Vorbelastungen sorgfältig bewertet.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann Enriqa Nebenwirkungen haben. Nicht alle Anwenderinnen sind davon betroffen. Zu den häufig berichteten Nebenwirkungen zählen:

  • Übelkeit, Kopfschmerzen oder Brustspannen, insbesondere zu Beginn der Einnahme
  • Zwischenblutungen oder Veränderungen der Menstruationsstärke
  • Stimmungsschwankungen oder vermindertes sexuelles Verlangen
  • Gewichtsveränderungen

Seltener, aber schwerwiegender sind thromboembolische Ereignisse (z. B. Thrombosen oder Lungenembolie). Bei Auftreten von starken Brustschmerzen, Atemnot, einseitigen Beinschmerzen oder Sehstörungen sollte sofort ärztliche Hilfe aufgesucht werden.

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Enriqa kann Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln eingehen. Bestimmte Medikamente können die Verhütungswirkung abschwächen, darunter:

  • Einige Antibiotika (z. B. Rifampicin)
  • Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Phenytoin)
  • Bestimmte HIV-Medikamente und Antimykotika
  • Johanniskraut-haltige Präparate

Enriqa darf unter anderem nicht angewendet werden bei:

  • Bekannter oder vermuteter Schwangerschaft
  • Bestehenden oder früheren thromboembolischen Erkrankungen
  • Schweren Lebererkrankungen
  • Hormonabhängigen Tumoren
  • Ungeklärten Vaginalblutungen
ℹ️ Hinweis

Diese Auflistung ist nicht vollständig. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt stets über alle Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und Vorerkrankungen, bevor Sie Enriqa einnehmen.

❓ Häufig gestellte Fragen

Ja, Enriqa ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel und darf nur nach ärztlicher Verordnung abgegeben werden. Vor der Verschreibung führt die Ärztin oder der Arzt eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung durch. Eine Selbstmedikation ist nicht möglich.
Bei korrekter und regelmäßiger Einnahme gilt die kombinierte Pille als sehr zuverlässige Verhütungsmethode. Der Pearl-Index liegt bei typischer Anwendung unter einem. Wird eine Tablette vergessen oder werden die Einnahmeregeln nicht eingehalten, kann die Sicherheit deutlich sinken.
Nach dem Absetzen von Enriqa kehrt die Fruchtbarkeit in der Regel innerhalb weniger Zyklen zurück. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg für eine dauerhafte Beeinträchtigung der Fertilität durch die Pille. Bei ausbleibender Menstruation nach dem Absetzen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Bei einer vergessenen Tablette hängen die empfohlenen Maßnahmen davon ab, wann und wie lange die Einnahme versäumt wurde. Die genauen Hinweise finden sich in der Packungsbeilage von Enriqa. Im Zweifelsfall sollte eine Ärztin oder ein Arzt kontaktiert werden, um das weitere Vorgehen abzuklären.
Nein, Enriqa schützt ausschließlich vor einer ungewollten Schwangerschaft, nicht jedoch vor sexuell übertragbaren Infektionen wie HIV, Chlamydien oder Gonorrhö. Um sich vor solchen Infektionen zu schützen, ist zusätzlich die Verwendung von Kondomen notwendig. Dies gilt insbesondere bei wechselnden Sexualpartnern.
⚠️ Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Arztbesuch und keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten immer mit einem Arzt oder Apotheker.

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