Feanolla ist ein hormonales Verhütungsmittel aus der Gruppe der sogenannten Minipillen. Es enthält den Wirkstoff Desogestrel und wird zur Empfängnisverhütung bei Frauen eingesetzt. Im Gegensatz zu kombinierten oralen Kontrazeptiva enthält Feanolla kein Östrogen, was es für bestimmte Personengruppen zu einer möglichen Alternative machen kann. Die Anwendung sollte stets in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen.
Was ist Feanolla?
Feanolla gehört zur Gruppe der Gestagenpräparate und wird als Minipille klassifiziert. Die Tabletten enthalten 75 Mikrogramm Desogestrel als einzigen Wirkstoff. Das Präparat ist verschreibungspflichtig und wird in der Regel in Packungen zu 28 Tabletten abgegeben, die täglich und ohne Pause eingenommen werden. Feanolla ist ausschließlich für Frauen im gebärfähigen Alter bestimmt.
Wirkstoff & Wirkweise
Der Wirkstoff Desogestrel ist ein synthetisches Gestagen (Gelbkörperhormon). Die empfängnisverhütende Wirkung von Feanolla beruht auf mehreren Mechanismen:
- Hemmung des Eisprungs (Ovulationshemmung): Im Unterschied zu herkömmlichen Minipillen hemmt Desogestrel in der Dosierung von 75 Mikrogramm zuverlässig den Eisprung bei den meisten Anwenderinnen.
- Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim im Gebärmutterhals wird eingedickt, sodass Spermien erschwert in die Gebärmutter gelangen können.
- Beeinflussung der Gebärmutterschleimhaut: Die Schleimhaut verändert sich so, dass eine Einnistung einer befruchteten Eizelle unwahrscheinlicher wird.
Durch das Fehlen von Östrogen wird eine östrogenbedingte Beeinflussung des Kreislaufs vermieden, was bei bestimmten Vorerkrankungen oder Kontraindikationen gegen Östrogene relevant sein kann.
Die Eignung von Feanolla für Ihre individuelle Situation kann nur eine Ärztin oder ein Arzt beurteilen. Eine ärztliche Beratung vor der Anwendung ist unbedingt erforderlich.
Anwendung & Dosierung
Feanolla wird als eine Tablette täglich eingenommen, möglichst zur gleichen Tageszeit. Es gibt keine Einnahmepause zwischen den Packungen – nach der letzten Tablette einer Packung wird sofort mit der nächsten begonnen. Das Einhalten des täglichen Einnahmezeitpunkts ist wichtig für die Zuverlässigkeit der Verhütung.
- Die Tablette wird unzerkaut mit etwas Flüssigkeit geschluckt.
- Bei Beginn der Anwendung gibt die Packungsbeilage genaue Anweisungen, ab wann der Verhütungsschutz einsetzt.
- Wird eine Tablette mehr als 12 Stunden zu spät eingenommen, kann der Verhütungsschutz vermindert sein – in diesem Fall sind zusätzliche Verhütungsmaßnahmen für 48 Stunden zu empfehlen.
Erbrechen oder schwere Durchfallerkrankungen innerhalb von 3–4 Stunden nach der Einnahme können die Aufnahme des Wirkstoffs beeinträchtigen. Handeln Sie in diesem Fall wie bei einer vergessenen Tablette und konsultieren Sie bei Unsicherheiten Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Feanolla Nebenwirkungen verursachen. Nicht jede Anwenderin ist davon betroffen. Zu den häufig berichteten Nebenwirkungen zählen:
- Unregelmäßige Menstruationsblutungen oder Zwischenblutungen
- Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe)
- Akne, Stimmungsschwankungen oder Libidoveränderungen
- Übelkeit, Kopfschmerzen oder Brustspannen
- Gewichtsveränderungen
Eine vollständige Auflistung aller möglichen Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Feanolla darf nicht angewendet werden bei:
- Bestehender oder vermuteter Schwangerschaft
- Ungeklärten Vaginalblutungen
- Bekannten oder vermuteten gestagenabhängigen Tumoren
- Schweren Lebererkrankungen
- Überempfindlichkeit gegenüber Desogestrel oder einem der sonstigen Bestandteile
Bestimmte Arzneimittel können die Wirksamkeit von Feanolla beeinflussen, darunter einige Antiepileptika (z. B. Phenytoin, Carbamazepin), Rifampicin sowie pflanzliche Präparate wie Johanniskraut. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt stets über alle eingenommenen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.
Feanolla schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen. Zur Vorbeugung von STIs ist zusätzlich die Verwendung von Kondomen notwendig.