Geburtenkontrolle

Femikadin – Informationen zu Wirkstoff, Anwendung und Hinweisen

Femikadin Originalverpackung
💊 Medikamenten-Steckbrief
HandelsnameFemikadin
Wirkstoff (INN)Levonorgestrel / Ethinylestradiol
DarreichungsformEine Tablette täglich, 21 Tage, anschließend 7 Tage Pause
AnwendungsgebietOrale Kontrazeption (Empfängnisverhütung)
KategorieGeburtenkontrolle

Femikadin ist ein kombiniertes orales Kontrazeptivum, das zur Verhütung einer Schwangerschaft eingesetzt wird. Es enthält zwei synthetische Hormone und gehört zu den sogenannten Kombinationspillen. Die Anwendung sollte stets in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen, da eine individuelle medizinische Beurteilung notwendig ist.

Was ist Femikadin?

Femikadin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel aus der Gruppe der hormonellen Verhütungsmittel. Es wird zur oralen Kontrazeption eingesetzt und gehört zur Klasse der niedrig dosierten kombinierten oralen Kontrazeptiva. Das Präparat enthält eine festgelegte Kombination aus einem Gestagen und einem Östrogen, die zusammen die Verhütungswirkung entfalten. Die Einnahme erfolgt nach einem festen Schema, das von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt erklärt wird.

Wirkstoff & Wirkweise

Femikadin enthält die Wirkstoffe Levonorgestrel (ein synthetisches Gestagen) und Ethinylestradiol (ein synthetisches Östrogen). Diese beiden Hormone wirken auf verschiedenen Ebenen zusammen:

  • Hemmung des Eisprungs (Ovulationshemmung): Die Kombination der Hormone unterdrückt die für den Eisprung notwendige Hormonausschüttung in der Hirnanhangdrüse.
  • Veränderung des Gebärmutterschleims: Der Zervixschleim wird zähflüssiger, was das Eindringen von Spermien erschwert.
  • Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Die Schleimhaut wird so verändert, dass eine Einnistung einer befruchteten Eizelle unwahrscheinlicher wird.
ℹ️ Hinweis

Die verhütende Wirkung von Femikadin ist nur bei regelmäßiger und korrekter Einnahme gewährleistet. Vergessene Tabletten oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln können die Sicherheit beeinträchtigen.

Anwendung & Dosierung

Femikadin wird nach dem klassischen 21/7-Schema eingenommen: 21 Tage lang wird täglich eine Tablette zur gleichen Tageszeit eingenommen, gefolgt von einer sieben Tage langen Einnahmepause. Während der Pause tritt in der Regel eine Abbruchblutung auf. Nach den sieben Pausentagen beginnt eine neue Packung, unabhängig davon, ob die Blutung noch anhält.

Die erste Tablette wird in der Regel am ersten Tag der Menstruation eingenommen. Beginnt die Einnahme zu einem anderen Zeitpunkt, sollten zusätzliche Verhütungsmaßnahmen (z. B. Kondome) für die ersten sieben Tage angewendet werden. Die genaue Vorgehensweise ist mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt zu besprechen.

⚠️ Wichtig

Bei Erbrechen oder Durchfall innerhalb von drei bis vier Stunden nach der Einnahme kann die Wirkstoffaufnahme beeinträchtigt sein. In diesem Fall sollte wie bei einer vergessenen Tablette vorgegangen werden. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Femikadin Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jeder Person auftreten müssen. Häufig berichtete Nebenwirkungen umfassen:

  • Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen
  • Brustspannen oder -schmerzen
  • Zwischenblutungen, insbesondere in den ersten Einnahmemonaten
  • Veränderte Libido

Seltenere, aber schwerwiegende Nebenwirkungen können Thrombosen (Blutgerinnsel) in Venen oder Arterien sein. Zeichen hierfür können Schmerzen oder Schwellungen in den Beinen, plötzliche Atemnot, Brustschmerzen oder neurologische Symptome sein. In einem solchen Fall ist sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Femikadin darf nicht angewendet werden bei bekannten oder vermuteten Thrombosen, bestimmten Herzerkrankungen, schwerem Bluthochdruck, Lebererkrankungen, ungeklärten Vaginalblutungen, bekannter oder vermuteter Schwangerschaft sowie bei hormonabhängigen Tumoren.

Verschiedene Arzneimittel können die Wirksamkeit von Femikadin herabsetzen oder erhöhen. Dazu gehören unter anderem:

  • Bestimmte Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Phenytoin)
  • Bestimmte Antibiotika (z. B. Rifampicin)
  • Johanniskraut-haltige Präparate
  • Bestimmte HIV-Medikamente (Antiretrovirale)
ℹ️ Hinweis

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt sowie Ihre Apotheke stets über alle Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzlichen Präparate, die Sie einnehmen. Nur so können mögliche Wechselwirkungen rechtzeitig erkannt werden.

❓ Häufig gestellte Fragen

Femikadin ist grundsätzlich für Frauen im gebärfähigen Alter geeignet, die eine hormonelle Verhütung wünschen. Die Eignung ist jedoch individuell und muss von einer Ärztin oder einem Arzt beurteilt werden. Bei bestimmten Vorerkrankungen, wie Thrombosen oder Lebererkrankungen, darf das Präparat nicht angewendet werden.
Nein, Femikadin schützt ausschließlich vor einer ungewollten Schwangerschaft, nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen wie HIV oder Chlamydien. Zum Schutz vor Infektionen sollten zusätzlich Barrieremethoden wie Kondome verwendet werden.
Wenn eine Tablette vergessen wurde, sollte sie so bald wie möglich nachgeholt werden, sobald Sie es bemerken. Je nachdem, in welcher Einnahmewoche dies passiert, können zusätzliche Verhütungsmaßnahmen notwendig sein. Die genauen Anweisungen entnehmen Sie bitte dem Beipackzettel oder besprechen Sie diese mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Nach dem Absetzen von Femikadin kehrt die Fruchtbarkeit in der Regel innerhalb weniger Zyklen zurück. Eine dauerhafte Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit durch die Einnahme ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht zu erwarten. Sollte nach dem Absetzen über mehrere Monate keine Menstruation eintreten, empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung.
Ja, regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind während der Einnahme von Femikadin empfehlenswert. Die Ärztin oder der Arzt kann so mögliche Risiken frühzeitig erkennen und die weitere Eignung des Präparats beurteilen. In der Regel werden jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen empfohlen.
⚠️ Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Arztbesuch und keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten immer mit einem Arzt oder Apotheker.

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