Geburtenkontrolle

Femovan – Informationen zu Wirkstoff, Anwendung und Nebenwirkungen

Femovan Originalverpackung
💊 Medikamenten-Steckbrief
HandelsnameFemovan
Wirkstoff (INN)Ethinylestradiol / Gestoden
Darreichungsform1 Tablette täglich (0,03 mg Ethinylestradiol + 0,075 mg Gestoden)
AnwendungsgebietOrale Kontrazeption (Empfängnisverhütung)
KategorieGeburtenkontrolle

Femovan ist ein kombiniertes orales Kontrazeptivum ("Pille"), das zur Verhütung einer Schwangerschaft eingesetzt wird. Es enthält zwei synthetische Hormone und gehört zu den sogenannten Einphasenpräparaten, bei denen jede Tablette die gleiche Hormondosis enthält. Die Anwendung sollte stets in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen.

Was ist Femovan?

Femovan ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel aus der Gruppe der kombinierten oralen Kontrazeptiva. Es wird zur Empfängnisverhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter eingesetzt. Jede Tablette enthält eine fest definierte Menge der beiden Wirkstoffe Ethinylestradiol und Gestoden. Das Präparat ist in Blisterpackungen mit 21 Tabletten erhältlich, die einem bestimmten Einnahmeschema folgen.

Wirkstoff & Wirkweise

Femovan enthält die Kombination aus Ethinylestradiol (0,03 mg), einem synthetischen Östrogen, und Gestoden (0,075 mg), einem synthetischen Gestagen der dritten Generation. Diese beiden Wirkstoffe entfalten ihre verhütende Wirkung auf mehreren Ebenen:

  • Hemmung des Eisprungs (Ovulationshemmung): Die Hormongabe unterdrückt die Ausschüttung von Hormonen aus der Hirnanhangdrüse, wodurch die Eizellreifung und der Eisprung verhindert werden.
  • Veränderung des Gebärmutterschleims: Der Zervixschleim wird zähflüssiger, was das Eindringen von Spermien erschwert.
  • Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Die Schleimhaut wird so verändert, dass eine Einnistung einer befruchteten Eizelle erschwert wird.
ℹ️ Hinweis

Die kontrazeptive Sicherheit von Femovan ist hoch, sofern die Tabletten korrekt und regelmäßig eingenommen werden. Der Pearl-Index liegt bei korrekter Anwendung unter 1. Dennoch bietet kein Verhütungsmittel einen 100-prozentigen Schutz.

Anwendung & Dosierung

Femovan wird nach einem festgelegten Schema eingenommen:

  • Täglich eine Tablette zur gleichen Uhrzeit, vorzugsweise abends oder nach den Mahlzeiten.
  • Die Einnahme erfolgt 21 Tage lang ohne Unterbrechung.
  • Danach folgt eine 7-tägige Einnahmepause, in der eine Abbruchblutung auftreten kann.
  • Nach der Pause beginnt der nächste Einnahmezyklus, unabhängig davon, ob die Blutung noch andauert.

Die erste Tablette wird in der Regel am ersten Tag der Monatsblutung eingenommen. Bei einem späteren Beginn (z. B. am zweiten bis fünften Zyklustag) sollte in den ersten sieben Tagen zusätzlich verhütet werden. Genaue Hinweise zur Einnahme entnehmen Sie bitte dem Beipackzettel und besprechen Sie diese mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

⚠️ Wichtig

Vergessene Tabletten können die Verhütungssicherheit beeinträchtigen. Konsultieren Sie bei Unsicherheiten den Beipackzettel oder ärztliches Fachpersonal. Femovan schützt nicht vor sexuell übertragbaren Erkrankungen.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Femovan Nebenwirkungen verursachen. Häufig berichtete Nebenwirkungen umfassen:

  • Übelkeit, Kopfschmerzen oder Brustspannungsgefühl
  • Stimmungsschwankungen oder Libidoveränderungen
  • Zwischenblutungen, insbesondere zu Beginn der Einnahme
  • Gewichtsveränderungen

Seltener, aber medizinisch bedeutsam, ist das erhöhte Risiko für venöse Thromboembolien (Blutgerinnsel). Dieses Risiko ist bei Präparaten mit Gestoden der dritten Generation im Vergleich zu älteren Gestagenen leicht erhöht. Sollten Sie Symptome wie Beinschmerzen, Atemnot oder Brustschmerzen bemerken, suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf.

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Femovan darf nicht eingenommen werden bei:

  • Bekannten oder früheren Thrombosen oder Thromboembolien
  • Schwerwiegenden Lebererkrankungen
  • Bestehender oder vermuteter Schwangerschaft
  • Hormonabhängigen Tumorerkrankungen
  • Ungeklärten Vaginalblutungen

Wechselwirkungen können unter anderem auftreten mit:

  • Bestimmten Antibiotika und Antimykotika
  • Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Phenytoin)
  • Johanniskraut-haltigen Präparaten
  • Antiretroviralen Medikamenten (z. B. bei HIV-Therapie)
ℹ️ Hinweis

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt stets über alle Medikamente, die Sie einnehmen – einschließlich pflanzlicher Präparate und Nahrungsergänzungsmittel. Nur so können mögliche Wechselwirkungen sicher beurteilt werden.

❓ Häufig gestellte Fragen

Bei korrekter und regelmäßiger Einnahme gilt Femovan als sehr sicheres Verhütungsmittel mit einem Pearl-Index unter 1. Das bedeutet, dass von 100 Frauen, die Femovan ein Jahr lang korrekt anwenden, statistisch weniger als eine schwanger wird. Eine absolute Sicherheit bietet jedoch kein Verhütungsmittel.
Wenn Sie eine Tablette vergessen haben, sollten Sie diese so bald wie möglich nachnehmen, sofern nicht mehr als 12 Stunden vergangen sind. Bei einer Verzögerung von mehr als 12 Stunden kann die Verhütungssicherheit beeinträchtigt sein, und es wird empfohlen, für die nächsten 7 Tage zusätzlich zu verhüten. Detaillierte Hinweise finden Sie im Beipackzettel oder erhalten Sie von Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.
Wenn Sie Femovan am ersten Tag Ihrer Menstruation beginnen, ist die Verhütungswirkung sofort gegeben. Bei einem späteren Einnahmebeginn (zweiter bis fünfter Zyklustag) sollten Sie in den ersten 7 Einnahmetagen zusätzlich verhüten, zum Beispiel mit Kondomen. Besprechen Sie den optimalen Einnahmebeginn mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Femovan ist offiziell zur Empfängnisverhütung zugelassen. Einige Frauen berichten, dass kombinierte hormonelle Kontrazeptiva wie Femovan Menstruationsbeschwerden lindern können. Ob Femovan für Ihre individuelle Situation geeignet ist, sollte jedoch ausschließlich ärztlich beurteilt werden.
Ein bedeutsames Risiko bei der Einnahme von Femovan ist die leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit für venöse Thromboembolien, also Blutgerinnsel in den Venen. Dieses Risiko besteht insbesondere bei Raucherinnen, Frauen über 35 Jahren und bei bekannten Gerinnungsstörungen. Vor der Einnahme sollte daher eine ärztliche Untersuchung und Risikoabwägung stattfinden.
⚠️ Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Arztbesuch und keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten immer mit einem Arzt oder Apotheker.

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