Flutiform ist ein verschreibungspflichtiges Kombinationspräparat in Form eines Dosieraerosols, das zur Langzeitbehandlung von Asthma bronchiale eingesetzt wird. Es enthält zwei Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkprinzipien, die gemeinsam auf die entzündlichen und bronchospastischen Komponenten der Erkrankung einwirken. Die Anwendung sollte stets unter ärztlicher Aufsicht und nach individueller Verordnung erfolgen.
Was ist Flutiform?
Flutiform ist ein inhalatives Kombinationspräparat, das die Wirkstoffe Fluticasonpropionat (ein inhalatives Kortikosteroid) und Formoterolhemifumarat (ein langwirksamer Beta-2-Agonist, kurz LABA) vereint. Es ist zugelassen zur regelmäßigen Behandlung von Asthma bronchiale bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, wenn die alleinige Anwendung eines inhalativen Kortikosteroids nicht ausreicht. Flutiform wird nicht zur Behandlung akuter Asthmaanfälle eingesetzt – hierfür ist stets ein schnell wirksames Notfallspray erforderlich.
Flutiform ersetzt kein Notfallmedikament. Halten Sie stets ein kurzwirksames bronchienerweiterndes Inhalationsmittel (Reliever) bereit und besprechen Sie dessen Einsatz mit Ihrem Arzt.
Wirkstoff & Wirkweise
Die therapeutische Wirkung von Flutiform beruht auf dem Zusammenspiel zweier komplementär wirkender Substanzen:
- Fluticasonpropionat ist ein inhalatives Kortikosteroid, das entzündliche Prozesse in den Atemwegen hemmt, die Schleimhautschwellung reduziert und die bronchiale Überempfindlichkeit verringert. Es wirkt nicht sofort, sondern entfaltet seine volle Wirkung nach regelmäßiger Anwendung über mehrere Tage.
- Formoterolhemifumarat ist ein langwirksamer Beta-2-Agonist, der die glatte Muskulatur der Bronchien entspannt und so die Atemwege erweitert. Die bronchienerweiternde Wirkung setzt innerhalb weniger Minuten ein und hält bis zu 12 Stunden an.
Die Kombination beider Wirkstoffe in einem Inhalator verbessert die Therapietreue und ermöglicht eine aufeinander abgestimmte Wirkung auf Entzündung und Bronchospasmus.
Anwendung & Dosierung
Flutiform ist als Dosieraerosol erhältlich und wird inhaliert. Die korrekte Inhalationstechnik ist entscheidend für den Therapieerfolg; Ihr Arzt oder Ihr Apotheker kann Ihnen die richtige Handhabung erklären und demonstrieren. Flutiform ist in drei Wirkstärkestufen verfügbar (50/5 µg, 125/5 µg und 250/10 µg pro Hub), die je nach Schweregrad des Asthmas verordnet werden.
- Die übliche Dosierung beträgt 2 Hübe zweimal täglich (morgens und abends).
- Schütteln Sie den Inhalator vor jedem Gebrauch gut.
- Atmen Sie nach der Inhalation langsam aus und halten Sie die Luft kurz an.
- Spülen Sie nach jeder Anwendung Mund und Rachen mit Wasser, um das Risiko einer Pilzinfektion (Mundsoor) zu verringern.
Ändern Sie die Dosierung niemals eigenmächtig und setzen Sie Flutiform nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab. Ein abruptes Absetzen kann zu einer Verschlechterung der Asthmasymptome führen.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Flutiform Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei allen Anwenderinnen und Anwendern auftreten müssen. Häufig berichtete Nebenwirkungen umfassen:
- Heiserkeit und Stimmveränderungen (Dysphonie)
- Pilzinfektionen im Mund- und Rachenraum (oropharyngeale Candidiasis)
- Kopfschmerzen
- Zittern (Tremor), Herzrasen oder Herzklopfen – insbesondere zu Beginn der Therapie
Seltener können schwerwiegendere Reaktionen auftreten, darunter paradoxer Bronchospasmus (Verkrampfung der Atemwege unmittelbar nach der Inhalation) oder Überempfindlichkeitsreaktionen. Treten ungewöhnliche oder belastende Nebenwirkungen auf, informieren Sie umgehend Ihren Arzt.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Flutiform darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Fluticasonpropionat, Formoterol oder einen der sonstigen Bestandteile des Präparats. Besondere Vorsicht ist geboten bei:
- Herzrhythmusstörungen oder anderen schwerwiegenden Herzerkrankungen
- Unkontrollierter Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
- Schwerer Niereninsuffizienz
- Schwangerschaft und Stillzeit – eine ärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung ist erforderlich
Relevante Wechselwirkungen können mit folgenden Arzneimittelgruppen bestehen: Beta-Blocker (können die Wirkung von Formoterol abschwächen), starke CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol (können den Fluticasonspiegel erhöhen), andere adrenerge Arzneimittel sowie bestimmte Diuretika. Informieren Sie Ihren Arzt stets über alle Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzlichen Präparate, die Sie einnehmen.
Die hier bereitgestellten Informationen ersetzen nicht das Gespräch mit einem Arzt oder Apotheker. Lesen Sie vor der Anwendung stets die Packungsbeilage sorgfältig durch und wenden Sie sich bei Fragen an medizinisches Fachpersonal.