Geburtenkontrolle

Ginoring – Informationen zum Verhütungsring

Ginoring Originalverpackung
💊 Medikamenten-Steckbrief
HandelsnameGinoring
Wirkstoff (INN)Etonogestrel / Ethinylestradiol
Darreichungsform0,120 mg/0,015 mg pro 24 Stunden (Freisetzungsrate)
AnwendungsgebietHormonelle Kontrazeption bei Frauen im gebärfähigen Alter
KategorieGeburtenkontrolle

Ginoring ist ein flexibler, transparenter Vaginalring zur hormonellen Verhütung. Er wird einmal monatlich in die Scheide eingeführt und gibt kontinuierlich eine niedrige Dosis zweier Hormone ab, die eine Schwangerschaft verhindern. Wie bei allen hormonellen Verhütungsmitteln ist eine individuelle ärztliche Beratung vor der Anwendung unbedingt empfohlen.

Was ist Ginoring?

Ginoring ist ein kombinierbarer, verschreibungspflichtiger Vaginalring, der zur Gruppe der kombinierten hormonellen Kontrazeptiva gehört. Der weiche Ring hat einen Durchmesser von etwa 54 mm und wird für drei Wochen in der Scheide belassen, gefolgt von einer einwöchigen Pause. Er ist eine Alternative zu täglichen Verhütungspillen und bietet durch seine lokale Anwendung eine gleichmäßige Hormonabgabe.

Wirkstoff & Wirkweise

Ginoring enthält zwei synthetische Hormone: Etonogestrel (ein Gestagen) und Ethinylestradiol (ein Östrogen). Pro 24 Stunden werden durchschnittlich 0,120 mg Etonogestrel und 0,015 mg Ethinylestradiol freigesetzt.

Die empfängnisverhütende Wirkung beruht auf mehreren Mechanismen:

  • Hemmung des Eisprungs (Ovulationshemmung): Die Hormongabe unterdrückt die Ausschüttung der körpereigenen Hormone LH und FSH, sodass kein Ei heranreift und freigesetzt wird.
  • Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim im Gebärmutterhals wird zähflüssiger, was das Eindringen von Spermien erschwert.
  • Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Die Schleimhaut wird so verändert, dass eine Einnistung einer befruchteten Eizelle weniger wahrscheinlich ist.
ℹ️ Hinweis

Ginoring schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen (STIs). Zur Vorbeugung von STIs ist zusätzlich die Verwendung von Kondomen notwendig.

Anwendung & Dosierung

Der Ring wird von der Anwenderin selbst vaginal eingeführt. Der genaue Einführzeitpunkt im Zyklus ist für die Verhütungssicherheit entscheidend und sollte ärztlich besprochen werden.

  • Der Ring verbleibt 21 Tage (3 Wochen) in der Scheide.
  • Danach wird er entfernt und es folgt eine 7-tägige ringfreie Pause, in der in der Regel eine Entzugsblutung eintritt.
  • Nach der Pause wird ein neuer Ring eingesetzt.

Der Ring muss nicht in einer bestimmten Position gehalten werden – er passt sich der Anatomie der Scheide an. Sollte der Ring unbeabsichtigt herausfallen, ist er mit lauwarmem Wasser abzuspülen und so schnell wie möglich wieder einzusetzen. Bei längerer Verweildauer außerhalb der Scheide ist die Packungsbeilage oder ein Arzt zu konsultieren.

⚠️ Wichtig

Ginoring ist verschreibungspflichtig. Die Anwendung sollte ausschließlich nach ärztlicher Verschreibung und Beratung erfolgen. Bei vergessener oder fehlerhafte Anwendung kann der Verhütungsschutz eingeschränkt sein.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann Ginoring Nebenwirkungen verursachen. Nicht jede Person ist gleich betroffen. Zu den häufig berichteten Nebenwirkungen gehören:

  • Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen
  • Übelkeit
  • Vaginale Beschwerden, z. B. Ausfluss oder lokale Reizungen
  • Empfindliche oder schmerzende Brüste
  • Verminderte Libido
  • Zwischenblutungen, insbesondere zu Beginn der Anwendung

Seltener, aber ernsthafter sind thromboembolische Ereignisse (z. B. Beinvenenthrombose oder Lungenembolie). Bei Auftreten plötzlicher starker Schmerzen in Brust, Beinen oder Atemnot ist sofort ärztliche Hilfe aufzusuchen.

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Ginoring darf nicht angewendet werden bei:

  • Bekannten oder zurückliegenden Thrombosen (venös oder arteriell)
  • Bestehenden oder vermuteten hormonabhängigen Tumoren
  • Ungeklärten Vaginalblutungen
  • Schwangerschaft oder Verdacht auf Schwangerschaft
  • Schweren Lebererkrankungen
  • Bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der Wirkstoffe

Bestimmte Arzneimittel können die Wirksamkeit von Ginoring herabsetzen, darunter einige Antiepileptika (z. B. Phenytoin, Carbamazepin), bestimmte Antibiotika (z. B. Rifampicin) sowie pflanzliche Präparate mit Johanniskraut. Umgekehrt kann Ginoring die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker stets über alle eingenommenen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.

ℹ️ Hinweis

Diese Seite dient ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, ob Ginoring für Sie geeignet ist.

❓ Häufig gestellte Fragen

Bei korrekter und regelmäßiger Anwendung gilt Ginoring als sehr zuverlässiges Verhütungsmittel mit einem Pearl-Index von unter 1. Die tatsächliche Sicherheit hängt jedoch stark von der richtigen Handhabung ab. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Sie ausführlich über die Verhütungssicherheit beraten.
In der Regel berichten viele Anwenderinnen und ihre Partner, dass der Ring während des Geschlechtsverkehrs nicht störend wahrgenommen wird. Falls der Ring als unangenehm empfunden wird, kann er laut Packungsbeilage kurzzeitig entfernt werden – die Tragedauer außerhalb der Scheide sollte jedoch drei Stunden nicht überschreiten. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.
Fällt der Ring unbeabsichtigt heraus, sollte er mit lauwarmem (nicht heißem) Wasser abgespült und so schnell wie möglich wieder eingesetzt werden. Wenn der Ring länger als drei Stunden außerhalb der Scheide war, kann der Verhütungsschutz vorübergehend eingeschränkt sein. In diesem Fall sollte ärztlicher Rat eingeholt und gegebenenfalls eine Barrieremethode ergänzend eingesetzt werden.
Nach dem Absetzen von Ginoring kehrt die natürliche Fruchtbarkeit in der Regel innerhalb kurzer Zeit zurück, ähnlich wie bei anderen kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Ginoring die langfristige Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Wenn Sie eine Schwangerschaft planen, sprechen Sie rechtzeitig mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
Ginoring enthält Ethinylestradiol (ein Östrogen), weshalb es während der Stillzeit in der Regel nicht empfohlen wird, da Östrogene die Milchproduktion beeinflussen können. Für stillende Frauen stehen östrogenfreie Alternativen zur Verfügung. Eine individuelle Beratung durch den Arzt oder die Ärztin ist in diesem Fall besonders wichtig.
⚠️ Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Arztbesuch und keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten immer mit einem Arzt oder Apotheker.

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