Jubrele ist ein hormonales Verhütungsmittel, das zur Gruppe der sogenannten Minipillen gehört. Es enthält den Wirkstoff Desogestrel und wird zur Empfängnisverhütung eingesetzt. Im Gegensatz zu kombinierten oralen Kontrazeptiva enthält Jubrele kein Östrogen, was es für bestimmte Personengruppen zu einer möglichen Alternative macht. Die Anwendung sollte stets in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen.
Was ist Jubrele?
Jubrele ist eine verschreibungspflichtige Minipille, die täglich eingenommen wird. Sie gehört zur Gruppe der reinen Gestagen-Präparate und ist zur hormonellen Verhütung zugelassen. Jubrele ist in Blisterpackungen mit 28 Filmtabletten erhältlich und für eine kontinuierliche tägliche Einnahme ohne Einnahmepause konzipiert.
Wirkstoff & Wirkweise
Der Wirkstoff in Jubrele ist Desogestrel, ein synthetisches Gestagen. Es wirkt auf mehreren Ebenen, um eine Schwangerschaft zu verhindern:
- Hemmung des Eisprungs: Desogestrel in der Dosis von 75 Mikrogramm hemmt den Eisprung (Ovulation) zuverlässig – dies unterscheidet Jubrele von klassischen Minipillen mit niedrigerer Dosierung.
- Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim im Gebärmutterhals wird eingedickt, sodass Spermien nur erschwert in die Gebärmutter gelangen können.
- Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Die Schleimhaut der Gebärmutter wird so verändert, dass eine Einnistung einer befruchteten Eizelle erschwert wird.
Die Zuverlässigkeit der Verhütung hängt wesentlich von der regelmäßigen und korrekten Einnahme ab. Der Pearl-Index von Jubrele liegt laut Fachinformation bei etwa 0,4, was auf eine hohe Wirksamkeit bei korrekter Anwendung hinweist.
Anwendung & Dosierung
Die empfohlene Dosierung beträgt eine Filmtablette täglich, möglichst zur gleichen Uhrzeit eingenommen. Die Einnahme erfolgt ohne Unterbrechung – also auch während der Menstruation. Der Einnahmezeitraum zwischen zwei Tabletten darf 36 Stunden nicht überschreiten, damit der Verhütungsschutz aufrechterhalten bleibt.
- Beginn der Einnahme idealerweise am ersten Tag der Menstruationsblutung
- Tabletten mit einem Schluck Wasser schlucken, ggf. mit oder ohne Mahlzeit
- Bei Vergessen einer Tablette (mehr als 12 Stunden Verspätung) sofort einnehmen und für 48 Stunden zusätzlich verhüten
- Bei Erbrechen oder schwerem Durchfall innerhalb von 3–4 Stunden nach Einnahme: Verhütungsschutz kann beeinträchtigt sein
Die individuelle Eignung von Jubrele muss ärztlich beurteilt werden. Eine Selbstmedikation ist nicht möglich, da das Präparat verschreibungspflichtig ist. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie mit der Einnahme beginnen.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Jubrele Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jeder Person auftreten müssen. Häufig berichtete Nebenwirkungen umfassen:
- Veränderungen des Blutungsmusters (z. B. unregelmäßige Blutungen, Ausbleiben der Periode)
- Akne
- Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen
- Vermindertes Sexualverlangen (Libidoverlust)
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Brustspannen oder -schmerzen
- Gewichtszunahme
Seltener können Zysten an den Eierstöcken auftreten, die sich in der Regel von selbst zurückbilden. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Bestimmte Arzneimittel können die Wirkung von Jubrele beeinflussen. Dazu gehören unter anderem:
- Enzyminduzierende Arzneimittel wie bestimmte Antiepileptika (z. B. Phenytoin, Carbamazepin) oder Rifampicin
- Einige HIV-Medikamente (Protease-Hemmer und nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren)
- Johanniskraut-haltige Präparate
Jubrele darf nicht angewendet werden bei:
- Bekannter oder vermuteter Schwangerschaft
- Aktiven venösen Thromboembolien
- Schweren Lebererkrankungen oder Lebertumoren
- Ungeklärten vaginalen Blutungen
- Bekannter oder vermuteter hormonabhängiger Krebserkrankung (z. B. Brustkrebs)
Jubrele schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen (STIs). Zur Prävention von STIs ist zusätzlich die Verwendung von Kondomen erforderlich. Die hier aufgeführten Informationen ersetzen nicht das Beratungsgespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.