Lamuna ist ein hormonelles Arzneimittel zur Empfängnisverhütung, das umgangssprachlich als „Antibabypille“ bezeichnet wird. Die folgenden Informationen dienen als allgemeiner Überblick und ersetzen nicht das ärztliche Beratungsgespräch. Ob und in welcher Form Lamuna für Sie geeignet ist, sollte stets ärztlich abgeklärt werden.
Was ist Lamuna?
Lamuna ist ein kombiniertes orales Kontrazeptivum, also eine Mikropille, die zwei Hormone enthält. Es ist in unterschiedlichen Dosierungen erhältlich, üblicherweise als Lamuna 20 und Lamuna 30, die sich im Gehalt des Östrogenanteils unterscheiden. Die Präparate werden zur planmäßigen Schwangerschaftsverhütung eingesetzt und nur auf ärztliche Verordnung abgegeben.
Hormonelle Verhütungsmittel schützen nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen wie HIV. Ein zusätzlicher Schutz, etwa durch Kondome, kann sinnvoll sein.
Wirkstoff & Wirkweise
Lamuna kombiniert das Gestagen Desogestrel mit dem Östrogen Ethinylestradiol. Diese Hormonkombination wirkt auf mehreren Ebenen:
- Sie unterdrückt den monatlichen Eisprung (Ovulation).
- Sie verändert die Beschaffenheit des Gebärmutterhalsschleims, sodass Spermien schwerer aufsteigen können.
- Sie beeinflusst den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut.
Durch dieses Zusammenwirken wird eine zuverlässige empfängnisverhütende Wirkung erzielt, sofern die Einnahme regelmäßig und korrekt erfolgt.
Anwendung & Dosierung
Lamuna wird in der Regel über 21 Tage täglich zu möglichst derselben Uhrzeit eingenommen, gefolgt von einer 7-tägigen einnahmefreien Pause, in der meist eine Abbruchblutung auftritt. Die genaue Anwendung richtet sich nach der ärztlichen Verordnung und den Angaben in der Packungsbeilage.
- Die erste Tablette wird üblicherweise am ersten Tag der Monatsblutung eingenommen.
- Eine möglichst gleichbleibende Einnahmezeit erhöht die Zuverlässigkeit.
- Bei vergessener Einnahme können je nach Zeitspanne zusätzliche Verhütungsmaßnahmen erforderlich sein.
Wird eine Tablette mehr als 12 Stunden zu spät eingenommen, kann der Empfängnisschutz beeinträchtigt sein. Beachten Sie die Hinweise in der Packungsbeilage und halten Sie bei Unsicherheit ärztliche Rücksprache.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Lamuna Nebenwirkungen verursachen, die nicht bei jeder Anwenderin auftreten. Häufiger beschrieben werden:
- Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen
- Übelkeit und Spannungsgefühl in der Brust
- Zwischenblutungen oder Schmierblutungen, besonders in den ersten Monaten
- Veränderungen des Körpergewichts oder der Libido
Ein selteneres, aber ernstzunehmendes Risiko kombinierter Pillen ist die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen). Anzeichen wie plötzliche Beinschwellung, Atemnot, Brustschmerzen oder starke Kopfschmerzen sollten umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Das Thromboserisiko ist unter anderem bei Raucherinnen, Übergewicht und bestimmten Vorerkrankungen erhöht. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle relevanten Risikofaktoren.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Die Wirksamkeit von Lamuna kann durch andere Arzneimittel beeinträchtigt werden. Dazu zählen unter anderem bestimmte Antibiotika, Antiepileptika, Mittel gegen HIV sowie Präparate mit Johanniskraut. Umgekehrt kann Lamuna die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen.
Lamuna darf in bestimmten Situationen nicht angewendet werden, etwa bei bestehenden oder früheren Thrombosen, bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schweren Lebererkrankungen oder bekannten hormonabhängigen Tumoren. Auch eine bestehende oder vermutete Schwangerschaft ist eine Gegenanzeige.
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle weiteren Medikamente und Vorerkrankungen, damit die Eignung von Lamuna individuell beurteilt werden kann.
Diese Übersicht ersetzt nicht die Packungsbeilage oder die individuelle ärztliche Beratung. Bei Fragen zur Anwendung, zu Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.