Lilia ist ein hormonelles Verhütungsmittel, das zur Gruppe der sogenannten Minipillen gehört. Es enthält den Wirkstoff Desogestrel in einer Dosierung von 75 Mikrogramm pro Tablette und wird zur Empfängnisverhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter eingesetzt. Da Lilia kein Östrogen enthält, unterscheidet es sich von kombinierten oralen Kontrazeptiva und kann unter bestimmten Umständen auch für Frauen geeignet sein, bei denen östrogenhaltige Präparate nicht infrage kommen. Die Anwendung sollte stets ärztlich abgeklärt werden.
Was ist Lilia?
Lilia ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur hormonellen Empfängnisverhütung. Es gehört zur Klasse der Gestagenpräparate (Minipillen) und ist für Frauen im reproduktionsfähigen Alter bestimmt. Im Gegensatz zu kombinierten Pillen enthält Lilia ausschließlich ein Gestagen, nämlich Desogestrel, und verzichtet vollständig auf Östrogene.
Wirkstoff & Wirkweise
Der Wirkstoff Desogestrel gehört zur Gruppe der synthetischen Gestagene. Er entfaltet seine empfängnisverhütende Wirkung auf mehreren Wegen:
- Hemmung des Eisprungs (Ovulationshemmung): Im Unterschied zu älteren Minipillen hemmt Desogestrel zuverlässig den Eisprung bei der überwiegenden Mehrzahl der Anwenderinnen.
- Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim am Gebärmutterhals wird eingedickt, sodass Spermien nur erschwert in die Gebärmutter eindringen können.
- Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Die Einnistung einer befruchteten Eizelle wird zusätzlich erschwert.
Die empfängnisverhütende Wirkung von Lilia hängt maßgeblich von der regelmäßigen und korrekten Einnahme ab. Bei Fragen zur Eignung und Anwendung sollten Sie stets Ihren Arzt oder Ihre Ärztin konsultieren.
Anwendung & Dosierung
Lilia wird in der Regel als eine Tablette täglich eingenommen, und zwar möglichst zur gleichen Uhrzeit. Es gibt keine pillenfreie Pause – die Einnahme erfolgt kontinuierlich ohne Unterbrechung, auch während der Regelblutung.
Wichtige Hinweise zur Einnahme
- Die Tablette sollte täglich zur gleichen Uhrzeit geschluckt werden, um eine gleichmäßige Wirkstoffkonzentration sicherzustellen.
- Das Einnahmefenster beträgt 12 Stunden: Wird eine Tablette mehr als 12 Stunden zu spät eingenommen, ist der Verhütungsschutz möglicherweise eingeschränkt.
- Bei Erbrechen oder schwerem Durchfall innerhalb von 3–4 Stunden nach der Einnahme kann die Resorption beeinträchtigt sein.
- Lilia kann zu Beginn oder zu einem beliebigen Zeitpunkt des Zyklus begonnen werden; die genaue Vorgehensweise sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Die Dosierung und der genaue Einnahmebeginn von Lilia sollten ausschließlich nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Eigenmächtige Änderungen des Einnahmeschemas können den Verhütungsschutz gefährden.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Lilia Nebenwirkungen haben. Nicht jede Frau ist davon betroffen. Häufig berichtete Nebenwirkungen umfassen:
- Veränderungen des Blutungsmusters (z. B. unregelmäßige Blutungen, Schmierblutungen oder Ausbleiben der Menstruation)
- Kopfschmerzen
- Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen
- Verminderter Sexualtrieb (Libidoverlust)
- Übelkeit
- Akne oder Hautveränderungen
- Brustspannen oder Brustschmerzen
- Gewichtszunahme
Seltener können Zysten an den Eierstöcken (Ovarialzysten) auftreten. Treten ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden auf, sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Lilia darf nicht angewendet werden, wenn eine der folgenden Erkrankungen oder Umstände vorliegt:
- Bekannte oder vermutete Schwangerschaft
- Bestehende oder frühere venöse thromboembolische Erkrankungen
- Aktive schwere Lebererkrankungen oder Lebertumoren
- Ungeklärte vaginale Blutungen
- Hormonabhängige Tumoren (z. B. bestimmte Brustkrebserkrankungen)
Bestimmte Arzneimittel können die Wirksamkeit von Lilia beeinflussen, darunter:
- Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Phenytoin)
- Bestimmte Antibiotika (z. B. Rifampicin)
- Johanniskraut-Präparate (pflanzliches Antidepressivum)
- Einige antiretrovirale Medikamente (zur HIV-Behandlung)
Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin stets über alle Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzlichen Präparate, die Sie einnehmen, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.