Geburtenkontrolle

Lilia – Informationen zum Verhütungsmittel

Lilia Originalverpackung
💊 Medikamenten-Steckbrief
HandelsnameLilia
Wirkstoff (INN)Desogestrel
Darreichungsform75 Mikrogramm Desogestrel täglich
AnwendungsgebietEmpfängnisverhütung (Kontrazeption)
KategorieGeburtenkontrolle

Lilia ist ein hormonelles Verhütungsmittel, das zur Gruppe der sogenannten Minipillen gehört. Es enthält den Wirkstoff Desogestrel in einer Dosierung von 75 Mikrogramm pro Tablette und wird zur Empfängnisverhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter eingesetzt. Da Lilia kein Östrogen enthält, unterscheidet es sich von kombinierten oralen Kontrazeptiva und kann unter bestimmten Umständen auch für Frauen geeignet sein, bei denen östrogenhaltige Präparate nicht infrage kommen. Die Anwendung sollte stets ärztlich abgeklärt werden.

Was ist Lilia?

Lilia ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur hormonellen Empfängnisverhütung. Es gehört zur Klasse der Gestagenpräparate (Minipillen) und ist für Frauen im reproduktionsfähigen Alter bestimmt. Im Gegensatz zu kombinierten Pillen enthält Lilia ausschließlich ein Gestagen, nämlich Desogestrel, und verzichtet vollständig auf Östrogene.

Wirkstoff & Wirkweise

Der Wirkstoff Desogestrel gehört zur Gruppe der synthetischen Gestagene. Er entfaltet seine empfängnisverhütende Wirkung auf mehreren Wegen:

  • Hemmung des Eisprungs (Ovulationshemmung): Im Unterschied zu älteren Minipillen hemmt Desogestrel zuverlässig den Eisprung bei der überwiegenden Mehrzahl der Anwenderinnen.
  • Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim am Gebärmutterhals wird eingedickt, sodass Spermien nur erschwert in die Gebärmutter eindringen können.
  • Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Die Einnistung einer befruchteten Eizelle wird zusätzlich erschwert.
ℹ️ Hinweis

Die empfängnisverhütende Wirkung von Lilia hängt maßgeblich von der regelmäßigen und korrekten Einnahme ab. Bei Fragen zur Eignung und Anwendung sollten Sie stets Ihren Arzt oder Ihre Ärztin konsultieren.

Anwendung & Dosierung

Lilia wird in der Regel als eine Tablette täglich eingenommen, und zwar möglichst zur gleichen Uhrzeit. Es gibt keine pillenfreie Pause – die Einnahme erfolgt kontinuierlich ohne Unterbrechung, auch während der Regelblutung.

Wichtige Hinweise zur Einnahme

  • Die Tablette sollte täglich zur gleichen Uhrzeit geschluckt werden, um eine gleichmäßige Wirkstoffkonzentration sicherzustellen.
  • Das Einnahmefenster beträgt 12 Stunden: Wird eine Tablette mehr als 12 Stunden zu spät eingenommen, ist der Verhütungsschutz möglicherweise eingeschränkt.
  • Bei Erbrechen oder schwerem Durchfall innerhalb von 3–4 Stunden nach der Einnahme kann die Resorption beeinträchtigt sein.
  • Lilia kann zu Beginn oder zu einem beliebigen Zeitpunkt des Zyklus begonnen werden; die genaue Vorgehensweise sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
⚠️ Wichtig

Die Dosierung und der genaue Einnahmebeginn von Lilia sollten ausschließlich nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Eigenmächtige Änderungen des Einnahmeschemas können den Verhütungsschutz gefährden.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Lilia Nebenwirkungen haben. Nicht jede Frau ist davon betroffen. Häufig berichtete Nebenwirkungen umfassen:

  • Veränderungen des Blutungsmusters (z. B. unregelmäßige Blutungen, Schmierblutungen oder Ausbleiben der Menstruation)
  • Kopfschmerzen
  • Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen
  • Verminderter Sexualtrieb (Libidoverlust)
  • Übelkeit
  • Akne oder Hautveränderungen
  • Brustspannen oder Brustschmerzen
  • Gewichtszunahme

Seltener können Zysten an den Eierstöcken (Ovarialzysten) auftreten. Treten ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden auf, sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen.

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Lilia darf nicht angewendet werden, wenn eine der folgenden Erkrankungen oder Umstände vorliegt:

  • Bekannte oder vermutete Schwangerschaft
  • Bestehende oder frühere venöse thromboembolische Erkrankungen
  • Aktive schwere Lebererkrankungen oder Lebertumoren
  • Ungeklärte vaginale Blutungen
  • Hormonabhängige Tumoren (z. B. bestimmte Brustkrebserkrankungen)

Bestimmte Arzneimittel können die Wirksamkeit von Lilia beeinflussen, darunter:

  • Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Phenytoin)
  • Bestimmte Antibiotika (z. B. Rifampicin)
  • Johanniskraut-Präparate (pflanzliches Antidepressivum)
  • Einige antiretrovirale Medikamente (zur HIV-Behandlung)
ℹ️ Hinweis

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin stets über alle Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzlichen Präparate, die Sie einnehmen, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.

❓ Häufig gestellte Fragen

Lilia kann für Frauen im gebärfähigen Alter geeignet sein, die eine hormonelle Verhütung wünschen, aber keine östrogenhaltigen Präparate vertragen oder anwenden möchten – zum Beispiel stillende Mütter oder Frauen mit bestimmten Risikofaktoren. Die individuelle Eignung muss jedoch immer von einem Arzt oder einer Ärztin beurteilt werden. Eine Selbstmedikation ist bei verschreibungspflichtigen Verhütungsmitteln nicht möglich.
Lilia gilt bei korrekter Anwendung als zuverlässiges Verhütungsmittel, da Desogestrel den Eisprung bei den meisten Anwenderinnen zuverlässig hemmt. Der Pearl-Index liegt bei korrekter Anwendung bei etwa 0,4 und ist damit vergleichbar mit kombinierten Pillen. Entscheidend ist die konsequente tägliche Einnahme zur gleichen Uhrzeit.
Wird eine Tablette vergessen und beträgt die Verspätung mehr als 12 Stunden, ist der Verhütungsschutz für diesen Zeitraum möglicherweise nicht mehr ausreichend. In diesem Fall sollte die vergessene Tablette so bald wie möglich eingenommen und für die nächsten 48 Stunden eine zusätzliche Verhütungsmethode (z. B. Kondom) verwendet werden. Details hierzu finden Sie im Beipackzettel oder erhalten Sie von Ihrem Arzt.
Lilia enthält kein Östrogen und kann nach Rücksprache mit dem Arzt grundsätzlich während der Stillzeit in Betracht gezogen werden. Geringe Mengen des Wirkstoffs Desogestrel gehen in die Muttermilch über; unerwünschte Auswirkungen auf den Säugling wurden bisher nicht berichtet. Die endgültige Entscheidung über die Anwendung in der Stillzeit obliegt dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin.
Viele Anwenderinnen berichten unter der Einnahme von Lilia von Veränderungen des Blutungsmusters, wie unregelmäßigen Blutungen, Schmierblutungen oder dem vollständigen Ausbleiben der Menstruation. Diese Veränderungen sind in der Regel harmlos, können aber für manche Frauen belastend sein. Bei anhaltenden oder ungewöhnlichen Blutungsveränderungen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
⚠️ Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Arztbesuch und keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten immer mit einem Arzt oder Apotheker.

Ähnliche Artikel: Geburtenkontrolle

⚕️ Alle Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzen keinen Arztbesuch.