Bluthochdruck

Lisinopril Ratiopharm – Informationen zu Wirkstoff, Anwendung und Dosierung

Lisinopril Ratiopharm Originalverpackung
💊 Medikamenten-Steckbrief
HandelsnameLisinopril Ratiopharm
Wirkstoff (INN)Lisinopril
Darreichungsform5 mg, 10 mg, 20 mg (Tabletten)
AnwendungsgebietBluthochdruck (arterielle Hypertonie), Herzinsuffizienz, nach Herzinfarkt, diabetische Nierenerkrankung
KategorieBluthochdruck

Lisinopril Ratiopharm ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das den Wirkstoff Lisinopril enthält und zur Behandlung von Bluthochdruck sowie bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt wird. Es gehört zur Gruppe der ACE-Hemmer und ist ein bewährtes Mittel in der internistischen und kardiologischen Therapie. Die Anwendung sollte stets nach ärztlicher Verordnung und Beratung erfolgen.

Was ist Lisinopril Ratiopharm?

Lisinopril Ratiopharm ist ein Generikum, das den Wirkstoff Lisinopril in verschiedenen Stärken (5 mg, 10 mg und 20 mg) als Tabletten enthält. Es wird verschrieben bei:

  • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche) in Kombination mit anderen Arzneimitteln
  • Kurzfristige Behandlung nach akutem Herzinfarkt bei stabilen Patientinnen und Patienten
  • Nierenschäden durch Diabetes mellitus Typ 1 (diabetische Nephropathie)
ℹ️ Hinweis

Lisinopril Ratiopharm ist verschreibungspflichtig. Es darf nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden. Eine Selbstmedikation ist nicht zulässig.

Wirkstoff & Wirkweise

Der Wirkstoff Lisinopril gehört zur Gruppe der ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmer). Das Enzym ACE ist im Körper für die Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II verantwortlich – einem Botenstoff, der die Blutgefäße verengt und den Blutdruck erhöht. Durch die Hemmung dieses Enzyms:

  • Entspannen und erweitern sich die Blutgefäße
  • Sinkt der arterielle Blutdruck
  • Wird das Herz entlastet, da es gegen einen geringeren Widerstand pumpen muss
  • Wird die Niere bei Diabetes-Patientinnen und -Patienten vor weiterem Schaden geschützt

Lisinopril wirkt damit nicht nur blutdrucksenkend, sondern schützt gleichzeitig Herz und Nieren vor Folgeschäden kardiovaskulärer Erkrankungen.

Anwendung & Dosierung

Lisinopril Ratiopharm Tabletten werden einmal täglich oral eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. Die genaue Dosierung legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt individuell fest. Als allgemeine Orientierung gelten folgende Dosierungsbereiche:

  • Bluthochdruck: Startdosis in der Regel 10 mg täglich, Erhaltungsdosis 20 mg täglich, Maximaldosis 40 mg täglich
  • Herzinsuffizienz: Startdosis 2,5–5 mg täglich, schrittweise Steigerung nach Verträglichkeit
  • Nach Herzinfarkt: Beginn innerhalb von 24 Stunden, Startdosis 5 mg, Steigerung nach Protokoll
  • Diabetische Nierenerkrankung: In der Regel 10 mg täglich, bei Bedarf auf 20 mg steigerbar
⚠️ Wichtig

Die Dosierung darf niemals eigenmächtig verändert oder die Einnahme ohne Rücksprache mit der Ärztin bzw. dem Arzt abgebrochen werden. Ein abruptes Absetzen kann zu einem Blutdruckanstieg führen.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann Lisinopril Ratiopharm Nebenwirkungen verursachen. Nicht jede Person ist davon betroffen. Zu den häufig berichteten Nebenwirkungen zählen:

  • Trockener, anhaltender Reizhusten (typische Klassenrestriktion aller ACE-Hemmer)
  • Schwindel und Benommenheit, besonders zu Behandlungsbeginn
  • Kopfschmerzen
  • Erhöhte Kaliumwerte im Blut (Hyperkaliämie)
  • Müdigkeit und allgemeines Schwächegefühl

In seltenen Fällen kann ein Angioödem (plötzliche Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen) auftreten. Dies ist ein medizinischer Notfall.

⚠️ Wichtig

Bei Auftreten von Schwellungen im Gesichts- oder Halsbereich, Atemnot oder starken allergischen Reaktionen ist sofort der Notruf (112) zu verständigen und die Einnahme zu stoppen.

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Lisinopril Ratiopharm kann Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln eingehen. Besondere Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Einnahme von:

  • Kaliumsparenden Diuretika oder Kaliumpräparaten (Risiko einer Hyperkaliämie)
  • Nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAIDs) wie Ibuprofen oder Diclofenac (verminderte Wirkung, Nierenfunktionsstörung möglich)
  • Anderen Antihypertensiva (verstärkte Blutdrucksenkung)
  • Lithium (erhöhte Lithiumspiegel im Blut möglich)

Lisinopril Ratiopharm darf nicht eingenommen werden bei:

  • Bekannter Überempfindlichkeit gegen Lisinopril oder andere ACE-Hemmer
  • Vorherigem Angioödem durch ACE-Hemmer
  • Schwangerschaft (besonders ab dem 2. Trimester) und Stillzeit
  • Gleichzeitiger Einnahme von Aliskiren bei Diabetes oder Niereninsuffizienz
ℹ️ Hinweis

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vollständig über alle eingenommenen Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und Vorerkrankungen, bevor Sie mit der Einnahme von Lisinopril Ratiopharm beginnen.

❓ Häufig gestellte Fragen

Lisinopril Ratiopharm ist für Erwachsene geeignet, die an Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Herzinfarktfolgen oder diabetischer Nierenerkrankung leiden. Die Eignung und Dosierung muss individuell von einer Ärztin oder einem Arzt beurteilt werden. Das Präparat ist nicht für Kinder unter 6 Jahren sowie für Schwangere zugelassen.
Lisinopril Ratiopharm wird einmal täglich eingenommen, vorzugsweise immer zur gleichen Tageszeit. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen, also nüchtern oder nach dem Essen. Eine regelmäßige Einnahme ist entscheidend für die therapeutische Wirksamkeit.
Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie diese so bald wie möglich nach – es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Einnahme. Nehmen Sie in diesem Fall nur die nächste reguläre Dosis ein. Nehmen Sie niemals eine doppelte Dosis ein, um eine vergessene Dosis nachzuholen.
Der trockene Reizhusten ist eine bekannte und häufige Nebenwirkung aller ACE-Hemmer, einschließlich Lisinopril, und lässt sich durch die Einnahmeform nicht verhindern. Er tritt bei etwa 10–15 % der Patientinnen und Patienten auf. Sollte der Husten als stark belastend empfunden werden, kann die Ärztin oder der Arzt eine Umstellung auf ein Arzneimittel aus der Gruppe der Sartane (AT1-Antagonisten) erwägen.
Nein, Lisinopril Ratiopharm ist in der Schwangerschaft, insbesondere ab dem zweiten Trimester, kontraindiziert, da es zu schweren Schäden beim ungeborenen Kind führen kann. Wenn eine Schwangerschaft geplant ist oder eingetreten ist, muss dies sofort der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden. Gemeinsam wird dann eine alternative, für Schwangere geeignete blutdrucksenkende Therapie besprochen.
⚠️ Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Arztbesuch und keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten immer mit einem Arzt oder Apotheker.

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