Malaria

Malarone: Wirkstoff, Anwendung und Hinweise zur Malariaprophylaxe

Malarone Originalverpackung
💊 Medikamenten-Steckbrief
HandelsnameMalarone
Wirkstoff (INN)Atovaquon + Proguanil
Darreichungsform250 mg/100 mg (Erwachsene), 62,5 mg/25 mg (Kinder)
AnwendungsgebietVorbeugung und Behandlung der Malaria tropica (Plasmodium falciparum)
KategorieMalaria

Malarone ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das sowohl zur Vorbeugung (Prophylaxe) als auch zur Behandlung der Malaria tropica eingesetzt wird. Es enthält eine Kombination zweier Wirkstoffe und wird häufig vor Reisen in Malariagebiete verordnet. Ob und wie das Präparat für Sie geeignet ist, sollte stets ärztlich abgeklärt werden – idealerweise im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung vor Antritt der Reise.

Was ist Malarone?

Malarone ist ein Kombinationspräparat aus den Wirkstoffen Atovaquon und Proguanilhydrochlorid. Es richtet sich gegen den Malaria-Erreger Plasmodium falciparum, der die gefährlichste Form der Malaria – die Malaria tropica – verursacht. Das Medikament ist in zwei Dosierungsstärken erhältlich: für Erwachsene sowie als sogenannte Junior-Variante mit reduzierter Wirkstoffmenge für Kinder.

ℹ️ Hinweis

Eine medikamentöse Vorbeugung ersetzt nicht den Schutz vor Mückenstichen. Mückenschutzmittel, Moskitonetze und geeignete Kleidung bleiben wichtige Bestandteile der Malariaprophylaxe.

Wirkstoff & Wirkweise

Die beiden Wirkstoffe in Malarone greifen den Malaria-Erreger auf unterschiedliche Weise an und ergänzen sich dabei:

  • Atovaquon hemmt den Elektronentransport in den Mitochondrien des Parasiten und stört so dessen Energiestoffwechsel.
  • Proguanil wird im Körper zu seinem aktiven Metaboliten Cycloguanil umgewandelt und blockiert die Vermehrung des Erregers, indem es in dessen Folsäurestoffwechsel eingreift.

Durch die kombinierte Wirkung wird der Erreger in verschiedenen Entwicklungsstadien angegriffen, was die Wirksamkeit erhöht und der Bildung von Resistenzen entgegenwirken kann.

Anwendung & Dosierung

Malarone wird als Tablette einmal täglich eingenommen. Die Einnahme erfolgt vorzugsweise zusammen mit einer Mahlzeit oder einem milchhaltigen Getränk, da dies die Aufnahme von Atovaquon im Körper verbessert. Die konkrete Dosierung richtet sich nach Anwendungszweck und Körpergewicht und wird ärztlich festgelegt.

Zur Vorbeugung (Prophylaxe)

  • Beginn in der Regel 1 bis 2 Tage vor der Einreise in das Malariagebiet.
  • Tägliche Einnahme während des gesamten Aufenthalts.
  • Fortsetzung über 7 Tage nach Verlassen des Gebiets.

Zur Behandlung

Bei einer akuten Malaria wird über drei aufeinanderfolgende Tage eine höhere Dosis eingenommen. Die genaue Behandlung gehört in ärztliche Hände.

⚠️ Wichtig

Sollten Sie die Tablette innerhalb einer Stunde nach der Einnahme erbrechen, kann eine erneute Einnahme erforderlich sein. Besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann Malarone Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jeder Person auftreten. Zu den häufiger beobachteten Beschwerden zählen:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit
  • Schwindel und Schlafstörungen
  • Husten

Seltener können Hautreaktionen, Haarausfall oder Veränderungen bei Blut- und Leberwerten auftreten. Bei schweren oder anhaltenden Beschwerden, allergischen Reaktionen wie Hautausschlag oder Atemnot sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen.

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Malarone kann mit anderen Arzneimitteln in Wechselwirkung treten. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen. Relevante Wechselwirkungen bestehen unter anderem mit:

  • Rifampicin und Rifabutin (Antibiotika)
  • Metoclopramid (gegen Übelkeit)
  • Tetracyclin-Antibiotika
  • bestimmten Mitteln zur Blutverdünnung (z. B. Warfarin)
  • Efavirenz und einigen HIV-Medikamenten

Nicht angewendet werden darf Malarone bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe sowie bei stark eingeschränkter Nierenfunktion (zur Prophylaxe). Vorsicht ist auch bei Lebererkrankungen geboten. Während Schwangerschaft und Stillzeit ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung durch die Ärztin oder den Arzt erforderlich.

ℹ️ Hinweis

Diese Informationen dienen ausschließlich Ihrer allgemeinen Orientierung und ersetzen nicht die ärztliche Beratung. Lassen Sie die Eignung, Dosierung und Dauer der Anwendung immer individuell ärztlich abklären und beachten Sie die Packungsbeilage.

❓ Häufig gestellte Fragen

Zur Malariaprophylaxe wird in der Regel 1 bis 2 Tage vor der Einreise in das Malariagebiet mit der Einnahme begonnen. Die Tabletten werden täglich während des gesamten Aufenthalts und noch 7 Tage nach Verlassen des Gebiets eingenommen. Den genauen Zeitplan legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Malarone wird am besten zusammen mit einer Mahlzeit oder einem milchhaltigen Getränk eingenommen. Dadurch wird die Aufnahme des Wirkstoffs Atovaquon im Körper verbessert. So lässt sich auch das Risiko von Magenbeschwerden verringern.
Häufig treten Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall und Schwindel auf. Seltener kommt es zu Hautreaktionen oder Veränderungen der Leberwerte. Bei schweren oder anhaltenden Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Malarone richtet sich vor allem gegen Plasmodium falciparum, den Erreger der Malaria tropica. Eine medikamentöse Prophylaxe bietet keinen vollständigen Schutz, weshalb zusätzlich konsequenter Mückenschutz wichtig ist. Welche Vorbeugung für Ihr Reiseziel geeignet ist, sollte reisemedizinisch abgeklärt werden.
In Schwangerschaft und Stillzeit ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung notwendig. Die Anwendung sollte nur nach ausdrücklicher ärztlicher Empfehlung erfolgen. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt frühzeitig über eine bestehende oder geplante Schwangerschaft.
⚠️ Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Arztbesuch und keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten immer mit einem Arzt oder Apotheker.

⚕️ Alle Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzen keinen Arztbesuch.