Malarone ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das sowohl zur Vorbeugung (Prophylaxe) als auch zur Behandlung der Malaria tropica eingesetzt wird. Es enthält eine Kombination zweier Wirkstoffe und wird häufig vor Reisen in Malariagebiete verordnet. Ob und wie das Präparat für Sie geeignet ist, sollte stets ärztlich abgeklärt werden – idealerweise im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung vor Antritt der Reise.
Was ist Malarone?
Malarone ist ein Kombinationspräparat aus den Wirkstoffen Atovaquon und Proguanilhydrochlorid. Es richtet sich gegen den Malaria-Erreger Plasmodium falciparum, der die gefährlichste Form der Malaria – die Malaria tropica – verursacht. Das Medikament ist in zwei Dosierungsstärken erhältlich: für Erwachsene sowie als sogenannte Junior-Variante mit reduzierter Wirkstoffmenge für Kinder.
Eine medikamentöse Vorbeugung ersetzt nicht den Schutz vor Mückenstichen. Mückenschutzmittel, Moskitonetze und geeignete Kleidung bleiben wichtige Bestandteile der Malariaprophylaxe.
Wirkstoff & Wirkweise
Die beiden Wirkstoffe in Malarone greifen den Malaria-Erreger auf unterschiedliche Weise an und ergänzen sich dabei:
- Atovaquon hemmt den Elektronentransport in den Mitochondrien des Parasiten und stört so dessen Energiestoffwechsel.
- Proguanil wird im Körper zu seinem aktiven Metaboliten Cycloguanil umgewandelt und blockiert die Vermehrung des Erregers, indem es in dessen Folsäurestoffwechsel eingreift.
Durch die kombinierte Wirkung wird der Erreger in verschiedenen Entwicklungsstadien angegriffen, was die Wirksamkeit erhöht und der Bildung von Resistenzen entgegenwirken kann.
Anwendung & Dosierung
Malarone wird als Tablette einmal täglich eingenommen. Die Einnahme erfolgt vorzugsweise zusammen mit einer Mahlzeit oder einem milchhaltigen Getränk, da dies die Aufnahme von Atovaquon im Körper verbessert. Die konkrete Dosierung richtet sich nach Anwendungszweck und Körpergewicht und wird ärztlich festgelegt.
Zur Vorbeugung (Prophylaxe)
- Beginn in der Regel 1 bis 2 Tage vor der Einreise in das Malariagebiet.
- Tägliche Einnahme während des gesamten Aufenthalts.
- Fortsetzung über 7 Tage nach Verlassen des Gebiets.
Zur Behandlung
Bei einer akuten Malaria wird über drei aufeinanderfolgende Tage eine höhere Dosis eingenommen. Die genaue Behandlung gehört in ärztliche Hände.
Sollten Sie die Tablette innerhalb einer Stunde nach der Einnahme erbrechen, kann eine erneute Einnahme erforderlich sein. Besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Malarone Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jeder Person auftreten. Zu den häufiger beobachteten Beschwerden zählen:
- Kopfschmerzen
- Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen
- Durchfall
- Appetitlosigkeit
- Schwindel und Schlafstörungen
- Husten
Seltener können Hautreaktionen, Haarausfall oder Veränderungen bei Blut- und Leberwerten auftreten. Bei schweren oder anhaltenden Beschwerden, allergischen Reaktionen wie Hautausschlag oder Atemnot sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Malarone kann mit anderen Arzneimitteln in Wechselwirkung treten. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen. Relevante Wechselwirkungen bestehen unter anderem mit:
- Rifampicin und Rifabutin (Antibiotika)
- Metoclopramid (gegen Übelkeit)
- Tetracyclin-Antibiotika
- bestimmten Mitteln zur Blutverdünnung (z. B. Warfarin)
- Efavirenz und einigen HIV-Medikamenten
Nicht angewendet werden darf Malarone bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe sowie bei stark eingeschränkter Nierenfunktion (zur Prophylaxe). Vorsicht ist auch bei Lebererkrankungen geboten. Während Schwangerschaft und Stillzeit ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung durch die Ärztin oder den Arzt erforderlich.
Diese Informationen dienen ausschließlich Ihrer allgemeinen Orientierung und ersetzen nicht die ärztliche Beratung. Lassen Sie die Eignung, Dosierung und Dauer der Anwendung immer individuell ärztlich abklären und beachten Sie die Packungsbeilage.