Micardis ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das zur Behandlung von erhöhtem Blutdruck (arterielle Hypertonie) bei Erwachsenen eingesetzt wird. Der enthaltene Wirkstoff Telmisartan gehört zur Gruppe der Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB) und wirkt gezielt auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System. Die Anwendung von Micardis sollte stets in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin erfolgen.
Was ist Micardis?
Micardis ist der Markenname eines Arzneimittels des Herstellers Boehringer Ingelheim. Es ist in Form von Tabletten erhältlich und enthält den Wirkstoff Telmisartan. Das Präparat gehört zur Gruppe der Antihypertensiva und wird zur Langzeitbehandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Darüber hinaus kann Micardis zur Vorbeugung von kardiovaskulären Ereignissen bei bestimmten Risikopatientinnen und -patienten angewendet werden, etwa bei Personen mit koronarer Herzkrankheit oder Schlaganfall in der Vorgeschichte.
Micardis ist rezeptpflichtig und darf nur auf ärztliche Verordnung hin eingenommen werden. Selbstmedikation ist bei diesem Arzneimittel nicht vorgesehen.
Wirkstoff & Wirkweise
Der Wirkstoff Telmisartan blockiert selektiv die Angiotensin-II-Typ-1-Rezeptoren (AT1-Rezeptoren). Angiotensin II ist ein körpereigenes Hormon, das die Blutgefäße verengt und den Blutdruck erhöht. Indem Telmisartan diese Rezeptoren blockiert, werden die gefäßverengenden und blutdrucksteigernden Effekte von Angiotensin II gehemmt. Dies führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße und einer Senkung des Blutdrucks. Im Vergleich zu einigen anderen ARB zeichnet sich Telmisartan durch eine lange Halbwertszeit aus, was eine einmal tägliche Einnahme ermöglicht.
Anwendung & Dosierung
Die übliche Anfangsdosis von Micardis beträgt 40 mg einmal täglich. Je nach Ansprechen und ärztlicher Beurteilung kann die Dosis auf 80 mg einmal täglich erhöht werden. Micardis-Tabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Tabletten sollten mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. Wasser) geschluckt und nicht zerteilt oder zerkaut werden.
- Einnahme einmal täglich, möglichst zur gleichen Tageszeit
- Einnahme unabhängig von den Mahlzeiten möglich
- Tabletten nicht zerkauen oder zerteilen
- Regelmäßige Blutdruckkontrollen sind während der Therapie empfehlenswert
Die Dosierung darf nicht eigenständig verändert werden. Auch bei Beschwerdefreiheit sollte die Therapie nur nach ärztlicher Rücksprache angepasst oder beendet werden, da Bluthochdruck häufig symptomlos verläuft.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Micardis Nebenwirkungen hervorrufen. Nicht alle Patientinnen und Patienten sind davon betroffen. Zu den häufiger berichteten Nebenwirkungen zählen:
- Infektionen der oberen Atemwege (z. B. Nasopharyngitis)
- Schwindel
- Rückenschmerzen
- Erhöhte Kreatinin-Werte im Blut
Seltener können auch ernstere Reaktionen auftreten, wie ausgeprägte Blutdruckabfälle (Hypotonie), Nierenfunktionsstörungen oder allergische Reaktionen. Sollten ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden auftreten, ist umgehend ärztlicher Rat einzuholen.
Bei Zeichen einer schweren allergischen Reaktion wie Gesichtsschwellung, Atemnot oder Hautausschlag ist sofort ein Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen beziehungsweise der ärztliche Notdienst zu kontaktieren.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Telmisartan kann mit verschiedenen anderen Arzneimitteln wechselwirken. Besondere Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Einnahme von:
- Anderen blutdrucksenkenden Mitteln (additive Wirkung möglich)
- Kaliumsparenden Diuretika oder Kaliumsupplementen (Risiko erhöhter Kaliumspiegel)
- Nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac (verminderte blutdrucksenkende Wirkung und mögliche Nierenfunktionsstörungen)
- Lithium (erhöhte Lithium-Spiegel im Blut möglich)
Micardis darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Telmisartan oder einen der sonstigen Bestandteile, bei schwerer Leberinsuffizienz sowie in Kombination mit Aliskiren bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus. Während der Schwangerschaft – insbesondere ab dem zweiten Trimenon – ist Micardis kontraindiziert. Frauen im gebärfähigen Alter sollten dies unbedingt mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen.
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt stets vollständig über alle eingenommenen Arzneimittel, einschließlich rezeptfreier Präparate und Nahrungsergänzungsmittel, um mögliche Wechselwirkungen frühzeitig zu erkennen.