Bluthochdruck

Micardis – Informationen zu Wirkstoff, Anwendung und Hinweisen

Micardis Originalverpackung
💊 Medikamenten-Steckbrief
HandelsnameMicardis
Wirkstoff (INN)Telmisartan
Darreichungsform40 mg / 80 mg Tabletten
AnwendungsgebietBluthochdruck (Hypertonie)
KategorieBluthochdruck

Micardis ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das zur Behandlung von erhöhtem Blutdruck (arterielle Hypertonie) bei Erwachsenen eingesetzt wird. Der enthaltene Wirkstoff Telmisartan gehört zur Gruppe der Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB) und wirkt gezielt auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System. Die Anwendung von Micardis sollte stets in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin erfolgen.

Was ist Micardis?

Micardis ist der Markenname eines Arzneimittels des Herstellers Boehringer Ingelheim. Es ist in Form von Tabletten erhältlich und enthält den Wirkstoff Telmisartan. Das Präparat gehört zur Gruppe der Antihypertensiva und wird zur Langzeitbehandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Darüber hinaus kann Micardis zur Vorbeugung von kardiovaskulären Ereignissen bei bestimmten Risikopatientinnen und -patienten angewendet werden, etwa bei Personen mit koronarer Herzkrankheit oder Schlaganfall in der Vorgeschichte.

ℹ️ Hinweis

Micardis ist rezeptpflichtig und darf nur auf ärztliche Verordnung hin eingenommen werden. Selbstmedikation ist bei diesem Arzneimittel nicht vorgesehen.

Wirkstoff & Wirkweise

Der Wirkstoff Telmisartan blockiert selektiv die Angiotensin-II-Typ-1-Rezeptoren (AT1-Rezeptoren). Angiotensin II ist ein körpereigenes Hormon, das die Blutgefäße verengt und den Blutdruck erhöht. Indem Telmisartan diese Rezeptoren blockiert, werden die gefäßverengenden und blutdrucksteigernden Effekte von Angiotensin II gehemmt. Dies führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße und einer Senkung des Blutdrucks. Im Vergleich zu einigen anderen ARB zeichnet sich Telmisartan durch eine lange Halbwertszeit aus, was eine einmal tägliche Einnahme ermöglicht.

Anwendung & Dosierung

Die übliche Anfangsdosis von Micardis beträgt 40 mg einmal täglich. Je nach Ansprechen und ärztlicher Beurteilung kann die Dosis auf 80 mg einmal täglich erhöht werden. Micardis-Tabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Tabletten sollten mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. Wasser) geschluckt und nicht zerteilt oder zerkaut werden.

  • Einnahme einmal täglich, möglichst zur gleichen Tageszeit
  • Einnahme unabhängig von den Mahlzeiten möglich
  • Tabletten nicht zerkauen oder zerteilen
  • Regelmäßige Blutdruckkontrollen sind während der Therapie empfehlenswert
⚠️ Wichtig

Die Dosierung darf nicht eigenständig verändert werden. Auch bei Beschwerdefreiheit sollte die Therapie nur nach ärztlicher Rücksprache angepasst oder beendet werden, da Bluthochdruck häufig symptomlos verläuft.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Micardis Nebenwirkungen hervorrufen. Nicht alle Patientinnen und Patienten sind davon betroffen. Zu den häufiger berichteten Nebenwirkungen zählen:

  • Infektionen der oberen Atemwege (z. B. Nasopharyngitis)
  • Schwindel
  • Rückenschmerzen
  • Erhöhte Kreatinin-Werte im Blut

Seltener können auch ernstere Reaktionen auftreten, wie ausgeprägte Blutdruckabfälle (Hypotonie), Nierenfunktionsstörungen oder allergische Reaktionen. Sollten ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden auftreten, ist umgehend ärztlicher Rat einzuholen.

ℹ️ Hinweis

Bei Zeichen einer schweren allergischen Reaktion wie Gesichtsschwellung, Atemnot oder Hautausschlag ist sofort ein Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen beziehungsweise der ärztliche Notdienst zu kontaktieren.

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Telmisartan kann mit verschiedenen anderen Arzneimitteln wechselwirken. Besondere Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Einnahme von:

  • Anderen blutdrucksenkenden Mitteln (additive Wirkung möglich)
  • Kaliumsparenden Diuretika oder Kaliumsupplementen (Risiko erhöhter Kaliumspiegel)
  • Nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac (verminderte blutdrucksenkende Wirkung und mögliche Nierenfunktionsstörungen)
  • Lithium (erhöhte Lithium-Spiegel im Blut möglich)

Micardis darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Telmisartan oder einen der sonstigen Bestandteile, bei schwerer Leberinsuffizienz sowie in Kombination mit Aliskiren bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus. Während der Schwangerschaft – insbesondere ab dem zweiten Trimenon – ist Micardis kontraindiziert. Frauen im gebärfähigen Alter sollten dies unbedingt mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen.

⚠️ Wichtig

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt stets vollständig über alle eingenommenen Arzneimittel, einschließlich rezeptfreier Präparate und Nahrungsergänzungsmittel, um mögliche Wechselwirkungen frühzeitig zu erkennen.

❓ Häufig gestellte Fragen

Micardis ist für Erwachsene mit erhöhtem Blutdruck (arterielle Hypertonie) vorgesehen. Es kann zudem bei bestimmten Patientengruppen mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko eingesetzt werden. Die Eignung wird individuell von der behandelnden Ärztin oder dem Arzt beurteilt.
Micardis sollte nicht ohne Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt abgesetzt werden. Ein plötzliches Absetzen kann dazu führen, dass der Blutdruck wieder ansteigt. Die Beendigung oder Anpassung der Therapie sollte immer medizinisch begleitet werden.
Ein spürbarer blutdrucksenkender Effekt tritt in der Regel innerhalb von zwei bis vier Wochen nach Therapiebeginn ein. Die volle Wirkung kann sich erst nach weiteren Wochen vollständig entfalten. Regelmäßige Blutdruckkontrollen helfen dabei, den Behandlungserfolg zu überwachen.
Micardis ist während der Schwangerschaft, insbesondere ab dem zweiten Trimenon, kontraindiziert, da es dem ungeborenen Kind schaden kann. Frauen, die schwanger werden möchten oder eine Schwangerschaft festgestellt haben, sollten umgehend ihre Ärztin oder ihren Arzt informieren. Es wird eine alternative blutdrucksenkende Therapie besprochen.
Micardis kann in Einzelfällen Schwindel oder Benommenheit verursachen, was die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit zur Bedienung von Maschinen beeinträchtigen kann. Besonders zu Beginn der Therapie sollte daher Vorsicht geboten sein. Im Zweifel ist ärztlicher Rat einzuholen.
⚠️ Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Arztbesuch und keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten immer mit einem Arzt oder Apotheker.

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