Qlaira ist ein hormonelles Kombinationspräparat zur Empfängnisverhütung. Es enthält die beiden Wirkstoffe Estradiolvalerat und Dienogest und gehört zur Gruppe der oralen Kontrazeptiva. Im Unterschied zu klassischen Antibabypillen verwendet Qlaira ein naturnäheres Östrogen und ein gestuftes Dosierungsschema. Vor der Anwendung sollte stets eine ärztliche Beratung erfolgen.
Was ist Qlaira?
Qlaira ist eine sogenannte Mehrphasenpille, die in einem 28-tägigen Einnahmeplan organisiert ist. Der Blister enthält Tabletten mit unterschiedlichen Wirkstoffmengen sowie zwei wirkstofffreie Tabletten am Ende. Das Präparat ist zur hormonellen Verhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter zugelassen. Darüber hinaus ist Qlaira in einigen Ländern auch zur Behandlung starker Menstruationsblutungen (Menorrhagie) zugelassen – die konkrete Indikation klärt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt ab.
Wirkstoff & Wirkweise
Qlaira enthält zwei Wirkstoffe:
- Estradiolvalerat: Ein Östrogen, das im Körper zu Estradiol umgewandelt wird. Es entspricht dem körpereigenen weiblichen Geschlechtshormon und gilt als naturnäheres Östrogen im Vergleich zum synthetischen Ethinylestradiol, das in vielen anderen Pillen eingesetzt wird.
- Dienogest: Ein synthetisches Gestagen mit einer günstigen Selektivität für Progesteronrezeptoren. Es ergänzt die Wirkung des Östrogens im Verhütungskonzept.
Die Kombination beider Wirkstoffe hemmt den Eisprung (Ovulationshemmung), verändert den Gebärmutterschleim (Zervixschleimveränderung) und beeinflusst die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), sodass eine Einnistung einer befruchteten Eizelle erschwert wird.
Das gestufte Dosierungsschema von Qlaira mit unterschiedlichen Wirkstoffmengen in den einzelnen Tabletten unterscheidet sich deutlich von konventionellen Einphasenpillen. Eine eigenständige Umstellung ohne ärztliche Rücksprache ist daher nicht empfehlenswert.
Anwendung & Dosierung
Qlaira wird täglich, möglichst zur gleichen Uhrzeit, eingenommen. Der 28-Tage-Blister enthält folgende Tabletten in festgelegter Reihenfolge:
- 2 dunkelgelbe Tabletten (Estradiolvalerat 3 mg)
- 5 mittelrote Tabletten (Estradiolvalerat 2 mg + Dienogest 2 mg)
- 17 hellgelbe Tabletten (Estradiolvalerat 2 mg + Dienogest 3 mg)
- 2 dunkelrote Tabletten (Estradiolvalerat 1 mg)
- 2 weiße Placebotabletten (ohne Wirkstoff)
Die Tabletten müssen in der vorgegebenen Reihenfolge eingenommen werden. Nach dem letzten Blister wird ohne Pause sofort mit dem nächsten begonnen. Bei Vergessen einer Tablette oder bei Erbrechen und Durchfall gelten spezielle Verhaltensregeln, die dem Beipackzettel zu entnehmen sind und im Zweifelsfall ärztlich besprochen werden sollten.
Qlaira darf nicht eigenständig ohne ärztliche Verschreibung und Beratung angewendet werden. Die Ersteinnahme sowie jede Änderung der Verhütungsmethode sollte mit einer Ärztin oder einem Arzt abgestimmt werden.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Qlaira Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jeder Person auftreten müssen. Zu den häufig berichteten Nebenwirkungen gehören:
- Kopfschmerzen oder Migräne
- Übelkeit
- Brustspannen oder Brustschmerzen
- Zwischenblutungen, insbesondere in den ersten Einnahmemonaten
- Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen
- Gewichtsveränderungen
Seltenere, aber ernst zu nehmende Nebenwirkungen umfassen thromboembolische Ereignisse (z. B. Blutgerinnsel in Venen oder Arterien). Bei Auftreten von Symptomen wie starken Brustschmerzen, Atemnot, einseitigen Beinschmerzen oder Sehstörungen sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Qlaira kann Wechselwirkungen mit verschiedenen Arzneimitteln eingehen. Bestimmte Medikamente können die Wirksamkeit des Verhütungsmittels herabsetzen, darunter:
- Bestimmte Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Phenytoin)
- Rifampicin (Antibiotikum)
- Bestimmte HIV-Medikamente (Proteasehemmer, nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer)
- Johanniskraut (pflanzliches Präparat)
Gegenanzeigen für die Anwendung von Qlaira bestehen unter anderem bei:
- Bekannten oder vermuteten thromboembolischen Erkrankungen
- Schwangerschaft oder Stillzeit
- Schweren Lebererkrankungen
- Hormonabhängigen Tumoren
- Ungeklärten Vaginalblutungen
Diese Informationen ersetzen nicht die individuelle ärztliche Beratung. Bitte sprechen Sie alle Fragen zu Anwendung, Verträglichkeit und möglichen Wechselwirkungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sowie dem Apothekenpersonal durch.