Serevent ist ein verschreibungspflichtiges Inhalationspräparat, das den Wirkstoff Salmeterol enthält und zur Langzeitbehandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale und chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) eingesetzt wird. Die Anwendung sollte stets in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen.
Was ist Serevent?
Serevent ist ein langwirksames Bronchodilatativum (LABA – Long-Acting Beta-2-Agonist) aus dem Hause GlaxoSmithKline. Es ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, unter anderem als Dosieraerosol und als Pulverinhalator (Serevent Diskus). Das Präparat ist nicht zur Akutbehandlung eines Asthmaanfalls geeignet, sondern dient der langfristigen Kontrolle von Atemwegsbeschwerden. Für akute Beschwerden ist stets ein kurzwirksames Bronchodilatativum (SABA) bereitzuhalten.
Serevent darf bei Asthma nur in Kombination mit einem inhalativen Kortikosteroid angewendet werden. Eine Monotherapie mit Salmeterol bei Asthma ist nach aktuellen Leitlinien nicht empfohlen.
Wirkstoff & Wirkweise
Der Wirkstoff Salmeterol gehört zur Gruppe der Beta-2-Sympathomimetika. Er bindet selektiv an Beta-2-Adrenozeptoren in der glatten Muskulatur der Atemwege und bewirkt dort eine Entspannung (Bronchodilatation). Dadurch werden die Atemwege erweitert und der Atemwiderstand verringert. Die Wirkung setzt langsamer ein als bei kurzwirksamen Beta-2-Agonisten, hält jedoch bis zu 12 Stunden an, was eine zweimal tägliche Anwendung ermöglicht. Salmeterol kann zudem die Freisetzung von Entzündungsmediatoren aus Mastzellen hemmen.
Anwendung & Dosierung
Die Anwendung von Serevent erfolgt ausschließlich durch Inhalation. Die übliche Dosierung für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren beträgt:
- Asthma bronchiale: 50 µg Salmeterol (2 Hübe à 25 µg Dosieraerosol oder 1 Inhalation Diskus) zweimal täglich
- COPD: 50 µg Salmeterol zweimal täglich
- Kinder (4–11 Jahre, nur Asthma): 50 µg zweimal täglich, ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht
Die Inhalationstechnik sollte regelmäßig von einer Fachkraft überprüft werden, da eine korrekte Anwendung entscheidend für die Wirksamkeit ist. Das Mundstück des Inhalators ist nach der Anwendung sauber zu halten.
Serevent darf nicht zur Behandlung akuter Asthmaanfälle verwendet werden. Bei plötzlicher Atemnot oder Verschlechterung der Symptome ist sofort ein schnell wirkendes Notfallmedikament einzusetzen und ärztliche Hilfe aufzusuchen.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Serevent Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufig berichteten Nebenwirkungen zählen:
- Kopfschmerzen
- Muskelkrämpfe oder Zittern (Tremor)
- Herzklopfen (Palpitationen)
- Reizungen im Mund- und Rachenraum
Gelegentlich können auch Herzrhythmusstörungen, ein Abfall des Kaliumspiegels im Blut (Hypokaliämie) oder paradoxe Bronchospasmen auftreten. Im Falle eines paradoxen Bronchospasmus ist die Anwendung sofort zu beenden und ärztlicher Rat einzuholen. Alle unerwünschten Wirkungen sollten der behandelnden Ärztin oder dem Arzt mitgeteilt werden.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Serevent sollte nicht gleichzeitig mit anderen Beta-2-Agonisten angewendet werden. Wichtige Wechselwirkungen bestehen mit:
- Betablockern: Diese können die Wirkung von Salmeterol abschwächen oder aufheben.
- MAO-Hemmern und trizyklischen Antidepressiva: Mögliche Verstärkung kardiovaskulärer Effekte.
- Starken CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol, Ritonavir): Erhöhte Salmeterol-Plasmaspiegel möglich.
Serevent ist kontraindiziert bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Salmeterol oder einem der sonstigen Bestandteile. In der Schwangerschaft und Stillzeit ist die Anwendung nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung vertretbar. Bitte informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle weiteren Medikamente, die Sie einnehmen.