Sevikar ist ein verschreibungspflichtiges Kombinationsarzneimittel, das zur Behandlung von Bluthochdruck (essenzieller Hypertonie) bei Erwachsenen eingesetzt wird. Es enthält zwei blutdrucksenkende Wirkstoffe in einer einzigen Tablette und wird ausschließlich nach ärztlicher Verschreibung und Beratung angewendet.
Was ist Sevikar?
Sevikar ist ein Fertigarzneimittel des Herstellers Daiichi Sankyo, das zwei unterschiedliche Wirkstoffklassen miteinander kombiniert: den Angiotensin-II-Rezeptorblocker Olmesartanmedoxomil und den Calciumkanalblocker Amlodipin. Diese Fixkombination wird eingesetzt, wenn der Blutdruck mit einem einzelnen Wirkstoff nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Die Tabletten sind zur oralen Einnahme bestimmt und in verschiedenen Dosisstärken erhältlich.
Wirkstoff & Wirkweise
Sevikar enthält zwei ergänzend wirkende Substanzen:
- Olmesartanmedoxomil gehört zur Gruppe der Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB). Der Wirkstoff blockiert die Bindungsstellen für Angiotensin II, ein Hormon, das die Blutgefäße verengt und den Blutdruck erhöht. Durch die Blockade dieser Rezeptoren entspannen sich die Gefäßwände, und der Blutdruck sinkt.
- Amlodipin ist ein Calciumkanalblocker (Dihydropyridin-Typ). Er hemmt den Einstrom von Calciumionen in die glatte Muskulatur der Blutgefäße, was ebenfalls zur Gefäßerweiterung und damit zur Blutdrucksenkung beiträgt.
Durch das Zusammenwirken beider Mechanismen kann eine effektivere Blutdruckkontrolle erreicht werden als mit jedem Wirkstoff allein. Die genaue Wirkungsweise und die Eignung für Ihre individuelle Situation sollte ausschließlich ein Arzt beurteilen.
Sevikar ist ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Ändern Sie die Dosierung niemals eigenmächtig und setzen Sie das Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab.
Anwendung & Dosierung
Die Dosierung von Sevikar wird individuell vom behandelnden Arzt festgelegt. Die Tabletten werden in der Regel einmal täglich zur gleichen Uhrzeit eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. Die Tabletten sollten mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) geschluckt und nicht zerteilt oder zerkaut werden.
Sevikar ist in drei Dosisstärken verfügbar:
- 20 mg Olmesartanmedoxomil / 5 mg Amlodipin
- 40 mg Olmesartanmedoxomil / 5 mg Amlodipin
- 40 mg Olmesartanmedoxomil / 10 mg Amlodipin
Üblicherweise wird Sevikar eingesetzt, wenn Patienten bereits mit den Einzelwirkstoffen in entsprechenden Dosierungen behandelt wurden. Die Entscheidung über die geeignete Dosisstärke trifft ausschließlich der Arzt.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Sevikar Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jedem Patienten auftreten müssen. Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Personen betreffen) umfassen:
- Ödeme (Wasseransammlungen), insbesondere in den Beinen und Knöcheln
- Schwindelgefühl
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Hitzegefühl (Flush)
Gelegentlich können auch Herzrasen, Magen-Darm-Beschwerden oder Muskelkrämpfe auftreten. In seltenen Fällen wurden schwere Reaktionen wie eine starke Blutdrucksenkung oder allergische Reaktionen beobachtet.
Wenn Sie Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion bemerken (z. B. Schwellung von Gesicht, Lippen oder Zunge, Atemnot), informieren Sie sofort einen Arzt oder rufen Sie den Notruf. Berichten Sie Ihrem Arzt außerdem über alle unerwünschten Wirkungen, die Sie während der Einnahme bemerken.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Sevikar kann Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln eingehen. Informieren Sie Ihren Arzt stets über alle Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzlichen Präparate, die Sie einnehmen. Besondere Vorsicht ist geboten bei:
- Anderen blutdrucksenkenden Mitteln (verstärkte Wirkung möglich)
- Kaliumsparenden Diuretika oder Kaliumpräparaten (Hyperkaliämiegefahr)
- Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen (Abschwächung der Wirkung möglich)
- Lithiumpräparaten (erhöhte Lithiumspiegel im Blut möglich)
- CYP3A4-Inhibitoren wie Clarithromycin oder Ketoconazol (können den Amlodipinspiegel erhöhen)
Sevikar darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der Wirkstoffe, bei schwerer Leberinsuffizienz, in der Schwangerschaft (ab dem 2. Trimenon) sowie bei gleichzeitiger Einnahme von Aliskiren bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion. Auch bei stillenden Frauen ist die Anwendung kontraindiziert. Die vollständige Liste der Gegenanzeigen entnehmen Sie bitte dem Beipackzettel oder sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.