Geburtenkontrolle

Triquilar – Informationen zum dreiphasigen oralen Kontrazeptivum

Triquilar Originalverpackung
💊 Medikamenten-Steckbrief
HandelsnameTriquilar
Wirkstoff (INN)Levonorgestrel / Ethinylestradiol
DarreichungsformDreiphasige Tabletten: Phase 1 (6 Tbl.): 0,05 mg Levonorgestrel + 0,03 mg Ethinylestradiol; Phase 2 (5 Tbl.): 0,075 mg + 0,04 mg; Phase 3 (10 Tbl.): 0,125 mg + 0,03 mg
AnwendungsgebietOrale Kontrazeption (Empfängnisverhütung)
KategorieGeburtenkontrolle

Triquilar ist ein dreiphasiges orales Kontrazeptivum, das zur Empfängnisverhütung eingesetzt wird. Es enthält die beiden Wirkstoffe Levonorgestrel (ein Gestagen) und Ethinylestradiol (ein synthetisches Östrogen) in drei unterschiedlichen Dosisstufen, die dem natürlichen Hormonspiegel im weiblichen Zyklus angepasst sind. Die Anwendung sollte stets in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen.

Was ist Triquilar?

Triquilar gehört zur Gruppe der kombinierten oralen Kontrazeptiva und ist als sogenannte Dreiphasenpille konzipiert. Das bedeutet, dass die Tabletten innerhalb einer Packung in drei Phasen mit jeweils unterschiedlichen Hormonmengen aufgeteilt sind. Ziel dieser Abstufung ist es, die Hormondosen möglichst niedrig zu halten und gleichzeitig eine zuverlässige Verhütungswirkung zu erzielen. Jede Packung enthält 21 Tabletten für einen vollständigen Zyklus.

Wirkstoff & Wirkweise

Die beiden Wirkstoffe in Triquilar – Levonorgestrel und Ethinylestradiol – wirken auf mehreren Ebenen zusammen:

  • Hemmung des Eisprungs (Ovulationshemmung): Die Hormonkombination unterdrückt den monatlichen Eisprung, sodass keine Eizelle freigesetzt wird.
  • Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim am Gebärmutterhals wird eingedickt, was das Eindringen von Spermien erschwert.
  • Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Die Schleimhaut wird so verändert, dass sich eine befruchtete Eizelle schlechter einnisten kann.

Durch das Zusammenspiel dieser Mechanismen erreicht Triquilar bei korrekter Anwendung eine hohe kontrazeptive Sicherheit.

ℹ️ Hinweis

Der Pearl-Index kombinierter oraler Kontrazeptiva liegt bei korrekter Anwendung in der Regel unter 1, was auf eine hohe Verhütungssicherheit hinweist. Dennoch bieten orale Kontrazeptiva keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Anwendung & Dosierung

Triquilar wird grundsätzlich nach einem festen Schema eingenommen. Die genaue Anwendung sollte immer mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden:

  • Die Einnahme beginnt am ersten Tag der Menstruation oder nach Anweisung der behandelnden Ärztin bzw. des Arztes.
  • Täglich wird eine Tablette – möglichst zur gleichen Uhrzeit – eingenommen, beginnend mit den Tabletten der Phase 1, gefolgt von Phase 2 und Phase 3.
  • Nach 21 Einnahmetagen folgt eine 7-tägige Pause, in der in der Regel eine Abbruchblutung einsetzt.
  • Nach der Pause beginnt die nächste Packung, auch wenn die Blutung noch nicht abgeklungen ist.

Wird eine Tablette vergessen, sollte die Packungsbeilage konsultiert und ärztlicher Rat eingeholt werden, da die Verhütungssicherheit beeinträchtigt sein kann.

⚠️ Wichtig

Triquilar ist verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Verordnung angewendet werden. Vor Beginn der Einnahme ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich, um mögliche Risikofaktoren – wie Thromboseneigung, Bluthochdruck oder bestimmte Vorerkrankungen – auszuschließen.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Triquilar Nebenwirkungen verursachen. Die folgende Auflistung ist nicht vollständig; die Packungsbeilage sowie ärztlicher Rat sind maßgeblich:

  • Häufig: Kopfschmerzen, Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Brustspannen, Zwischenblutungen – insbesondere zu Beginn der Anwendung.
  • Gelegentlich: Gewichtsveränderungen, verminderte Libido, Kontaktlinsenunverträglichkeit.
  • Selten, aber ernst: Erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien (Blutgerinnsel in den Venen), arterielle Ereignisse sowie Blutdruckanstieg.

Treten ungewöhnliche Beschwerden auf, sollte umgehend ärztliche Hilfe aufgesucht werden.

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Bestimmte Arzneimittel können die Wirkung von Triquilar beeinflussen oder selbst durch Triquilar beeinflusst werden. Besonders relevant sind:

  • Enzyminduzierende Arzneimittel (z. B. bestimmte Antiepileptika, Rifampicin, Johanniskraut) können die Wirksamkeit herabsetzen.
  • Bestimmte Antibiotika können – in seltenen Fällen – die Verhütungssicherheit beeinflussen.

Triquilar darf unter anderem nicht angewendet werden bei:

  • Bekannten oder vermuteten Thrombosen oder Thromboembolien
  • Schwerer Lebererkrankung oder Lebertumore
  • Bestehender oder vermuteter Schwangerschaft
  • Bestimmten hormonabhängigen Erkrankungen (z. B. bestimmte Krebsarten)
  • Ungeklärten Vaginalblutungen
ℹ️ Hinweis

Diese Informationen ersetzen nicht die individuelle ärztliche Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Triquilar stets mit einer Ärztin oder einem Arzt und lesen Sie die Packungsbeilage sorgfältig.

❓ Häufig gestellte Fragen

Bei korrekter und konsequenter Einnahme gilt Triquilar als sehr sicheres Kontrazeptivum. Der Pearl-Index liegt bei typischer Anwendung unter 1. Vergessene Tabletten oder Wechselwirkungen mit anderen Mitteln können die Sicherheit jedoch verringern. Eine ärztliche Beratung hilft, Anwendungsfehler zu vermeiden.
Wenn die Einnahme am ersten Tag der Menstruation beginnt, ist in der Regel sofort ein Verhütungsschutz gegeben. Bei einem späteren Einnahmebeginn innerhalb des Zyklus empfiehlt die behandelnde Ärztin oder der Arzt häufig, in den ersten 7 Tagen zusätzliche Verhütungsmethoden zu verwenden. Die genauen Angaben entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage oder dem ärztlichen Rat.
Wenn Sie eine Tablette vergessen haben, sollte diese so schnell wie möglich nachgeholt werden, sofern die nächste Einnahme nicht bereits ansteht. Je nach Zeitpunkt im Zyklus und der Phasenzugehörigkeit der vergessenen Tablette kann die Verhütungssicherheit beeinträchtigt sein. Lesen Sie in diesem Fall die Packungsbeilage sorgfältig und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Grundsätzlich ist es möglich, durch das Weglassen der Einnahmepause den Beginn der Abbruchblutung zu verschieben. Dies sollte jedoch nur nach ausdrücklicher ärztlicher Beratung erfolgen, da bei einem Dreiphasenpräparat wie Triquilar besondere Regeln zu beachten sind. Eine eigenmächtige Veränderung des Einnahmeschemas kann die Verhütungssicherheit beeinflussen.
Nach dem Absetzen von Triquilar kehren Eisprung und Fruchtbarkeit in der Regel innerhalb weniger Wochen bis Monate zurück. In manchen Fällen kann es etwas länger dauern, bis sich der Zyklus normalisiert hat. Wenn Sie nach dem Absetzen innerhalb von drei Monaten keine regelmäßige Menstruation haben, sollten Sie ärztlichen Rat suchen.
⚠️ Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Arztbesuch und keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten immer mit einem Arzt oder Apotheker.

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