Ventolair ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das zur regelmäßigen Langzeitbehandlung von Asthma bronchiale eingesetzt wird. Es enthält einen entzündungshemmenden Wirkstoff und wird über ein Dosieraerosol direkt in die Atemwege inhaliert. Die folgenden Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen nicht das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was ist Ventolair?
Ventolair gehört zur Gruppe der inhalativen Kortikosteroide (ICS). Es wird zur sogenannten Basistherapie oder Dauerbehandlung von Asthma verwendet, um die zugrunde liegende Entzündung der Atemwege zu kontrollieren. Ventolair ist kein Notfallmedikament und eignet sich nicht zur raschen Linderung eines akuten Asthmaanfalls.
Für akute Atemnot benötigen Sie ein schnell wirksames Bedarfsmedikament. Ventolair entfaltet seine Wirkung erst bei regelmäßiger Anwendung über einen längeren Zeitraum.
Wirkstoff & Wirkweise
Der enthaltene Wirkstoff ist Beclometasondipropionat, ein synthetisches Glukokortikoid. Bei Asthma sind die Atemwege chronisch entzündet, was zu Schwellungen, vermehrter Schleimbildung und einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Reizen führt.
Beclometason wirkt lokal in den Bronchien und kann:
- die Entzündungsreaktion in den Atemwegen vermindern,
- die Schwellung der Schleimhaut reduzieren,
- die Überempfindlichkeit der Bronchien gegenüber Reizen verringern.
Durch die regelmäßige Anwendung soll die Asthmakontrolle verbessert und die Häufigkeit von Beschwerden verringert werden. Die volle Wirkung stellt sich häufig erst nach einigen Tagen bis Wochen ein.
Anwendung & Dosierung
Ventolair wird als Dosieraerosol inhaliert. Die genaue Dosierung legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt individuell fest und richtet sich nach dem Schweregrad des Asthmas, dem Alter und dem Ansprechen auf die Behandlung.
Allgemeine Hinweise zur Anwendung:
- Wenden Sie Ventolair regelmäßig und möglichst zu festen Zeiten an, auch wenn Sie sich beschwerdefrei fühlen.
- Spülen Sie nach jeder Inhalation den Mund mit Wasser aus oder putzen Sie die Zähne, um Nebenwirkungen im Mund- und Rachenraum zu verringern.
- Eine korrekte Inhalationstechnik ist wichtig, damit der Wirkstoff die Atemwege erreicht. Lassen Sie sich die Anwendung gegebenenfalls zeigen.
Setzen Sie Ventolair nicht eigenmächtig ab und ändern Sie die Dosis nicht ohne ärztliche Rücksprache. Ein plötzliches Beenden kann zu einer Verschlechterung des Asthmas führen.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Ventolair Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jedem auftreten. Häufiger beobachtet werden:
- Pilzinfektionen (Soor) im Mund- und Rachenraum,
- Heiserkeit und Reizungen im Hals,
- Husten unmittelbar nach der Inhalation.
Seltener können allergische Reaktionen, Auswirkungen auf das Wachstum bei Kindern bei langfristiger Anwendung oder, in hohen Dosen, systemische Kortison-Effekte auftreten. Wenden Sie sich bei anhaltenden oder ungewöhnlichen Beschwerden an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen. Bestimmte Substanzen, etwa starke Hemmstoffe des Leberenzyms CYP3A4 (zum Beispiel manche Antimykotika oder bestimmte antivirale Medikamente), können die Wirkung von Beclometason beeinflussen.
Ventolair sollte nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile. Besondere Vorsicht gilt unter anderem bei:
- Infektionen der Atemwege,
- unbehandelter Tuberkulose,
- Schwangerschaft und Stillzeit.
Ob Ventolair für Sie geeignet ist und in welcher Dosierung, sollte stets ärztlich abgeklärt werden. Lesen Sie zudem immer die Packungsbeilage.