Yasminelle ist ein kombiniertes orales Kontrazeptivum, das zur Verhütung einer ungewollten Schwangerschaft eingesetzt wird. Es enthält zwei synthetische Hormone – Ethinylestradiol und Drospirenon – und gehört zur Gruppe der niedrig dosierten einphasigen Pillen. Die Anwendung sollte stets in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen.
Was ist Yasminelle?
Yasminelle ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel aus der Gruppe der kombinierten hormonalen Verhütungsmittel. Jede der 21 wirkstoffhaltigen Tabletten enthält eine festgelegte Menge der beiden Hormone Ethinylestradiol (0,02 mg) und Drospirenon (3 mg). Das Präparat wird in einem 28-tägigen Zyklus angewendet: 21 Tage mit Wirkstofftabletten, gefolgt von 7 tablettenfreien Tagen, in denen in der Regel eine Abbruchblutung auftritt.
Wirkstoff & Wirkweise
Die verhütende Wirkung von Yasminelle beruht auf mehreren sich ergänzenden Mechanismen:
- Hemmung des Eisprungs (Ovulationshemmung): Die Hormonkombination unterdrückt die Ausschüttung der Hormone LH und FSH aus der Hirnanhangsdrüse, wodurch kein Eisprung stattfindet.
- Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim am Gebärmutterhals wird dickflüssiger, was das Eindringen von Spermien erschwert.
- Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Die Schleimhaut verändert sich so, dass eine Einnistung einer befruchteten Eizelle unwahrscheinlich wird.
Drospirenon ist ein antiandrogenes und antimineralokortikoides Gestagen, das strukturell dem körpereigenen Progesteron ähnelt. Dies unterscheidet Yasminelle von anderen kombinierten Pillen mit anderen Gestagenen.
Yasminelle schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen (STIs). Zum Schutz vor STIs ist die zusätzliche Verwendung von Kondomen erforderlich.
Anwendung & Dosierung
Yasminelle wird einmal täglich zur gleichen Uhrzeit eingenommen, vorzugsweise morgens oder abends. Die Tabletten sollten in der auf der Packung angegebenen Reihenfolge eingenommen werden. Ein Einnahmeplan sieht wie folgt aus:
- 21 Tage lang täglich eine Tablette einnehmen.
- Anschließend 7 tablettenfreie Tage einhalten – in dieser Zeit tritt in der Regel eine Entzugsblutung auf.
- Nach den 7 Tagen wird die nächste Packung begonnen, unabhängig davon, ob die Blutung noch andauert.
Bei der Erstanwendung, nach einer Fehlgeburt oder nach dem Absetzen anderer hormoneller Verhütungsmittel gelten besondere Einnahmeregeln. Die genaue Vorgehensweise sollte ärztlich besprochen werden.
Wird eine Tablette vergessen oder mehr als 12 Stunden zu spät eingenommen, kann der Verhütungsschutz beeinträchtigt sein. In diesem Fall sind die Anweisungen im Beipackzettel zu befolgen und ggf. zusätzliche Verhütungsmaßnahmen zu treffen.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Yasminelle Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jeder Person auftreten müssen. Häufig berichtete Nebenwirkungen umfassen:
- Kopfschmerzen oder Migräne
- Übelkeit, Bauchschmerzen
- Brustspannen oder -schmerzen
- Stimmungsschwankungen, verminderter Sexualtrieb
- Zwischenblutungen, besonders in den ersten Einnahmemonaten
- Gewichtsveränderungen
Seltenere, aber ernstere Nebenwirkungen beinhalten das erhöhte Risiko für venöse Thromboembolien (z. B. Beinvenenthrombose oder Lungenembolie). Bei anhaltenden Schmerzen in Brust oder Beinen, plötzlicher Atemnot oder starken Kopfschmerzen sollte umgehend ärztliche Hilfe aufgesucht werden.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Bestimmte Arzneimittel können die Wirksamkeit von Yasminelle beeinflussen oder selbst durch Yasminelle beeinflusst werden. Dazu zählen unter anderem:
- Bestimmte Antibiotika (z. B. Rifampicin)
- Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Phenytoin)
- Bestimmte antiretrovirale Mittel (HIV-Therapie)
- Johanniskraut-haltige Präparate
Yasminelle darf nicht angewendet werden bei bestehenden oder früheren Thrombosen, schweren Lebererkrankungen, hormonabhängigen Tumoren, ungeklärten Vaginalblutungen sowie in der Schwangerschaft oder Stillzeit. Eine vollständige Liste der Gegenanzeigen entnehmen Sie bitte dem Beipackzettel und klären Sie die individuelle Eignung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Raucherinnen über 35 Jahren haben bei der Einnahme kombinierter oraler Kontrazeptiva ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Dieses Thema sollte unbedingt ärztlich besprochen werden.