Zoely ist ein hormonales Kombinationspräparat zur Verhütung, das zwei Wirkstoffe enthält: Nomegestrolacetat (ein Gestagen) und Estradiol (ein natürliches Östrogen). Im Gegensatz zu vielen anderen kombinierten Pillen verwendet Zoely eine dem körpereigenen Östrogen sehr ähnliche Verbindung. Die Anwendung sollte stets in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen.
Was ist Zoely?
Zoely ist eine kombinierte hormonale Verhütungspille, die zur oralen Kontrazeption bei Frauen im gebärfähigen Alter zugelassen ist. Die Tabletten werden in einer fest vorgegebenen Reihenfolge eingenommen: 24 weiße Wirkstofftabletten, gefolgt von 4 gelben Placebotabletten. Das Präparat ist verschreibungspflichtig und in Deutschland nur auf Rezept erhältlich.
Zoely schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Für diesen Schutz sind zusätzliche Barrieremethoden wie Kondome erforderlich.
Wirkstoff & Wirkweise
Zoely enthält die folgenden Wirkstoffe je Tablette:
- Nomegestrolacetat (2,5 mg): Ein synthetisches Gestagen mit hoher Selektivität für den Progesteronrezeptor.
- Estradiol (1,5 mg): Ein natürliches Östrogen, das dem körpereigenen 17β-Estradiol strukturell entspricht.
Die Verhütungswirkung beruht auf mehreren Mechanismen: Erstens wird durch das Gestagen die Ovulation (Eisprung) gehemmt. Zweitens verändert sich die Beschaffenheit des Gebärmutterschleims, sodass Spermien erschwert in die Gebärmutter gelangen können. Drittens kann auch die Gebärmutterschleimhaut beeinflusst werden, was eine Einnistung einer befruchteten Eizelle unwahrscheinlicher macht.
Anwendung & Dosierung
Zoely wird in einem 28-tägigen Schema eingenommen. Dabei gelten folgende Grundregeln:
- Täglich eine Tablette zur gleichen Tageszeit, möglichst ohne Pause zwischen den Packungen.
- Zunächst 24 weiße Tabletten mit Wirkstoff, dann 4 gelbe Placebotabletten.
- Während der Einnahme der Placebotabletten tritt in der Regel eine Abbruchblutung auf.
- Beim erstmaligen Beginn wird die Einnahme üblicherweise am ersten Tag der Menstruation gestartet.
Wird eine Tablette vergessen oder mehr als 12 Stunden zu spät eingenommen, kann der Verhütungsschutz eingeschränkt sein. Beachten Sie in diesem Fall die Anweisungen im Beipackzettel und wenden Sie sich bei Unsicherheiten an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Zoely Nebenwirkungen verursachen. Die folgende Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; vollständige Informationen entnehmen Sie bitte dem Beipackzettel.
- Häufig (kann bis zu 1 von 10 Personen betreffen): Kopfschmerzen, Übelkeit, Akne, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme, Brustspannen, unregelmäßige Blutungen oder ausbleibende Menstruation.
- Gelegentlich: Libidoveränderungen, Migräne, Kontaktlinsenunverträglichkeit, Blutdruckanstieg.
- Selten: Thromboembolische Ereignisse (Blutgerinnsel in Venen oder Arterien).
Bei plötzlich auftretenden starken Schmerzen in Brust, Bein oder Arm, Atemnot, Sehstörungen oder Sprechschwierigkeiten suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf. Diese Symptome können auf ein thromboembolisches Ereignis hinweisen.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Zoely darf nicht angewendet werden bei:
- Bestehenden oder früheren venösen oder arteriellen thromboembolischen Erkrankungen
- Bekannten oder vermuteten hormonabhängigen Tumoren
- Schwangerschaft oder Stillzeit
- Schwerer Lebererkrankung oder Leberversagen
- Unklaren vaginalen Blutungen
Folgende Substanzen können die Wirksamkeit von Zoely beeinflussen:
- Enzyminduktoren (z. B. bestimmte Antiepileptika wie Carbamazepin, Rifampicin, Johanniskraut): Sie können den Hormonspiegel senken und den Verhütungsschutz verringern.
- HIV-Medikamente und bestimmte Antibiotika: Wechselwirkungen sind möglich; informieren Sie Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren Arzt stets über alle eingenommenen Medikamente.
Sprechen Sie vor der Einnahme von Zoely unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre persönliche Krankengeschichte, Risikofaktoren und alle weiteren Medikamente, die Sie einnehmen. Nur so kann die für Sie geeignete Verhütungsmethode sicher beurteilt werden.