Geburtenkontrolle

Zoely – Informationen zu Wirkstoff, Anwendung und Hinweisen

Zoely Originalverpackung
💊 Medikamenten-Steckbrief
HandelsnameZoely
Wirkstoff (INN)Nomegestrolacetat / Estradiol
Darreichungsform1 Tablette täglich (28-Tage-Zyklus: 24 Wirkstofftabletten + 4 Placebotabletten)
AnwendungsgebietHormonale Kontrazeption (Verhütung)
KategorieGeburtenkontrolle

Zoely ist ein hormonales Kombinationspräparat zur Verhütung, das zwei Wirkstoffe enthält: Nomegestrolacetat (ein Gestagen) und Estradiol (ein natürliches Östrogen). Im Gegensatz zu vielen anderen kombinierten Pillen verwendet Zoely eine dem körpereigenen Östrogen sehr ähnliche Verbindung. Die Anwendung sollte stets in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen.

Was ist Zoely?

Zoely ist eine kombinierte hormonale Verhütungspille, die zur oralen Kontrazeption bei Frauen im gebärfähigen Alter zugelassen ist. Die Tabletten werden in einer fest vorgegebenen Reihenfolge eingenommen: 24 weiße Wirkstofftabletten, gefolgt von 4 gelben Placebotabletten. Das Präparat ist verschreibungspflichtig und in Deutschland nur auf Rezept erhältlich.

ℹ️ Hinweis

Zoely schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Für diesen Schutz sind zusätzliche Barrieremethoden wie Kondome erforderlich.

Wirkstoff & Wirkweise

Zoely enthält die folgenden Wirkstoffe je Tablette:

  • Nomegestrolacetat (2,5 mg): Ein synthetisches Gestagen mit hoher Selektivität für den Progesteronrezeptor.
  • Estradiol (1,5 mg): Ein natürliches Östrogen, das dem körpereigenen 17β-Estradiol strukturell entspricht.

Die Verhütungswirkung beruht auf mehreren Mechanismen: Erstens wird durch das Gestagen die Ovulation (Eisprung) gehemmt. Zweitens verändert sich die Beschaffenheit des Gebärmutterschleims, sodass Spermien erschwert in die Gebärmutter gelangen können. Drittens kann auch die Gebärmutterschleimhaut beeinflusst werden, was eine Einnistung einer befruchteten Eizelle unwahrscheinlicher macht.

Anwendung & Dosierung

Zoely wird in einem 28-tägigen Schema eingenommen. Dabei gelten folgende Grundregeln:

  • Täglich eine Tablette zur gleichen Tageszeit, möglichst ohne Pause zwischen den Packungen.
  • Zunächst 24 weiße Tabletten mit Wirkstoff, dann 4 gelbe Placebotabletten.
  • Während der Einnahme der Placebotabletten tritt in der Regel eine Abbruchblutung auf.
  • Beim erstmaligen Beginn wird die Einnahme üblicherweise am ersten Tag der Menstruation gestartet.
⚠️ Wichtig

Wird eine Tablette vergessen oder mehr als 12 Stunden zu spät eingenommen, kann der Verhütungsschutz eingeschränkt sein. Beachten Sie in diesem Fall die Anweisungen im Beipackzettel und wenden Sie sich bei Unsicherheiten an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Zoely Nebenwirkungen verursachen. Die folgende Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; vollständige Informationen entnehmen Sie bitte dem Beipackzettel.

  • Häufig (kann bis zu 1 von 10 Personen betreffen): Kopfschmerzen, Übelkeit, Akne, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme, Brustspannen, unregelmäßige Blutungen oder ausbleibende Menstruation.
  • Gelegentlich: Libidoveränderungen, Migräne, Kontaktlinsenunverträglichkeit, Blutdruckanstieg.
  • Selten: Thromboembolische Ereignisse (Blutgerinnsel in Venen oder Arterien).
⚠️ Wichtig

Bei plötzlich auftretenden starken Schmerzen in Brust, Bein oder Arm, Atemnot, Sehstörungen oder Sprech­schwierigkeiten suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf. Diese Symptome können auf ein thromboembolisches Ereignis hinweisen.

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Zoely darf nicht angewendet werden bei:

  • Bestehenden oder früheren venösen oder arteriellen thromboembolischen Erkrankungen
  • Bekannten oder vermuteten hormonabhängigen Tumoren
  • Schwangerschaft oder Stillzeit
  • Schwerer Lebererkrankung oder Leberversagen
  • Unklaren vaginalen Blutungen

Folgende Substanzen können die Wirksamkeit von Zoely beeinflussen:

  • Enzyminduktoren (z. B. bestimmte Antiepileptika wie Carbamazepin, Rifampicin, Johanniskraut): Sie können den Hormonspiegel senken und den Verhütungsschutz verringern.
  • HIV-Medikamente und bestimmte Antibiotika: Wechselwirkungen sind möglich; informieren Sie Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren Arzt stets über alle eingenommenen Medikamente.
ℹ️ Hinweis

Sprechen Sie vor der Einnahme von Zoely unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre persönliche Krankengeschichte, Risikofaktoren und alle weiteren Medikamente, die Sie einnehmen. Nur so kann die für Sie geeignete Verhütungsmethode sicher beurteilt werden.

❓ Häufig gestellte Fragen

Zoely ist für Frauen im gebärfähigen Alter zur hormonalen Verhütung zugelassen. Die Eignung hängt von individuellen Gesundheitsfaktoren ab, die eine Ärztin oder ein Arzt beurteilen muss. Frauen mit bestimmten Vorerkrankungen – etwa Thromboseneigung oder hormonabhängigen Tumoren – dürfen Zoely nicht anwenden.
Zoely enthält als Östrogenkomponente Estradiol, das dem körpereigenen Östrogen sehr ähnlich ist, während viele andere Pillen das synthetische Ethinylestradiol verwenden. Außerdem ist der Östrogen-Anteil in Zoely mit 1,5 mg vergleichsweise niedrig dosiert. Ob dieses Profil für Sie persönlich Vorteile bietet, sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen.
Wenn Sie eine weiße Wirkstofftablette vergessen haben und die Einnahme weniger als 12 Stunden verspätet erfolgt, gilt der Verhütungsschutz als aufrechterhalten. Bei einer Verzögerung von mehr als 12 Stunden kann der Schutz eingeschränkt sein; verwenden Sie dann zusätzlich eine Barrieremethode und lesen Sie die genauen Hinweise im Beipackzettel. Wenden Sie sich bei Unsicherheit an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Ja, viele Anwenderinnen berichten von veränderten Blutungsmustern, darunter unregelmäßige Schmierblutungen, besonders in den ersten Monaten der Einnahme. Manche Frauen erleben während der Placebophase auch eine schwächere oder ausbleibende Abbruchblutung. Diese Veränderungen sind in der Regel harmlos, sollten aber bei anhaltenden oder starken Beschwerden ärztlich abgeklärt werden.
Nein, Zoely schützt ausschließlich vor einer ungewollten Schwangerschaft, nicht jedoch vor sexuell übertragbaren Infektionen wie HIV, Chlamydien oder Gonorrhö. Für einen Schutz vor Infektionen ist die zusätzliche Verwendung von Kondomen notwendig. Sprechen Sie bei Fragen zur sexuellen Gesundheit mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
⚠️ Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Arztbesuch und keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten immer mit einem Arzt oder Apotheker.

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