Arilin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das den Wirkstoff Metronidazol enthält. Es kommt vor allem bei bestimmten Infektionen im Genitalbereich zum Einsatz, die durch empfindliche Bakterien oder Parasiten verursacht werden. Die folgenden Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und ersetzen nicht das ärztliche Gespräch. Ob Arilin für Sie geeignet ist, sollte stets ärztlich abgeklärt werden.
Was ist Arilin?
Arilin ist in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich, darunter Vaginaltabletten, Vaginalzäpfchen, Vaginalcreme sowie Filmtabletten zur oralen Einnahme. Der enthaltene Wirkstoff Metronidazol gehört zur Gruppe der sogenannten Nitroimidazole und wirkt gegen bestimmte Bakterien und einzellige Parasiten (Protozoen).
Eingesetzt wird Arilin typischerweise bei der bakteriellen Vaginose und bei Infektionen mit Trichomonaden, einem häufigen Erreger sexuell übertragbarer Infektionen. Je nach Diagnose entscheidet die Ärztin oder der Arzt, welche Darreichungsform und Wirkstärke geeignet ist.
Eine genaue Diagnose ist Voraussetzung für eine sinnvolle Behandlung. Bei Beschwerden im Intimbereich sollten Sie ärztlichen Rat einholen, um die zugrunde liegende Ursache abklären zu lassen.
Wirkstoff & Wirkweise
Metronidazol entfaltet seine Wirkung, indem es in den Stoffwechsel empfindlicher Mikroorganismen eingreift. In den Erregerzellen wird der Wirkstoff in eine reaktive Form umgewandelt, die die DNA der Bakterien und Parasiten schädigt. Dadurch wird deren Vermehrung gehemmt und die Erreger werden abgetötet.
Metronidazol wirkt insbesondere gegen anaerobe Bakterien, die ohne Sauerstoff leben, sowie gegen bestimmte Protozoen wie Trichomonas vaginalis. Gegen viele andere Bakterienarten und gegen Pilze ist der Wirkstoff nicht wirksam, weshalb eine genaue Diagnose wichtig ist.
Anwendung & Dosierung
Die Dosierung und Anwendungsdauer von Arilin richten sich nach der Art der Infektion, dem Schweregrad und der gewählten Darreichungsform. Die genauen Vorgaben legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest. Halten Sie sich stets an die individuelle Verordnung und die Angaben in der Packungsbeilage.
- Vaginale Anwendung: Vaginaltabletten, Zäpfchen oder Creme werden meist abends vor dem Schlafengehen tief in die Scheide eingeführt bzw. eingebracht.
- Orale Einnahme: Filmtabletten werden in der Regel unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit nach einer Mahlzeit eingenommen.
- Behandlungsdauer: Die Therapie sollte auch dann nicht eigenmächtig abgebrochen werden, wenn sich die Beschwerden bessern.
Während der Behandlung mit Metronidazol und bis einige Tage danach sollten Sie auf Alkohol verzichten. Die Kombination kann zu Unverträglichkeitsreaktionen mit Übelkeit, Erbrechen, Hautrötung und Herzrasen führen.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Arilin Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jeder Person auftreten. Mögliche unerwünschte Wirkungen sind unter anderem:
- Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Appetitlosigkeit
- metallischer oder bitterer Geschmack im Mund
- Kopfschmerzen oder Schwindel
- lokale Reizungen, Brennen oder Juckreiz bei vaginaler Anwendung
- selten allergische Reaktionen oder Veränderungen des Blutbildes
Bei länger andauernder oder hochdosierter Anwendung sind auch Beschwerden des Nervensystems möglich. Treten ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden auf, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Metronidazol kann die Wirkung anderer Arzneimittel beeinflussen. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen. Bekannte Wechselwirkungen bestehen unter anderem mit:
- blutgerinnungshemmenden Mitteln (z. B. Cumarin-Derivaten)
- Lithium
- bestimmten Antiepileptika
- Alkohol und alkoholhaltigen Zubereitungen
Arilin darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Metronidazol oder anderen Nitroimidazolen. Besondere Vorsicht gilt bei Erkrankungen des Nervensystems, Leberfunktionsstörungen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit. In diesen Fällen entscheidet die Ärztin oder der Arzt über die Anwendung.
Bei sexuell übertragbaren Infektionen kann eine Mitbehandlung des Partners oder der Partnerin sinnvoll sein, um erneute Ansteckungen zu vermeiden. Besprechen Sie dies mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Über Diagnose, Notwendigkeit und Durchführung einer Behandlung mit Arilin entscheidet ausschließlich medizinisches Fachpersonal.