Arthotec ist ein Kombinationspräparat aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), das zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen und Entzündungen bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt wird. Die folgenden Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und ersetzen nicht das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ob und wie Arthotec für Sie geeignet ist, muss stets ärztlich abgeklärt werden.
Was ist Arthotec?
Arthotec ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das zwei Wirkstoffe miteinander verbindet: das Schmerzmittel Diclofenac und den magenschützenden Wirkstoff Misoprostol. Das Präparat wird vor allem dann verordnet, wenn ein entzündungshemmendes Schmerzmittel benötigt wird, gleichzeitig aber ein erhöhtes Risiko für Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre besteht.
Typische Anwendungsgebiete sind entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis (chronische Gelenkentzündung) sowie aktivierte Arthrose (Gelenkverschleiß mit Entzündungszeichen). Arthotec lindert dabei die Beschwerden, behandelt jedoch nicht die zugrunde liegende Ursache.
Arthotec ist kein Präparat zur einfachen Selbstmedikation. Die Verordnung erfolgt gezielt für Patientinnen und Patienten, bei denen ein höheres Magen-Darm-Risiko vorliegt.
Wirkstoff & Wirkweise
Die Kombination beider Wirkstoffe verfolgt zwei Ziele:
- Diclofenac hemmt körpereigene Enzyme (Cyclooxygenasen), die an der Bildung von Botenstoffen für Schmerz und Entzündung beteiligt sind. Dadurch können Schmerzen, Schwellungen und Entzündungsreaktionen verringert werden.
- Misoprostol ähnelt einem körpereigenen Botenstoff (Prostaglandin) und fördert die Schutzfunktion der Magenschleimhaut. Es soll das Risiko von Magen- und Darmgeschwüren senken, das unter alleiniger Einnahme von NSAR erhöht sein kann.
Durch diese Kombination wird die schmerz- und entzündungshemmende Wirkung des Diclofenacs genutzt, während Misoprostol einen gewissen Schutz für den Verdauungstrakt bietet.
Anwendung & Dosierung
Die Dosierung legt grundsätzlich die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt individuell fest. Üblicherweise werden Tabletten mit 50 mg oder 75 mg Diclofenac in Kombination mit 200 µg Misoprostol verordnet. Beachten Sie folgende allgemeine Hinweise:
- Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein, in der Regel zu den Mahlzeiten.
- Halten Sie sich genau an die verordnete Dosierung und Einnahmedauer.
- Eine möglichst niedrige wirksame Dosis über einen möglichst kurzen Zeitraum wird empfohlen.
Misoprostol kann die Gebärmuttermuskulatur anregen. Arthotec darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden und ist für Frauen im gebärfähigen Alter nur unter sicherer Verhütung geeignet. Sprechen Sie dies unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Arthotec Nebenwirkungen verursachen, die nicht bei jeder Person auftreten. Häufiger berichtet werden:
- Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit oder Blähungen
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Hautausschläge
Seltener, aber ernster zu nehmen, sind Magen-Darm-Blutungen, Geschwüre, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie Auswirkungen auf Herz und Kreislauf. Bei schwarzem Stuhl, Blut im Erbrochenen, starken Bauchschmerzen oder Anzeichen einer allergischen Reaktion sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Arthotec kann mit zahlreichen anderen Arzneimitteln in Wechselwirkung treten. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Mittel, die Sie einnehmen, insbesondere:
- weitere NSAR oder Acetylsalicylsäure
- blutverdünnende Medikamente (Antikoagulanzien)
- bestimmte Blutdrucksenker und entwässernde Mittel (Diuretika)
- Kortikosteroide oder andere Medikamente, die das Blutungsrisiko erhöhen
- Lithium, Methotrexat oder Ciclosporin
Arthotec darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei bestehenden oder zurückliegenden Magen-Darm-Geschwüren oder -Blutungen sowie bei schweren Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen. Auch im letzten Drittel der Schwangerschaft ist die Anwendung kontraindiziert.
Diese Übersicht ist nicht vollständig. Lesen Sie immer die Packungsbeilage und lassen Sie sich vor Beginn einer Behandlung ärztlich oder in der Apotheke beraten.