Sirdalud ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das bei schmerzhaften Muskelverspannungen eingesetzt wird. Es enthält den Wirkstoff Tizanidin und gehört zur Gruppe der zentral wirkenden Muskelrelaxanzien. Die Anwendung sollte ausschließlich nach ärztlicher Verordnung und unter medizinischer Aufsicht erfolgen.
Was ist Sirdalud?
Sirdalud ist ein Muskelrelaxans, das zur Behandlung schmerzhafter Muskelverspannungen zugelassen ist. Es ist in Tablettenform erhältlich und wird in der Regel bei akuten oder chronischen Verspannungen der Skelettmuskulatur eingesetzt, die etwa durch Erkrankungen der Wirbelsäule, neurologische Störungen oder andere Ursachen entstehen können. Sirdalud ist in Deutschland rezeptpflichtig und darf nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden.
Wirkstoff & Wirkweise
Der Wirkstoff in Sirdalud ist Tizanidin. Es handelt sich um ein zentral wirkendes Alpha-2-Adrenozeptor-Agonist, das im Rückenmark und im Gehirn ansetzt. Tizanidin hemmt die Freisetzung erregender Aminosäuren (wie Glutamat und Aspartat) an bestimmten Nervenstellen, wodurch die übermäßige Muskelspannung reduziert wird. Im Unterschied zu einigen anderen Muskelrelaxanzien soll Tizanidin die Muskelkraft dabei weniger stark beeinflussen als die Muskelspastizität selbst.
Tizanidin wirkt zentral, das heißt über das Zentralnervensystem. Daher kann es zu einer Dämpfung der Gesamtaktivität des Nervensystems kommen, was unter anderem Müdigkeit und Schwindel verursachen kann.
Anwendung & Dosierung
Die Dosierung von Sirdalud wird individuell vom behandelnden Arzt festgelegt und richtet sich nach der Art sowie Schwere der Muskelverspannung. Übliche Dosierungen beginnen niedrig und werden bei Bedarf schrittweise erhöht. Sirdalud ist in Stärken von 2 mg und 4 mg erhältlich.
- Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen.
- Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.
- Die Tagesdosis wird in der Regel auf mehrere Einzeldosen aufgeteilt.
- Die maximale Tagesdosis sollte nicht ohne ärztliche Rücksprache überschritten werden.
- Sirdalud darf nicht abrupt abgesetzt werden; die Dosis sollte schrittweise reduziert werden.
Passen Sie die Dosierung niemals eigenständig an und setzen Sie Sirdalud nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab. Ein abruptes Absetzen kann zu Entzugserscheinungen führen.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Sirdalud Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufig berichteten Nebenwirkungen gehören:
- Müdigkeit und Schläfrigkeit
- Schwindel
- Mundtrockenheit
- Blutdruckabfall (Hypotonie)
- Muskelschwäche
- Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden
In seltenen Fällen können auch Leberwerterhöhungen auftreten. Ihr Arzt kann in Abhängigkeit von der Behandlungsdauer regelmäßige Blutkontrollen anordnen. Wenden Sie sich bei ungewöhnlichen oder stark ausgeprägten Beschwerden umgehend an medizinisches Fachpersonal.
Aufgrund der möglichen Schläfrigkeit sollten Sie während der Behandlung mit Sirdalud kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, bis Sie wissen, wie das Medikament auf Sie wirkt.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Sirdalud kann mit einer Reihe anderer Arzneimittel und Substanzen in Wechselwirkung treten. Besonders relevant sind:
- Fluvoxamin und Ciprofloxacin: Die gleichzeitige Einnahme ist kontraindiziert, da sie den Tizanidin-Spiegel im Blut erheblich erhöhen kann.
- Antihypertensiva: Eine verstärkte blutdrucksenkende Wirkung ist möglich.
- Alkohol und andere ZNS-dämpfende Mittel: Verstärkung der sedierenden Wirkung möglich.
- Antibabypille (orale Kontrazeptiva): Kann den Abbau von Tizanidin verlangsamen.
Sirdalud ist unter anderem kontraindiziert bei schwerer Leberinsuffizienz sowie bei gleichzeitiger Anwendung von Fluvoxamin oder Ciprofloxacin. Informieren Sie Ihren Arzt vollständig über alle Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Vorerkrankungen, bevor Sie Sirdalud einnehmen.
Die hier aufgeführten Informationen ersetzen nicht das persönliche Arzt- oder Apothekengespräch. Die Anwendung von Sirdalud sollte stets ärztlich abgeklärt und begleitet werden.