Azithromycin ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Makrolide. Es wird bei verschiedenen bakteriellen Infektionen eingesetzt, im Bereich der Geschlechtskrankheiten insbesondere bei einer durch Chlamydien verursachten Infektion. Die folgenden Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen nicht das ärztliche Gespräch. Ob und wie Azithromycin angewendet wird, ist stets ärztlich abzuklären.
Was ist Azithromycin?
Azithromycin gehört zu den sogenannten Makrolid-Antibiotika. Es wird zur Behandlung bakterieller Infektionen verschrieben, etwa der Atemwege, der Haut sowie bestimmter sexuell übertragbarer Erkrankungen. Im Zusammenhang mit Geschlechtskrankheiten kommt es vor allem bei einer unkomplizierten Chlamydieninfektion (Infektion mit Chlamydia trachomatis) zum Einsatz.
Azithromycin wirkt ausschließlich gegen Bakterien. Gegen Viren – etwa bei Herpes oder HPV – ist der Wirkstoff wirkungslos.
Wirkstoff & Wirkweise
Azithromycin hemmt die Eiweißproduktion (Proteinsynthese) der Bakterien. Es bindet an bestimmte Bestandteile der bakteriellen Ribosomen und unterbindet so deren Vermehrung. Dadurch wird das Wachstum der Erreger gestoppt, sodass das körpereigene Immunsystem die verbleibenden Bakterien beseitigen kann.
Eine Besonderheit von Azithromycin ist die lange Verweildauer im Gewebe. Der Wirkstoff reichert sich in den betroffenen Körperregionen an und bleibt dort über mehrere Tage wirksam. Aus diesem Grund ist bei manchen Indikationen eine Einmalgabe oder eine kurze Behandlungsdauer möglich.
Anwendung & Dosierung
Die Dosierung richtet sich nach der Art der Infektion und wird ausschließlich von der behandelnden Ärztin oder dem Arzt festgelegt. Bei einer unkomplizierten Chlamydieninfektion ist häufig eine Einmaldosis von 1000 mg vorgesehen. Bei anderen Infektionen werden teils 500 mg über mehrere aufeinanderfolgende Tage verordnet.
- Einnahme in der Regel als Tablette oder Suspension
- Tägliche Einnahme möglichst zur gleichen Uhrzeit
- Die verordnete Dosis vollständig einnehmen, auch bei rascher Besserung
Bei sexuell übertragbaren Infektionen sollten Sexualpartner mituntersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden. Verzichten Sie bis zum Abschluss der Behandlung auf ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die Einzelheiten klären Sie bitte ärztlich.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Azithromycin Nebenwirkungen verursachen, die nicht bei jedem auftreten. Zu den häufiger beobachteten Beschwerden zählen:
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Veränderungen des Geschmacksempfindens
- vorübergehende Veränderungen von Leberwerten
Seltener kann es zu allergischen Reaktionen, Herzrhythmusstörungen (insbesondere einer Verlängerung des QT-Intervalls) oder schwerwiegenden Hautreaktionen kommen. Bei Anzeichen einer schweren Reaktion wie Atemnot, Hautausschlag, Herzrasen oder anhaltendem Durchfall sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Azithromycin kann mit anderen Arzneimitteln in Wechselwirkung treten. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen. Relevante Wechselwirkungen bestehen unter anderem mit:
- bestimmten Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen oder anderen QT-verlängernden Wirkstoffen
- magensäurebindenden Mitteln (Antazida), die zeitlich versetzt eingenommen werden sollten
- gerinnungshemmenden Arzneimitteln wie Cumarinen
- Ciclosporin und Digoxin
Nicht angewendet werden darf Azithromycin bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Azithromycin, andere Makrolide oder einen der sonstigen Bestandteile. Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion, bei bestehenden Herzerkrankungen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit ist eine sorgfältige ärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich.
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose, Auswahl des geeigneten Wirkstoffs und Dosierung gehören in fachkundige Hände. Wenden Sie sich bei Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit an eine Arztpraxis oder eine entsprechende Beratungsstelle.