Geschlechtskrankheiten

Azithromycin: Anwendung bei Geschlechtskrankheiten

Azithromycin Originalverpackung
💊 Medikamenten-Steckbrief
HandelsnameAzithromycin
Wirkstoff (INN)Azithromycin
DarreichungsformÜblich sind 1000 mg als Einmaldosis oder 500 mg täglich über mehrere Tage – ärztlich festzulegen.
AnwendungsgebietBakterielle Infektionen, unter anderem Chlamydieninfektionen und weitere sexuell übertragbare Erkrankungen
KategorieGeschlechtskrankheiten

Azithromycin ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Makrolide. Es wird bei verschiedenen bakteriellen Infektionen eingesetzt, im Bereich der Geschlechtskrankheiten insbesondere bei einer durch Chlamydien verursachten Infektion. Die folgenden Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen nicht das ärztliche Gespräch. Ob und wie Azithromycin angewendet wird, ist stets ärztlich abzuklären.

Was ist Azithromycin?

Azithromycin gehört zu den sogenannten Makrolid-Antibiotika. Es wird zur Behandlung bakterieller Infektionen verschrieben, etwa der Atemwege, der Haut sowie bestimmter sexuell übertragbarer Erkrankungen. Im Zusammenhang mit Geschlechtskrankheiten kommt es vor allem bei einer unkomplizierten Chlamydieninfektion (Infektion mit Chlamydia trachomatis) zum Einsatz.

ℹ️ Hinweis

Azithromycin wirkt ausschließlich gegen Bakterien. Gegen Viren – etwa bei Herpes oder HPV – ist der Wirkstoff wirkungslos.

Wirkstoff & Wirkweise

Azithromycin hemmt die Eiweißproduktion (Proteinsynthese) der Bakterien. Es bindet an bestimmte Bestandteile der bakteriellen Ribosomen und unterbindet so deren Vermehrung. Dadurch wird das Wachstum der Erreger gestoppt, sodass das körpereigene Immunsystem die verbleibenden Bakterien beseitigen kann.

Eine Besonderheit von Azithromycin ist die lange Verweildauer im Gewebe. Der Wirkstoff reichert sich in den betroffenen Körperregionen an und bleibt dort über mehrere Tage wirksam. Aus diesem Grund ist bei manchen Indikationen eine Einmalgabe oder eine kurze Behandlungsdauer möglich.

Anwendung & Dosierung

Die Dosierung richtet sich nach der Art der Infektion und wird ausschließlich von der behandelnden Ärztin oder dem Arzt festgelegt. Bei einer unkomplizierten Chlamydieninfektion ist häufig eine Einmaldosis von 1000 mg vorgesehen. Bei anderen Infektionen werden teils 500 mg über mehrere aufeinanderfolgende Tage verordnet.

  • Einnahme in der Regel als Tablette oder Suspension
  • Tägliche Einnahme möglichst zur gleichen Uhrzeit
  • Die verordnete Dosis vollständig einnehmen, auch bei rascher Besserung
⚠️ Wichtig

Bei sexuell übertragbaren Infektionen sollten Sexualpartner mituntersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden. Verzichten Sie bis zum Abschluss der Behandlung auf ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die Einzelheiten klären Sie bitte ärztlich.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann Azithromycin Nebenwirkungen verursachen, die nicht bei jedem auftreten. Zu den häufiger beobachteten Beschwerden zählen:

  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Veränderungen des Geschmacksempfindens
  • vorübergehende Veränderungen von Leberwerten

Seltener kann es zu allergischen Reaktionen, Herzrhythmusstörungen (insbesondere einer Verlängerung des QT-Intervalls) oder schwerwiegenden Hautreaktionen kommen. Bei Anzeichen einer schweren Reaktion wie Atemnot, Hautausschlag, Herzrasen oder anhaltendem Durchfall sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen.

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Azithromycin kann mit anderen Arzneimitteln in Wechselwirkung treten. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen. Relevante Wechselwirkungen bestehen unter anderem mit:

  • bestimmten Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen oder anderen QT-verlängernden Wirkstoffen
  • magensäurebindenden Mitteln (Antazida), die zeitlich versetzt eingenommen werden sollten
  • gerinnungshemmenden Arzneimitteln wie Cumarinen
  • Ciclosporin und Digoxin

Nicht angewendet werden darf Azithromycin bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Azithromycin, andere Makrolide oder einen der sonstigen Bestandteile. Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion, bei bestehenden Herzerkrankungen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit ist eine sorgfältige ärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich.

ℹ️ Hinweis

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Diagnose, Auswahl des geeigneten Wirkstoffs und Dosierung gehören in fachkundige Hände. Wenden Sie sich bei Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit an eine Arztpraxis oder eine entsprechende Beratungsstelle.

❓ Häufig gestellte Fragen

Azithromycin wird unter anderem bei einer unkomplizierten Chlamydieninfektion verordnet. Es wirkt gegen die verursachenden Bakterien. Die genaue Indikation und Eignung legt die behandelnde Ärztin oder der Arzt fest.
Bei einer Chlamydieninfektion ist häufig eine Einmaldosis von 1000 mg vorgesehen, bei anderen Infektionen teils 500 mg über mehrere Tage. Die individuelle Dosierung bestimmt ausschließlich die ärztliche Behandlung.
Häufig treten Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen auf, ebenso Kopfschmerzen. Seltener sind allergische Reaktionen oder Herzrhythmusstörungen möglich. Bei schweren Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Bei sexuell übertragbaren Infektionen ist eine Mituntersuchung und gegebenenfalls Mitbehandlung der Partner sinnvoll, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden. Bis zum Abschluss der Behandlung sollte auf ungeschützten Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Die Einzelheiten klären Sie ärztlich.
Nein. Azithromycin ist ein Antibiotikum und wirkt ausschließlich gegen Bakterien. Gegen virale Erkrankungen wie Herpes oder HPV ist der Wirkstoff nicht wirksam.
⚠️ Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Arztbesuch und keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten immer mit einem Arzt oder Apotheker.

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