Cannamedical Indica Classic URY, bekannt unter dem Sortenname Cheese Quake, ist ein verschreibungspflichtiges medizinisches Cannabisprodukt aus dem Sortiment der Cannamedical Pharma GmbH. Es handelt sich um getrocknete Cannabisblüten einer indica-dominanten Hybridsorte, die ausschließlich auf ärztliche Verordnung und unter ärztlicher Begleitung angewendet werden darf. Dieser Ratgeber stellt die wesentlichen pharmakologischen und praktischen Informationen für Patientinnen und Patienten sowie Fachkreise sachlich dar.
Was ist Cannamedical Indica Classic URY (Cheese Quake)?
Cheese Quake ist eine indica-dominante Hybridsorte, die aus einer Kreuzung der Sorten Cheese und Querkle hervorgegangen ist. Die Blüten sind aromatisch ausgeprägt – charakteristisch für die Cheese-Linie – mit erdigen, leicht käsigen und fruchtigen Duftnoten. Das Produkt wird unter dem Klassifikationskürzel Indica Classic geführt, was auf ein moderates bis mittelstarkes THC-Profil im klassischen Indica-Bereich hinweist.
- THC-Gehalt: ca. 14–20 % (chargenabhängig, dem Beipackzettel bzw. dem Analysezertifikat der jeweiligen Charge zu entnehmen)
- CBD-Gehalt: gering, typischerweise unter 1 %
- Genetik: Indica-dominant (Cheese × Querkle)
- Hersteller/Vertrieb: Cannamedical Pharma GmbH, Deutschland
Die genauen Cannabinoidgehalte können je nach Erntepartie variieren. Ihr behandelnder Arzt oder Ihre Apotheke stellt Ihnen auf Wunsch das Analysezertifikat der jeweiligen Charge zur Verfügung.
Cannabinoide & Wirkprofil
Das Wirkprofil von Cheese Quake wird maßgeblich durch den hohen THC-Anteil bestimmt. Tetrahydrocannabinol (THC) interagiert als partieller Agonist mit den Cannabinoidrezeptoren CB1 und CB2 des Endocannabinoid-Systems. Indica-dominante Sorten werden in der klinischen Praxis häufig mit einem stärker sedierenden und muskelentspannenden Charakter beschrieben, wobei individuelle Reaktionen erheblich variieren können.
Der sehr geringe CBD-Gehalt bedeutet, dass ein modulierender Effekt durch Cannabidiol bei diesem Produkt kaum zu erwarten ist. Das Terpenspektrum – darunter wahrscheinlich Myrcen, Caryophyllen und weitere sortenspezifische Terpene – kann das Gesamtwirkprofil beeinflussen (sogenannter Entourage-Effekt), ist jedoch wissenschaftlich noch nicht abschließend charakterisiert.
Anwendung & Dosierung
Medizinisches Cannabis darf ausschließlich nach ärztlicher Verschreibung und in der vom Arzt oder der Ärztin festgelegten Dosierung angewendet werden. Eine Selbstmedikation ist nicht zulässig. Die Dosierung wird individuell titriert – das heißt, sie wird schrittweise eingestellt, um die therapeutisch wirksame und gut verträgliche Menge zu ermitteln.
Zugelassene Darreichungsformen
- Verdampfung (Inhalation): Die bevorzugte medizinische Anwendungsform. Zertifizierte medizinische Vaporizatoren erhitzen die Blüten auf eine definierte Temperatur (typisch 170–210 °C), ohne Verbrennung. Der Wirkungseintritt erfolgt rasch.
- Teeaufguss: Eine alternative Anwendungsform mit verzögertem Wirkungseintritt. Hierbei ist eine Fettzugabe (z. B. Milch) für eine ausreichende Extraktion der lipophilen Cannabinoide empfehlenswert.
Das Rauchen von medizinischem Cannabis (in Kombination mit Tabak oder ohne) ist medizinisch nicht empfohlen, da bei der Verbrennung gesundheitsschädliche Stoffe entstehen. Verwenden Sie ausschließlich die von Ihrem Arzt verordnete Anwendungsform.
Mögliche ärztliche Anwendungsgebiete
Medizinisches Cannabis kann im Rahmen einer ärztlichen Therapieentscheidung bei bestimmten Erkrankungen eingesetzt werden, wenn andere Therapieoptionen nicht ausreichend wirksam waren oder nicht vertragen wurden. Mögliche Anwendungsgebiete, bei denen indica-dominante, THC-betonte Cannabisblüten ärztlich verordnet werden, umfassen unter anderem:
- Chronische Schmerzzustände (z. B. neuropathische Schmerzen, Tumorschmerzen)
- Spastik bei neurologischen Erkrankungen (z. B. Multiple Sklerose)
- Schwerwiegende Schlafstörungen im Rahmen organischer Erkrankungen
- Appetitstimulation und Gewichtsstabilisierung bei Kachexie
- Übelkeit und Erbrechen unter Chemotherapie (als Ergänzung)
Die Verordnung von medizinischem Cannabis erfolgt in Deutschland nach individueller ärztlicher Prüfung. Ein Anspruch auf Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung besteht unter bestimmten Voraussetzungen gemäß § 31 Abs. 6 SGB V. Die Entscheidung trifft Ihre Krankenkasse.
Nebenwirkungen & Risiken
Wie alle Arzneimittel kann medizinisches Cannabis unerwünschte Wirkungen haben. Häufig beschriebene Nebenwirkungen von THC-reichen Cannabisblüten sind:
- Schwindel, Benommenheit und Müdigkeit
- Mundtrockenheit
- Kurzfristige Beeinträchtigung von Konzentration und Gedächtnis
- Erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie)
- Stimmungsveränderungen, in Einzelfällen Angstzustände oder Paranoia (insbesondere bei höheren Dosen)
- Abhängigkeitspotenzial bei Langzeitanwendung
Besondere Vorsicht ist geboten bei Personen mit psychiatrischen Vorerkrankungen (z. B. Psychosen, Schizophrenie), kardiovaskulären Erkrankungen sowie bei Schwangeren und Stillenden. Die Teilnahme am Straßenverkehr kann nach der Anwendung beeinträchtigt sein – sprechen Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ab.
Rechtlicher Status & Verschreibung
Cannamedical Indica Classic URY (Cheese Quake) ist in Deutschland als Medizinalcannabis eingestuft und unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Es darf ausschließlich von approbierten Ärztinnen und Ärzten auf einem speziellen Betäubungsmittelrezept (BtM-Rezept) verschrieben und in zugelassenen Apotheken abgegeben werden. Ohne gültiges BtM-Rezept ist der Besitz und die Abgabe nicht gestattet. Die Verordnung erfordert eine individuelle medizinische Indikationsstellung und regelmäßige Verlaufskontrollen durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt.