Migräne

Imigran Nasal: Anwendung, Wirkung und Hinweise bei Migräne

Imigran Nasal Originalverpackung
💊 Medikamenten-Steckbrief
HandelsnameImigran Nasal
Wirkstoff (INN)Sumatriptan
Darreichungsform10 mg oder 20 mg pro Sprühstoß (Nasenspray)
AnwendungsgebietAkutbehandlung von Migräneanfällen mit oder ohne Aura
KategorieMigräne

Imigran Nasal ist ein verschreibungspflichtiges Nasenspray, das zur Akutbehandlung von Migräneanfällen eingesetzt wird. Der enthaltene Wirkstoff Sumatriptan gehört zur Gruppe der Triptane. Die folgende Übersicht informiert Sie sachlich über Wirkweise, Anwendung und mögliche Risiken. Die Anwendung sollte stets ärztlich abgeklärt werden.

Was ist Imigran Nasal?

Imigran Nasal ist ein Arzneimittel in Form eines Nasensprays, das speziell für die Behandlung akuter Migräneanfälle entwickelt wurde. Die Anwendung über die Nasenschleimhaut kann eine Alternative für Personen sein, die während eines Anfalls unter Übelkeit oder Erbrechen leiden und Tabletten daher nur schwer einnehmen können.

ℹ️ Hinweis

Imigran Nasal dient ausschließlich der Behandlung eines bereits eingetretenen Migräneanfalls. Es ist nicht zur Vorbeugung von Migräneattacken geeignet.

Wirkstoff & Wirkweise

Der Wirkstoff Sumatriptan zählt zu den selektiven Serotonin-Rezeptor-Agonisten (5-HT1-Rezeptor-Agonisten). Während eines Migräneanfalls kommt es unter anderem zu einer Erweiterung bestimmter Blutgefäße im Gehirn. Sumatriptan wirkt, indem es diese erweiterten Gefäße verengt und zugleich die Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe hemmt.

Über die Nasenschleimhaut kann der Wirkstoff vom Körper aufgenommen werden. Dadurch kann die Wirkung bei manchen Personen vergleichsweise rasch einsetzen.

Anwendung & Dosierung

Die Dosierung sowie die geeignete Anwendung legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt individuell fest. Allgemein gelten folgende Grundsätze:

  • Das Nasenspray wird in der Regel beim ersten Auftreten der Migränesymptome angewendet.
  • Üblicherweise wird ein Sprühstoß in ein Nasenloch verabreicht.
  • Tritt nach der ersten Anwendung zunächst eine Besserung ein und kehren die Beschwerden später zurück, kann unter Beachtung des vorgeschriebenen Mindestabstands eine weitere Dosis möglich sein.
  • Hat die erste Dosis keine Wirkung gezeigt, sollte während desselben Anfalls keine zweite Dosis angewendet werden.

Beachten Sie stets die in der Packungsbeilage genannte Höchstdosis innerhalb von 24 Stunden. Die genauen Vorgaben entnehmen Sie der Gebrauchsinformation oder besprechen sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

⚠️ Wichtig

Eine zu häufige Anwendung von Schmerz- oder Migränemitteln kann zu medikamenteninduziertem Kopfschmerz führen. Wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie das Präparat regelmäßig über längere Zeit benötigen.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Imigran Nasal Nebenwirkungen hervorrufen, die nicht bei jeder Person auftreten. Mögliche unerwünschte Wirkungen sind unter anderem:

  • Geschmacksstörungen oder ein bitterer Geschmack nach der Anwendung
  • Reizung der Nasenschleimhaut oder des Rachens
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Müdigkeit, Schwindel oder Schläfrigkeit
  • vorübergehendes Gefühl von Wärme, Druck oder Engegefühl, etwa im Bereich von Brust oder Hals
  • Kribbeln oder Missempfindungen

Bei plötzlich auftretenden Beschwerden im Brustbereich, Atemnot oder Anzeichen einer allergischen Reaktion sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Wechselwirkungen & Gegenanzeigen

Sumatriptan darf nicht zusammen mit bestimmten anderen Arzneimitteln angewendet werden. Dazu zählen insbesondere andere Triptane, Mutterkornalkaloide (Ergotamine) sowie bestimmte Antidepressiva wie MAO-Hemmer. Bei der gleichzeitigen Einnahme von Wirkstoffen, die den Serotoninspiegel beeinflussen (z. B. SSRI oder SNRI), kann das Risiko eines Serotonin-Syndroms erhöht sein.

Gegenanzeigen bestehen unter anderem bei:

  • bestehenden oder durchgemachten Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Angina pectoris
  • nicht ausreichend behandeltem Bluthochdruck
  • durchgemachtem Schlaganfall oder vorübergehenden Durchblutungsstörungen des Gehirns
  • schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
ℹ️ Hinweis

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen, sowie über bestehende Vorerkrankungen. Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit ist eine sorgfältige ärztliche Abwägung erforderlich.

Die hier zusammengestellten Informationen ersetzen nicht die Beratung durch medizinisches Fachpersonal. Lesen Sie vor der Anwendung stets die Packungsbeilage und klären Sie die Eignung des Präparats mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke ab.

❓ Häufig gestellte Fragen

Da der Wirkstoff über die Nasenschleimhaut aufgenommen wird, kann die Wirkung bei manchen Personen vergleichsweise rasch einsetzen. Wie schnell und stark die Wirkung ausfällt, ist jedoch individuell unterschiedlich. Bei ausbleibender Wirkung sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.
Nein, Imigran Nasal ist ausschließlich zur Behandlung eines bereits eingetretenen Migräneanfalls vorgesehen. Zur Vorbeugung von Migräne ist es nicht geeignet. Für eine vorbeugende Therapie kommen andere Maßnahmen infrage, die ärztlich abzuklären sind.
Hat die erste Dosis während eines Anfalls keine Wirkung gezeigt, sollten Sie keine zweite Dosis für denselben Anfall anwenden. Eine zweite Dosis ist in der Regel nur sinnvoll, wenn die Beschwerden nach anfänglicher Besserung zurückkehren. Besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Imigran Nasal darf nicht gleichzeitig mit anderen Triptanen oder Mutterkornalkaloiden (Ergotaminen) angewendet werden. Auch bei bestimmten Antidepressiva sind Wechselwirkungen möglich. Informieren Sie Ihren Arzt über alle eingenommenen Medikamente.
Ja, Imigran Nasal ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Die Anwendung sollte vorab ärztlich abgeklärt werden, da bestimmte Vorerkrankungen gegen eine Anwendung sprechen können. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt legt auch die geeignete Dosierung fest.
⚠️ Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Arztbesuch und keine professionelle medizinische Beratung. Sprechen Sie vor der Einnahme von Medikamenten immer mit einem Arzt oder Apotheker.

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