Meloxicam zählt zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und wird zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt, insbesondere bei Erkrankungen des Bewegungsapparats. Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen sachlichen Überblick über den Wirkstoff, seine Anwendung sowie mögliche Risiken. Die nachfolgenden Informationen ersetzen jedoch keine ärztliche Beratung.
Ob und in welcher Dosierung Meloxicam für Sie geeignet ist, sollte stets im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung geklärt werden.
Was ist Meloxicam?
Meloxicam ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika. Er wird vorwiegend bei entzündlichen und schmerzhaften Gelenkerkrankungen angewendet. Typische Anwendungsgebiete sind die symptomatische Behandlung der aktivierten Arthrose (Reizzustände bei degenerativen Gelenkerkrankungen) sowie die Langzeitbehandlung der rheumatoiden Arthritis und der Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew).
Meloxicam ist üblicherweise in Form von Tabletten erhältlich, in einigen Fällen auch als Suppositorium oder Injektionslösung. Über die geeignete Darreichungsform entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Wirkstoff & Wirkweise
Meloxicam hemmt die sogenannten Cyclooxygenasen (COX), Enzyme, die an der Bildung von Prostaglandinen beteiligt sind. Prostaglandine sind körpereigene Botenstoffe, die bei Entzündungsprozessen entstehen und zur Vermittlung von Schmerz, Schwellung und Fieber beitragen.
Durch die Hemmung dieser Enzyme kann Meloxicam entzündliche Vorgänge dämpfen und Schmerzen verringern. Der Wirkstoff zeigt eine gewisse bevorzugte Wirkung auf die COX-2, die vor allem bei Entzündungen aktiv ist. Eine vollständige Schonung der Magenschleimhaut ist dadurch jedoch nicht gewährleistet.
Anwendung & Dosierung
Die Dosierung von Meloxicam richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung sowie nach individuellen Faktoren und wird ärztlich festgelegt. Üblich sind Dosierungen zwischen 7,5 mg und 15 mg pro Tag. Es gilt der Grundsatz, die niedrigste wirksame Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum anzuwenden.
- Die Tablette wird in der Regel einmal täglich, möglichst zu einer Mahlzeit, mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen.
- Die Tageshöchstdosis von 15 mg sollte nicht überschritten werden.
- Bei älteren Menschen oder eingeschränkter Nierenfunktion kann eine reduzierte Dosis erforderlich sein.
Nehmen Sie Meloxicam nicht eigenmächtig höher dosiert oder länger als verordnet ein. Eine längerfristige Anwendung muss ärztlich überwacht werden.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Meloxicam Nebenwirkungen verursachen. Häufig betreffen diese den Magen-Darm-Trakt. Mögliche unerwünschte Wirkungen sind unter anderem:
- Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verdauungsstörungen
- Magenschleimhautentzündungen oder, seltener, Geschwüre und Blutungen im Magen-Darm-Bereich
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Hautreaktionen wie Juckreiz oder Ausschlag
- Wassereinlagerungen sowie Auswirkungen auf Blutdruck und Nierenfunktion
NSAR können bei längerer Anwendung oder höherer Dosierung das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse erhöhen. Treten Anzeichen wie schwarzer Stuhl, Bluterbrechen, starke Bauchschmerzen oder Hautreaktionen auf, sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Meloxicam kann mit verschiedenen Arzneimitteln in Wechselwirkung treten. Dazu zählen unter anderem andere NSAR, blutgerinnungshemmende Medikamente, bestimmte Blutdruckmittel (etwa ACE-Hemmer und Diuretika), Lithium sowie Methotrexat. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Mittel, die Sie einnehmen.
Meloxicam sollte unter anderem nicht angewendet werden bei:
- bekannter Überempfindlichkeit gegen Meloxicam oder andere NSAR
- bestehenden oder wiederkehrenden Magen-Darm-Geschwüren oder Blutungen
- schwerer Leber-, Nieren- oder Herzinsuffizienz
- im letzten Drittel der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft, Stillzeit sowie bei bestehenden Vorerkrankungen ist die Anwendung besonders sorgfältig ärztlich abzuwägen. Besprechen Sie individuelle Risiken stets mit medizinischem Fachpersonal.