Die Emla Creme ist ein örtlich anzuwendendes Betäubungsmittel, das die Wirkstoffe Lidocain und Prilocain kombiniert. Sie wird in unterschiedlichen Zusammenhängen eingesetzt und in manchen Fällen im Bereich der Sexualmedizin diskutiert, etwa zur Verminderung der Empfindlichkeit bei vorzeitigem Samenerguss. Ob und wie eine Anwendung in diesem Zusammenhang sinnvoll ist, sollte stets ärztlich abgeklärt werden.
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt nicht das Gespräch mit Ärztin, Arzt oder Apotheke. Lesen Sie immer die Packungsbeilage.
Was ist Emla Creme?
Emla Creme ist ein lokal wirkendes Anästhetikum (Betäubungsmittel) zur Anwendung auf der Haut. Ursprünglich wurde sie entwickelt, um die Haut vor kleineren Eingriffen wie Nadelstichen oder oberflächlichen chirurgischen Maßnahmen vorübergehend gefühllos zu machen. Im Bereich der Erektions- und Sexualstörungen wird sie gelegentlich erwähnt, da eine örtliche Betäubung die Empfindlichkeit herabsetzen und so möglicherweise einen vorzeitigen Samenerguss hinauszögern kann. Eine solche Anwendung ist jedoch nicht für jeden geeignet und muss individuell ärztlich beurteilt werden.
Wirkstoff & Wirkweise
Die Creme enthält zwei Lokalanästhetika: Lidocain und Prilocain. Diese Wirkstoffe blockieren vorübergehend die Weiterleitung von Nervensignalen in der behandelten Hautregion. Dadurch wird das Schmerz- und Berührungsempfinden für eine begrenzte Zeit reduziert.
- Lidocain: hemmt die Reizweiterleitung in den Nervenfasern.
- Prilocain: wirkt auf gleiche Weise und ergänzt die betäubende Wirkung.
Im Zusammenhang mit vorzeitigem Samenerguss soll die verringerte Empfindlichkeit dazu beitragen, den Zeitpunkt des Samenergusses hinauszuzögern. Die wissenschaftliche Bewertung dieser Anwendung ist Aufgabe der behandelnden ärztlichen Fachperson.
Anwendung & Dosierung
Die genaue Dosierung, die Menge und die Einwirkzeit hängen vom Anwendungsgebiet ab und müssen den ärztlichen Anweisungen sowie der Packungsbeilage entnommen werden. Grundsätzlich gilt:
- Die Creme wird dünn auf die saubere, trockene Haut aufgetragen.
- Eine vorgegebene Einwirkzeit ist einzuhalten, bevor die betäubende Wirkung einsetzt.
- Reste der Creme werden vor weiteren Aktivitäten in der Regel entfernt.
- Die maximale Anwendungsmenge und -dauer dürfen nicht überschritten werden.
Beim Auftragen im Genitalbereich oder vor sexueller Aktivität ist besondere Vorsicht geboten. Eine Übertragung der Creme auf die Partnerin oder den Partner kann ebenfalls zu Betäubungseffekten führen. Sprechen Sie vor einer solchen Anwendung unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Emla Creme Nebenwirkungen verursachen. Häufig treten örtlich begrenzte Reaktionen an der Auftragungsstelle auf, darunter:
- vorübergehende Blässe oder Rötung der Haut
- leichte Schwellung
- Brennen oder Juckreiz
- ein Taubheits- oder Kribbelgefühl
Seltener können allergische Reaktionen auftreten. In sehr seltenen Fällen ist eine Störung des Blutfarbstoffs (Methämoglobinämie) möglich, insbesondere bei Säuglingen oder bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter Medikamente. Bei ungewöhnlichen oder anhaltenden Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Emla Creme darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Lidocain, Prilocain oder andere Lokalanästhetika vom Amid-Typ. Vorsicht ist außerdem geboten bei bestimmten Bluterkrankungen sowie bei der Einnahme von Arzneimitteln, die das Risiko einer Methämoglobinämie erhöhen.
- Wechselwirkungen sind möglich mit anderen Lokalanästhetika und bestimmten herzwirksamen Mitteln.
- Die Anwendung auf offenen Wunden, geschädigter Haut oder Schleimhäuten erfordert besondere ärztliche Beurteilung.
- Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen.
Ob Emla Creme für Ihre Situation – insbesondere bei sexuellen Funktionsstörungen – geeignet ist, kann nur im Rahmen einer individuellen ärztlichen Beratung geklärt werden. Eine eigenmächtige Anwendung wird nicht empfohlen.