Fortacin ist ein Arzneimittel in Form eines Sprays, das zur Anwendung bei vorzeitigem Samenerguss (Ejaculatio praecox) vorgesehen ist. Es wird äußerlich auf die Haut des Penis aufgetragen. Dieser Ratgeber gibt einen sachlichen Überblick über Wirkstoffe, Anwendung und mögliche Risiken. Die folgenden Informationen ersetzen jedoch keine ärztliche Beratung – die Eignung und Anwendung von Fortacin sollte stets ärztlich abgeklärt werden.
Was ist Fortacin?
Fortacin ist ein Kombinationspräparat in Form eines Sprays zur kutanen (auf die Haut bezogenen) Anwendung. Es enthält zwei lokal betäubende Wirkstoffe und wird zur Behandlung des vorzeitigen Samenergusses bei erwachsenen Männern eingesetzt. Der vorzeitige Samenerguss zählt zu den häufigeren sexuellen Funktionsstörungen und kann das persönliche Wohlbefinden sowie partnerschaftliche Beziehungen beeinflussen.
Fortacin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Ob es für Ihre Situation geeignet ist, entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt nach individueller Beratung.
Wirkstoff & Wirkweise
Fortacin enthält die beiden Lokalanästhetika Lidocain und Prilocain. Beide Wirkstoffe gehören zur Gruppe der örtlichen Betäubungsmittel und wirken, indem sie die Weiterleitung von Nervenimpulsen vorübergehend hemmen.
Bei lokaler Anwendung an der Eichel (Glans penis) verringern die Wirkstoffe die Empfindlichkeit gegenüber Reizen. Dadurch kann die Zeit bis zum Samenerguss verlängert werden. Die Wirkung ist auf den Anwendungsbereich beschränkt und tritt in der Regel innerhalb weniger Minuten nach dem Auftragen ein.
Anwendung & Dosierung
Die genaue Dosierung und Anwendungsweise sollten Sie der Packungsbeilage entnehmen und mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen. Üblicherweise wird das Spray wie folgt angewendet:
- Vor der ersten Anwendung wird das Spray gemäß Anleitung vorbereitet (Pumpvorgang aktivieren).
- Es werden in der Regel drei Sprühstöße auf die Eichel aufgetragen.
- Das Auftragen erfolgt einige Minuten vor dem Geschlechtsverkehr.
- Vor dem Verkehr kann überschüssiges Produkt entfernt werden, sofern in der Packungsbeilage angegeben.
Halten Sie sich genau an die vorgegebene Anwendungsweise und überschreiten Sie nicht die empfohlene Anzahl an Sprühstößen. Bei Fragen zur korrekten Anwendung wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Fortacin Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei jedem auftreten. Mögliche unerwünschte Wirkungen betreffen vor allem den Anwendungsbereich:
- Taubheitsgefühl oder verminderte Empfindlichkeit an Penis oder Eichel
- Brennen, Rötung oder Reizung der Haut im Anwendungsbereich
- Beeinträchtigung der Erektion
- Bei der Partnerin oder dem Partner kann es zu Taubheitsgefühl im Genitalbereich kommen, wenn Produktreste übertragen werden
Selten können allergische Reaktionen auftreten. Bei Anzeichen einer schweren Überempfindlichkeit (z. B. Atemnot, Schwellungen, Hautausschlag) sollten Sie die Anwendung beenden und umgehend ärztliche Hilfe suchen. Eine vollständige Übersicht der Nebenwirkungen finden Sie in der Packungsbeilage.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Fortacin darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Lidocain, Prilocain, andere Lokalanästhetika oder einen der sonstigen Bestandteile. Auch bei bestimmten Vorerkrankungen kann die Anwendung ungeeignet sein.
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden. Wechselwirkungen sind insbesondere mit anderen lokal betäubenden Mitteln sowie bei bestimmten Erkrankungen zu beachten. Da Reste des Sprays auf die Partnerin oder den Partner übertragen werden können, ist die Anwendung während einer Schwangerschaft besonders sorgfältig ärztlich abzuwägen.
Dieser Ratgeber dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt nicht das Gespräch mit medizinischem Fachpersonal. Ob Fortacin für Sie infrage kommt, klären Sie bitte ärztlich ab.